Mit Kindern im Familienurlaub im  Wohnmobil reisen bedeutet Abenteuer und Entdeckungen der besonderen Art. Das Reisemobil ist dabei das Zuhause auf Rädern und alle für den gelungenen Urlaub mit Kindern wichtigen Dinge sind in greifbarer Nähe. Was ist zu beachten, damit aus der schönsten Zeit des Jahres keine Katastrophe wird?

Wo Übernachten, beste Reisezeit, Besichtigen

Hier beschreibe ich unsere wichtigsten Erfahrungen zum Reisen, Besichtigen, Übernachten,  der besten Reisezeit und wie die Mitnahme eines fremden Kindes gelingt. Auf was Ihr bei der Fahrzeugwahl und der Ausrüstung achten solltet, findet Ihr im Beitrag Wohnmobilurlaub mit Kindern.

10 Tipps für den gelungenen WohnmobilUrlaub mit Kindern

Im Wohnmobil ist wichtiges dabei

Bett, Tisch, Kleidung, nötige Utensilien und ein wohl gefüllter Kühlschrank ermöglichen ein entspanntes Reisen. Die Kinder haben Hunger unterwegs, kein Problem, ein Brot ist aus den mitgeführten Vorräten schnell geschmiert. Auch nasse Klamotten nach einer Pause am Bach oder Strand bedeuten keine Katastrophe mehr, denn Wechselkleidung ist immer dabei.

Dabei empfiehlt es sich, beim Familienurlaub im Wohnmobil nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“ zu fahren.

Anreise oder Roadtrip?

Pausen und Ablenkung

Kleine und große Kinder verbringen die Fahrzeit gerne mit Schlafen und Ausruhen. Dies ist praktisch, weil dadurch auch einmal ein paar Kilometer mehr zurückgelegt werden können. Und dies, ohne sich über Beschäftigung und Ablenkung Gedanken machen zu müssen. Dies bedeutet dann aber auch, dass die Energiebündel  am Etappenziel ausgeruht, die Eltern, die sich auf Verkehr und fremde Straßen konzentriert haben, dagegen erschöpft sind. Alle zwei bis drei Stunden spätestens empfiehlt sich also eine Pause. Ideal sind dafür Rastplätze mit Picknickbänken, Spielplatz oder großer Wiese zum gemütlich Ausspannen und Toben. Hörbücher, Nintendos, IPods oder Computer dienen als beliebte und gerne genutzte Ablenkungsmittel während der Fahrt. Da fliegen gerne mal die guten Vorsätze und Prinzipien den Mediengebrauch betreffend aus dem Autofenster.

Auszeiten zulassen

Viele Familien nutzen ihr Campingfahrzeug für die mehr oder weniger direkte An- und Abreise zu einem festen Urlaubsort, an dem sie dann gemeinsam die schönste Zeit des Jahres verbringen. Andere entscheiden sich für eine Reise von Ort zu Ort über mehrere Wochen. Mit Kindern gibt es viele Plätze zu entdecken, die nicht im Reiseführer stehen. Sie sind  dennoch eine Reise wert und gehören später zu den liebsten Reiseerinnerungen. Dabei muss es nicht immer der Vergnügungspark sein, im Gegenteil: Das Picknick auf einer bunten Sommerwiese, verbunden mit einer ausgiebigen Insektenbeobachtung, der Umweg zu einem kleinen Waldsee, die zigste Sandburg mit Wassergraben an einem einsamen oder belebten Sandstrand, liebevoll verziert mit selbst gesammelten Muscheln, oder der Bau eines Staudamms an einem lauschigen Gebirgsbach sind tolle gemeinsame Erinnerungen. Viele wunderschöne Plätze abseits der Route, hätten wir ohne unseren Sohn nie gesehen.

Mut zum Besichtigungsprogramm

Kultur mit Kindern

Natürlich ist auch die Besichtigung verschiedener kultureller Highlights mit Kindern möglich. Sie entdecken mit ihren Augen und vor allem in ihrem eigenen Tempo Kirchen, Steinkreise, Museen und andere Orte. Auch die großen Familienmitglieder profitieren von dieser „Entschleunigung“. Dass der Dreijährige bei der Besichtigung von griechischen Kulturstätten mehr Interesse an den jeweiligen Busparkplätzen als an den Steinen hatte, ist zu verschmerzen. Dabei interessierten ihn weniger die Fahrzeuge, sondern vielmehr die Insassen mit ihren Verpflegungspaketen, die gerne den kleinen Strahlemann mit Keksen und anderen Dingen verwöhnten.

