Camper sind ganz besondere Menschen, die viel zu berichten haben. Alle sind verschieden. Es gibt unendlich viele Lebensentwürfe, Fahrzeuge und Reiseziele. Hier stelle ich Euch in Teil 3 meiner Porträtserie Steffi, Manu und ihre Hündin Maya von VANtastiCAMPER vor. Natürlich sind auch sie Kastenwagenfahrer.

Vantasticamper mit dem Pössl 2Win unterwegs in Marokko

Der Kastenwagen auf Wüstentour

Steffi und Manu über das Reisen und ihren Pössl

Auch das Team von VantastiCamper habe ich auf Instagram kennen gelernt. Es war ein ganz besonderes Foto ihres Pössl von oben fotografiert, das mir ins Auge stach. Aus einem Kommentar entwickelte sich ein netter Austausch und ich entdeckte, dass sie an sehr interessanten Zielen unterwegs sind.


Wer steckt im Kasten?

Das Team von VANtastiCAMPER

Steffi, Manu und Maya

Steffi (Stephanie)
34 Jahre, wohnhaft in Coesfeld, keine Kinder, verheiratet mit Manu 😉
Beruf: Friseurin und Salonleitung (gelernte Floristin)
Hobbys: unsere Tiere (Hündin Maya, Hühner Frieda & Petra), Reisen mit dem Womo, Fotografieren
Lebensphilosophie: Travel as much as you can!

Manu (Manuel)
38 Jahre, wohnhaft in Coesfeld, keine Kinder, verheiratet mit Steffi 😉
Beruf: Lokführer
Hobbys: Reisen mit dem Womo, Fotografieren (Nikon D5300)
Lebensphilosophie: Genieße Dein Leben!

Maya (Mischlingshündin)
9 Jahre, wohnt in Coesfeld, keine Kinder
Hobbys: Reisen im Womo, zocken am Strand & im Schnee, Frisbee spielen

Fahrzeug

  • Pössl 2Win auf Citroen Jumper, klassische Aufteilung, Bj 2014
  • Länge 5,99, Breite 2,05, Höhe 2,65, 3,5 Tonnen
  • 2 Aufbaubatterien

Wie Seid Ihr zum campen gekommen?

Kastenwagen von Pössl fährt durch ein Tor einer marokanischen Stadt

Unterwegs in Marokko

Wir haben vor 15 Jahren ganz klein angefangen. Anfangs sind wir mit dem Auto am Wochenende oft ans Meer gefahren oder haben Städte besucht wie Prag oder Paris. Übernachtet haben wir dann im Auto auf einfachen Parkplätzen. Abends saßen wir im Klappstuhl vorm Auto, die Gitarre war auch oft dabei. Dann haben wir uns ein Zelt gekauft und sind mit unserer Ente (Citroen 2CV) zum Zelten an den Wochenenden nach Holland ans Meer gefahren. Im Sommer sind wir runter nach Spanien oder Frankreich, entweder mit dem Auto oder dem (Nacht-) Zug. Einmal sind wir als Backpacker mit dem Interrrail-Ticket durch Süd-Spanien und Süd-Frankreich getingelt.

Als unser erster Winterurlaub anstand, mussten wir eine Alternative finden, da Hotelurlaub für uns nicht in Frage kam. Wir wollten frei sein und auf keinen Fall zwei Wochen am Stück auf dem gleichen Fleck verbringen. Irgendwie kamen wir dann auf die Idee uns ein Wohnmobil zu leihen.  Das war ein Kastenwagen, Knaus Boxter. Damit ging es dann zehn Tage durch Süd-Norwegen, ein großes Abenteuer für uns damals. Wir waren vom ersten Kilometer an begeistert und haben seitdem jedes Jahr wieder einen Kastenwagen geliehen, bis wir genug Geld für unseren ersten eigenen zusammen hatten.


Ist die Begeisterung für das mobile Reisen geblieben?

Absolut JA!!! Unsere Begeisterung wächst von Kilometer zu Kilometer, von Jahr zu Jahr, von Land zu Land! Letztes Jahr im Dezember hatten wir 10-jähriges Womo-Jubiläum. Und wir fahren mittlerweile schon unser drittes eigenes Wohnmobil!

Frühstück vor dem Wohnmobil mit Blick aufs Wasser

Das erste eigene Wohnmobil

Als wir noch geliehen haben, sind wir nur eine Tour im Jahr gefahren – auch meistens in der Nebensaison im Winter oder Frühjahr, das war einfach günstiger. Wir wollten ja auch für ein eigenes Womo sparen und sind weiterhin im Sommer mit dem Zelt unterwegs gewesen. Später haben wir uns dann auch im Sommer mal ein Wohnmobil geliehen, ich glaube unsere erste Sommer-Tour ging durch Portugal. Nach drei Jahren hatten wir etwas Geld zusammen, für einen anständigen Kastenwagen war es aber leider noch zu wenig, wir wollten aber natürlich unbedingt ein eigenes Womo.

So wurde es ein über 20 Jahre alter Hymer Eriba, Alkoven, berichtet Steffi mit einem riesigen Smiley.

Der war sehr abenteuerlich, halt sehr alt und mit Lenkradschaltung! Unsere erste Tour mit dem Hymer ging hoch zum Nordkapp, da haben wir dann direkt gemerkt, dass es leider das falsche Wohnmobil für unsere Art zu reisen ist. Kühlpausen und grad mal 100 Km/h bergab war zwar abenteuerlich, aber nicht wenn man für die Tour nur drei Wochen Zeit hat. Also haben wir weiter gespart und uns ziemlich genau ein Jahr später unseren ersten eigenen Kastenwagen gekauft!!! Ein Pössl 2Win, Fiat Ducato, Baujahr 2005, nur 5,60 meter lang, Super!!!

Kastenwagen von Pössl im Gebirge

Atemberaubender Blick auf die Berge

Mit diesem Womo haben wir viele tolle Touren gefahren, bis wir uns dann vor drei Jahren unseren jetzigen Kastenwagen leisten konnten, und zwar niegelnagelneu!!!

Seit dem Kauf unseres ersten Womos sind wir mindestens zweimal, manchmal sogar dreimal im Jahr unterwegs! Je nachdem wie oft/lange wir Urlaub bekommen. Auch am Wochenende, wenn wir zu Freunden fahren, die weiter weg wohnen, nutzen wir das Womo regelmäßig! So haben wir auch immer die Möglichkeit Maya mitzunehmen. Das Womo ist ihr zweites Zuhause, sie ist das erste Mal mit uns gereist, da war sie vier Monate alt.


Was ist für Euch das Besondere an dieser Reiseart?

Kastenwagen steht neben einer Palme am Meer

Erste Reihe am Meer

Mit dem Womo unterwegs zu sein bedeutet für uns Freiheit. Im Alltag gibt es genug Zeiten und Termine an die man sich halten muss, deswegen wird bei uns jede Reise nur grob geplant. Das Meiste ergibt sich unterwegs spontan und das sind dann die schönsten Erlebnisse, Orte und Begegnungen! Außerdem ist man frei im Kopf und kann sich ganz auf das hier und jetzt konzentrieren.

Schon mit dem Zelt waren wir nie länger als ein bis zwei Nächte auf dem selben Campingplatz. Wir wollten schon immer möglichst viel vom jeweiligen Reiseland sehen. In einer drei bis vierwöchigen Tour sind 7000 gefahrene Kilometer nicht wenig für uns! Mit dem Womo fahren wir allerdings nicht auf Campingplätze. Wir bleiben, wo es uns gefällt und wir niemanden stören! Wenn auf unserer Route ein kleiner, naturbelassener super schön gelegener Campingplatz liegt übernachten wir dort aber auch mal gerne! Wir wählen unsere Reiseländer danach aus, wo wir frei stehen können und die Landschaft sehr abwechslungsreich ist!

Kastenwagen steht direkt am Strand

Schöner Platz am Strand

Wir lieben es, wenn wir einen Tag am Meer schnorcheln und am nächsten Morgen durch die Berge fahren können. Wir fahren meist die kleinen Örtchen an, was bedeutet die Länder von einer ganz andern Seite kennen zu lernen. Du schläfst an den wundervollsten Stränden (ohne Hotelbunker Hintergrund!!!), isst in Restaurants bei den Einheimischen und lernst Gleichgesinnte und Einheimische kennen. Wir sind quasi da, wo Pauschalreisende nicht sind, fernab vom Massentourismus!


An welches Erlebnis auf Euren Reisen erinnert Ihr Euch am liebsten?

Schnee auf der Straße, hohe Schneeberge neben der Straße, vereister Pössl

Eine echte Herausforderung: Nordkaptour mit dem Wohnmobil im Winter

Für mich (Steffi) ist es definitiv unsere dreimonatige Reise auf die Kanaren. Wir haben uns 2013 eine kleine Auszeit gegönnt und sind mit unserem Womo vom spanischen Festland zum Inselhopping auf die Kanaren übergesetzt. Daran erinnere ich mich oft und gerne zurück, grade weil wir dort mit dem Womo so ziemlich alleine unterwegs waren und zum anderen natürlich weil wir drei Monate im Womo leben konnten! In der Juni Ausgabe der Zeitschrift Clever Campen ist ein Bericht über unsere Kanarenreise erschienen! Wir durften fünf Seiten mit tollen Erinnerungen und Fotos füllen.