Wohnmobilurlaub mit Kindern: Spielen auf Reisen

Kinder entdecken Sehenswürdigkeiten auf ihre eigene Weise

Für Abwechslung sorgen

In der Regel sind zwei Besichtigungspunkte genug für den Tag und klassische Eltern- und Kinderziele sollten sich abwechseln. Nach Kathedrale und Museum sind Zoo, Strand oder Spielplatz angesagt und der Besuch in der Eisdiele während einer Stadtbesichtigung fördert ebenfalls die Motivation. Viele Museen oder historische Gebäude haben sich mit interaktiven Animationen und Spielen auf die kleinen Besucher eingestellt. Oder sie bieten Audioguides – manchmal mit eigener Kindertonspur – als Führung an, was den Besuch für alle Familienmitglieder noch interessanter macht.

Interessen der Kinder im Familienurlaub nutzen

Für Kinder und Jugendliche ist es zusätzlich spannend, wenn die Reise nach ihren Interessen unter ein Motto gestellt wird. Kleine und große Jungen besichtigen dann begeistert versteinerte Dinosaurierspuren in einem Steinbruch in Portugal (und das trotz strömendem Regen), rosagewandete Mädchen spielen während einer Führung Prinzessin im Schloss an der Loire. Und auch eine liebevoll geplante Fahrt zu den Römern in Bayern oder Rittern und Burgen im Pfälzer Wald kommt gut an. Eine super Tour für unsere Familie war die Reise auf den Spuren der Höhlenmenschen ins französische Perigord mit vielen Höhlenbesichtigungen.

Ebenso wichtig für die Urlaubsfreude sind die faulen Stunden auf einem lauschigen Rastplatz oder an einem Gewässer und selbst ausgemachte Zugvögel sollten ab und zu mehr als eine Nacht an einem Ort verbringen.

#Familien-Kastenwagen #Familienurlaub

Der Familienurlaub im Wohnmobil bedeutet viel Freiraum für Eltern und Kinder

Beim Besuch von Großstädten mit Kindern ist Camping ideal

Auch Großstädte haben für Kinder ihren eigenen Reiz. Ein Bummel durch Venedig mit seinen malerischen Ecken und Kanälen wird zur Schatzsuche nach einem besonders kleinen Glaselefanten. Die Stadtbesichtigung bei Dauerregen gestaltet sich durch einen Trip durch die, wie an einer Perlenschnur aufgereihten, Andenkenläden, bunt und abwechslungsreich. In Rom gehört neben den römischen Ruinen und den bekannten Plätzen und Brunnen unbedingt der Besuch in einer der berühmten Gelaterias zum Pflichtprogramm. Das Wohnmobil steht dabei sicher auf dem Campingplatz in Citynähe und nach den Abenteuern und Eindrücken des Tages genießt die ganze Familie die gewohnte Atmosphäre vor dem rollenden Heim. Die Kinder können hier ungestört herumtoben, ohne an die starren Benimmgrenzen eines Hotels zu stoßen. Und es finden sich fast immer Gleichgesinnte zum Plaudern.

Gesehenes verarbeiten

Mit Holzklötzen, Legosteinen und Playmobilfiguren entstehen nach einem erfüllten Tag immer wieder neue Interpretationen des Erlebten: Festungen, Burgen, Städte, Schlachtfelder, Häfen, Ausgrabungsstellen oder Kathedralen. Sie brauchen wirklich nicht viel Platz und sind unendlich variabel. Dadurch ist der Phantasie der kleinen Spieler keine Grenze gesetzt.

Die Dinette wird von Kindern im Wohnmobil gerne zum Spielen genutzt

Beim Spielen werden die Erlebnisse des Tages noch einmal erlebt

Nur ein Kind – was tun?

Auch mit nur einem Kind auf die Reise von Ort zu Ort zu gehen, ist gut möglich. Natürlich braucht es hier mehr Aufmerksamkeit von Seiten der Eltern. Dann heißt es gemeinsam Sandburgen bauen und miteinander spielen. Das Mitnehmen von Freunden gestaltet sich nicht ganz so einfach, wie es sich zuerst anhört. Denn welches andere Kind ist es gewohnt im Haus auf Rädern und noch dazu auf so engem Raum zu reisen? Unterschiede im Tagesablauf und in Gewohnheiten können zu Konflikten führen.

Vor einer längeren Fahrt empfiehlt sich deshalb eine Kurzreise auf einen bekannten Stell- oder Campingplatz, um sich gegenseitig zu „beschnuppern“. Größere Kinder können dann auch gerne in ein kleines Zelt vor dem Wohnmobil „verlegt“ werden. Bei der Reise ins Ausland die Vollmacht der Eltern nicht vergessen. Andererseits ist der Urlaub mit dem fremden Kind auch sehr bereichernd, da die Kinder sich miteinander beschäftigen und durch das neue Familienmitglied auch unbekannte Ecken an bekannten Reisezielen neu entdeckt werden können.