Aber auch an unsere Reisen im Winter durch Lappland erinnere ich mich gerne. Das erste Mal Polarlichter zu sehen war schon magisch. Und wenn sie Dir dann noch auf den Weg abends hoch zum Nordkapp folgen, ist es unbeschreiblich!!!

Auch das Leben in unserem nicht isolierten Kastenwagen bei -40 Grad ist immer wieder ein Abenteuer, kommentiert Steffi scherzhaft.

Für Manu ist es die Tour mit unserem ersten eigenen Womo (dem Hymer) zum Nordkapp! Er erinnert sich oft an den Moment, als uns kurz vorm Nordkapp eine Herde Rentiere auf der Strasse begleitete. Das war wirklich schön!

Hund schaut aus dem Wohnmobilfenster des Pössl

Maya beobachtet fasziniert die Rentiere vor dem Fenster

Besondere Begegnungen hat man mit den Leuten, mit denen sich später eine Freundschaft entwickelt. Das können ebenfalls Reisende sein, aber auch Einheimische. Auf fast jeder Reise besuchen wir Menschen, die wir irgendwo auf der Welt kennen gelernt haben. Eine dieser Begegnungen ist für mich (Steffi) ganz besonders: 2013 haben wir auf den Kanaren Christian & Marita aus Österreich kennengelernt. Beide waren mit dem Flieger gekommen und haben sich dort für zwei Wochen ein Womo geliehen. Wir haben ein paar schöne Tage zusammen dort verbracht. Ich hatte eine schwere Knie-OP hinter mir und hatte noch starke Problem damit. Christian hat mir sehr geholfen. Wäre ich ihm nicht begegnet, wäre für mich vieles anders im Sinne von Negativ gelaufen! Uns verbindet seitdem eine Freundschaft und wir sehen uns mindestens einmal im Jahr!

Kastenwagen kurz vor dem Nordkapp

Unterwegs zum Nordkapp

Pleiten, Pech und Pannen sind immer die Geschichten, über die  man später lachen kann :-). Ich erinnere mich noch gut an unsere allererste Womo-Tour im Winter durch Südnorwegen. Da ist so einiges schief gelaufen. Zudem waren wir ja noch total unerfahren mit dem Womo und was das Wintercamping betrifft ja sowieso! Manu ging abends aus dem Womo, um den Abwasserhahn zu öffnen. Ja genau, im Winter bei -10 Grad. Genau!!! Hätte man sich denken könne!!! Er kam dann mit dem Hahn in der Hand zurück ins Womo. Für den Rest der Tour konnten wir dann also kein Wasser mehr in den Becken ablassen, der Tank war bereits voll und ließ sich jetzt ja nicht mehr öffnen.
Eine Nacht später standen wir am Ufer eines Fjordes, es war Silvester. Nachts randalierte jemand an unserem Leihwomo, während wir darin schliefen. Ich werde die Schreie und das Hämmern gegen das Womo nie vergessen. So erschreckt haben wir uns in unserem Leben noch nie. Es waren Jugendliche. Sie hinterließen ein kaputtes Fenster, eine kaputte Toilettenklappe, zahlreiche Kratzer und uns eine Rechnung von 400 Euro zu der am Ende des Urlaubs auch noch die Reparatur für den Abwasserhahn kam. Eine weitere Nacht später ging uns dann auch noch das Gas aus. Wir hatten uns auf den Vermieter verlassen, der meinte wir würden mit dem Gas locker auskommen! Pustekuchen!!! Ohne Handy/ Internet war es damals gar nicht so einfach in einem fremden Land eine Nachfüllstation für Gasflaschen zu finden, und dann auch noch für deutsche! Wir waren zwei Tage und Nächte ohne Gas, also auch ohne Heizung! Das hieß schlafen in voller Montur, mit Mütze und Schal!

Aber das alles hat uns nicht davon abgehalten, das Campen im Kastenwagen einfach nur toll zu finden und uns im nächsten Jahr direkt wieder eins zu leihen!


Was sind Deine Lieblings-Hin-Fahr-Reiseziele?

Pössl 2Win in der Wüste

Wohnmobiltouren unter extremen Bedingungen reizen Manu und Steffi

Wir waren schon in über 22 Ländern und auf mehr als 18 Inseln (Zählt man auch die durchfahrenen mit, sind es noch mehr). Besonders gefallen uns Länder mit abwechslungsreicher Landschaft und Länder/Inseln, die nicht so mit Hotels verbaut sind. Wir fanden da Griechenland und Marokko wunderbar! Aber auch Sardinien und die Kanaren waren ein Traum!

Unser absoluter Lieblings-Hin-Fahr-Reiseziel ist allerdings Skandinavien! Wir sind mindestens einmal im Jahr dort unterwegs, zu allen Jahreszeiten. Meistens geht es nach Norwegen! Für uns als Freisteher mit Hund ist es wunderbar!

Kastenwagen Pössl 2Win mit Nordlicht

Besondere Erlebnisse: Nordlicht in Nordnorwegen

Die Landschaft wechselt von traumhaften Stränden zu Bergen und Fjorden und jedesmal findet man neue noch schönere Wege, Plätze und Orte! Ob zur Mittsommernacht oder im Winter bei totaler Finsternis und Polarlichtern, es ist jedesmal wieder eine Reise wert!

Ganz oben auf unserer Liste stehen noch Irland & Schottland, die Türkei und Tunesien! Als Inseln interessiert uns noch total Island, die Liparischen Inseln und die Balearen … ach … es gibt noch so viel zu sehen in Europa!!! Aber auch eine weitere Verschiffung wäre toll, nach Amerika zum Beispiel. Da bräuchte man dann aber wieder eine kleinere Auszeit. Wir arbeiten daran.


Warum habt ihr euch für den Pössl 2Win entschieden?

Kastenwagen zum Hausboot umfunktioniert

Schiff ahoi, der Pössl wird zum Hausboot

Wir haben ja schon damals nur Kastenwagen geliehen, das war einfach am günstigsten und passendsten für unsere Reiseart. Es waren immer andere Modelle, sowohl vom Fahrzeug her als auch vom Innenausbau. So wussten wir als wir gekauft haben schnell, was wir wollten und was nicht! Auch nach unserem Hymer war uns klar, dass der Kastenwagen für unsere Art zu Reisen ideal ist. Wir fallen als Freisteher nicht so auf, sind wendig und Mobil! Außerdem nutzen wir ihn privat als Zweitwagen. Deswegen haben wir uns vor drei Jahren auch für einen Neuwagen entschieden. Er soll uns sicher überall hinfahren, ohne dass ständig was dran ist, wie man es ja von alten Fahrzeugen so kennt. Außerdem wollen wir ihn viele Jahre fahren. Es ist unser zweites Zuhause und das will man ja nicht alle paar Jahre ändern.

Just married - Kastenwagen mit angehängten Dosen

Der Pössl macht auch als Hochzeitsauto eine gute Figur

Uns war immer wichtig ein Fahrzeug zu haben mit dem wir autark sind. Das heißt, wir wollten immer eine Toilette und Dusche mit an Board haben, da wir ja keine Campingplätze anfahren. Somit kam uns der Gedanke an Selbstausbau oder VW-Bulli erst gar nicht! Die Aufteilung vom Pössl 2Win fanden wir für uns am Besten. Gestört hat mich (Steffi) allerdings schon immer die Badtür! Es gibt andere Modelle, die haben da eine Schiebetür, dafür stimmt vieles andere aber nicht! Eigentlich hatte ich auch vor selber eine Schiebetür einzubauen, ich bin aber noch nicht dazu gekommen.

Geändert haben wir nur Kleinigkeiten. Eingerichtet von Geschirr bis zur Deko, sind wir hauptsächlich mit schönen Dingen von unseren Reisen. Die Sitzbezüge habe ich (Steffi) neu bezogen und passende Gardinen genäht.


Was macht VantastiCamper auf Instagram?

instagram-Fotos der Kastenwagenfahrer von Vantasticamper

Das Instagram-Profil von VANtastiCAMPER

Wir sind erst seit ein paar Wochen auf Instagram. Wir werden oft gefragt von Reisenden oder Freunden, ob sie unsere Touren verfolgen können, und da haben wir uns nach zehn Jahren mal gedacht, okay. Instagram erschien uns da passend! Sonst findet man uns nirgendwo und das soll auch so bleiben, wir wollen uns nur auf eine Sache konzentrieren. Von unserer Reise zu den Kanaren gab es damals einen Reiseblogg!

Schön an Instagram ist es auch auf Gleichgesinnte zu treffen, neue Leute kennen zu lernen und sich auszutauschen.
Der Name ist entstanden da wir etwas gesucht haben ohne unsere Namen, aber wobei man schon auf den ersten Blick erkennt, was uns ausmacht und worum es geht: “Van-Fantastic-Camper”. Eigentlich sollte das “C” auch doppelt sein. „VantasticCamper“ sieht aber beim Schreiben doof aus. Es wird hoffentlich bald ein Logo geben, da wird es dann ersichtlicher.


Schaut doch mal bei Steffi, Manu & Maya rein

www.instagram.com/vantasticamper/

Fotos

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von @vantasticamper


Danke liebe Steffi für dieses tolle Interview.


Porträt der Kastenwagenfahrer Steffi, Manu und Maya und ihres Pössl 2Win Kastenwagen #Wohnmobil #Camper #FahrzeugwahlWenn Euch dieser Beitrag gefallen hat, dann pinnt ihn doch auf Pinterest.

Ich freue mich auch über Kommentare und Anregungen.