Ferien oder Nebensaison?

Familien mit kleinen Kindern sind nicht auf die Ferien angewiesen und entgehen dadurch überfüllten Campingplätzen, Stränden und Straßen. In der Nebensaison lässt sich überall ein schönes Plätzchen finden, ohne lange im Voraus zu reservieren. Kontakt zu anderen Kindern ist andererseits in der Ferienzeit leichter. Denn in der Nebensaison können im Ausland Reisetage vergehen, ohne dass andere deutschsprechende Kinder gesichtet werden. Kleineren ist das egal, sie spielen auch über Sprachgrenzen hinweg. Bei größeren sieht es dann schon anders aus. Da hilft es, sich auf dem Camping- oder Stellplatz direkt neben den Spielplatz oder „aufdringlich“ nah an ein Mobil mit sichtbaren Kinderutensilien zu platzieren.

Camping- oder Stellplatz

Mit Kindern gibt es gute Gründe für die Übernachtung oder den Aufenthalt auf einem Camping- oder auch auf einem Stellplatz. Natürlich ist auch frei übernachten möglich. Ein guter Mix bietet sich an. Die Annehmlichkeiten der sanitären Anlagen, ein gut ausgestatteter und gepflegter Spielplatz und vielleicht noch ein Schwimmbecken sind Vorteile des Campingplatzes, auf dem die Familie gerne einmal ein paar Tage verbringt. Auch können sich kleinere Kinder hier freier und geschützter bewegen. Nur sollte man auch hier die Racker gut im Auge behalten. Unser Zweijähriger war in Südfrankreich auf einmal verschwunden, da er sich alleine zum Spielplatz aufgemacht hatte. Noch heute sitzt uns der Schreck in den Gliedern.

Dagegen liegen Stellplätze oft in direkter Nachbarschaft von gewünschten Reisezielen oder verkehrsgünstig an der Reiseroute. Absolutes Highlight für die Eltern sind natürlich eine zusätzliche spektakuläre Aussicht oder landschaftlich reizvolle Lage.

Wichtig: Rechtzeitig Übernachtungsplatz suchen

Egal für was Sie sich entscheiden, rechtzeitig um einen Übernachtungsplatz kümmern ist gerade für Familien auf Tour wichtig. Es sorgt nur für zusätzlichen Stress, wenn zur verzweifelten Suche nach einer Zuflucht für die Nacht der Nachwuchs auf der Rückbank protestiert und Hunger schreit. Rund eine Stunde haben wir einmal in Schottland einen Campingplatz gesucht und nur dank der Unterstützung vieler netter Einheimischer auch gefunden. Denn Karte und Adresse und tatsächliche Lage passten nun gar nicht zusammen. Den an diesem Tag eigentlich vorgesehen empfohlenen Stellplatz, hatten wir wegen Müll und Verbotsschildern fluchtartig wieder verlassen.

Aber auch das gehört zum Abenteuer Familienurlaub. Los geht’s, viel Spaß dabei!


Erfahrungen von Hin-Fahren

Seit der Geburt unseres Sohnes waren wir erst mit dem VW-Bus und später dann mit zwei Kastenwagenmodellen in ganz Europa unterwegs. Mehrere Male haben wir dabei auch fremde Kinder mitgenommen. Auch mehrere Tage mit zwei Teenagern im Kastenwagen haben wir erprobt.

Hin-Fahr-Tipp

Getestete Reiseziele mit Kind

Südfrankreich, Höhle von Niaux: Felsmalereien aus der Steinzeit in einer Naturhöhle, es geht mit Taschenlampen auf Entdeckung. Natürlich gibt es auch einen Tipp für einen Campingplatz.

Normandie: Campingplätze, riesige Sandstrände, leckeres Essen, Besichtigungen

Nordspanien: Roadtrip auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostella

Getestete Campingplätze bei Großstädten

  • London: Camping Abbey Wood, grün, sehr nette Betreiber, mit der Bahn in den Ort (unbedingt reservieren)
  • Rom: Camping Village Flaminio, in einem kleinen Tal neben Sportstätten, viel grün, tolle Sanitairs, mit dem Zug in die Stadt
  • Lissabon: Camping Lisboa, Bäume, Schwimmbad, mit dem Bus in die Stadt

10 Tipps für den gelungenen Urlaub mit Kindern im Wohnmobil: Wo Übernachten, Besichtigungen, Pausen, Reisezeit #Wohnmobilurlaub #Kinder #Familienurlaub #FamilieWenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann pinne ihn doch gerne auf Pinterest.

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