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Mit dem Wohnmobil durch die Normandie – Teil 4: Landungsstrände

Wir fahren zu den Landungsstränden in der Normandie mit dem Wohnmobil. Immer weiter zieht es uns bei unserer Wohnmobiltour durch Nordfrankreich die Küste entlang und an Seebädern und schönen Stränden vorbei, bis zu den Landungsstränden. Diese haben die Namen Sword Beach, Juno Beach, Gold Beach, Omaha Beach und Utah Beach. Die Normandie ist eines unserer liebsten Reiseziele für eine Campingreise in den Osterferien. Hier erfährst Du mehr zur Reiseroute, Campingplätzen, Stellplätzen und Sehenswürdigkeiten

Wohnmobiltour: Die Landungsstrände in der Normandie

Tafel oberhalb des Omaha Beach mit den Ereignissen an den Landungsstränden am 6. Juni 1944

Die Region hat den Namen von den Ereignissen am Ende des Zweiten Weltkrieges. Auf den großen schönen Sandstränden landeten die Alliierten am 6. Juni 1944. Der D-Day war eine der bedeutendsten Militäroperationen des 20. Jahrhunderts – noch heute kommen zahlreiche Besucher aus aller Welt, um diesen Teil der Geschichte nachzuvollziehen.

 

Die Anfahrt und das Seinetal habe ich ausführlich in Teil 1 unserer Wohnmobiltour durch die Normandie beschrieben. In Teil 2 unserer Wohnmobiltour fahren wir entlang der Alabasterküste zwischen Le Tréport und Le Havre und in Teil 3 geht es um die Blumenküste zwischen Honfleur und Houlgate.

ROADTRIP Frankreich: NORMANDIE MIT DEM WOHNMOBIL

Panzer am Gold Beach

Wohnmobiltour Normandie: Überall an den Landungsstränden erinnern Panzer und andere Fahrzeuge an die Ereignisse von 1944

An den schönsten Ecken der Region der Landungsstrände grasen Kühe und Pferde zwischen Bunkerresten und Denkmälern. Neben den unendlichen feinen Sandstränden stehen alte Panzer und die Kriegsgräberfriedhöfe der verschiedenen Nationen sind allgegenwärtig. Mehr als 100.000 Menschen starben während der Kämpfe in diesem Teil Frankreichs: Amerikaner, Franzosen, Briten, Deutsche, Kanadier, Polen und auch Mitglieder anderer Nationen. Dazu kommen die Opfer unter der zivilen Bevölkerung. Ausstellungen, Denkmäler, Bücher, Postkarten, Filme und „Souvenirs“ erinnern daran. Aber die Region ist auch eine alte Kulturlandschaft.

Ein alter „Comic“ in Bayeux

Einen Abstecher von der Küste machen wir zur kleinen Stadt Bayeux. Schon von weitem können wir den Turm der mächtigen Kathedrale sehen. Bei unserem Spaziergang durch die Stadt nehmen wir uns viel Zeit für die Besichtigung und essen in einem der gut besuchten Restaurants ein festliches Sonntagsmenu.

Mit dem Wohnmobil in die Normandie: Die Kathedrale von Bayeux liegt am Rand der Altstadt

Die Kathedrale in Bayeux ist ein mächtiges gotisches Bauwerk

Normandie mit dem Wohnmobil: Fachwerkhaus in Bayeux

In der Altstadt von Bayeux stehen viele alte Fachwerkhäuser im „normannischen“ Stil

Neben dem sehenswerten historischen Ortskern ist hier unser Ziel das Musée de la Tapisserie und der mittelalterliche „Teppich von Bayeux“ aus dem elften Jahrhundert. Dieser zeigt in anschaulichen gestickten Bildern, fast wie ein „mittelalterlicher Comic“, die Geschichte der Eroberung Englands durch die Normannen in der berühmten Schlacht von Hastings (1066).

Ritter, Bauern, Jagdhunde, Boote, Schiffsbau, Schlachten und vieles mehr wird hier lebendig. Ganz verzaubert verfolgten wir das damals Geschehene mittels Audio-Guide und auch unser Sohn macht am Ende des fast 70 Meter langen Kunstwerks wieder kehrt, um ja nichts zu verpassen. Zum Schutz des Teppichs ist fotografieren hier nicht gestattet, ich danke dem Bayeux Museum für die beiden schönen Bilder, die mir zur Bebilderung zur Verfügung gestellt wurden (@Bildrechte Bayeux Museum).

Unser Kastenwagen steht während der Besichtigung auf dem kleinen Wohnmobilstellplatz im an das Zentrum angrenzenden Wohngebiet. Bayeux hat übrigens auch einen schönen einfachen Campingplatz.

Zurück an die Landungsstrände nach Arromanches-les-Bains

Oberhalb von Arromanches-les-Bains am Gold Beach haben Besucher von einem eigens eingerichteten Parkplatz, auf dem Wohnmobile mit herrlicher Sicht auf die langgestreckte Küste und das Meer übernachten dürfen, einen Blick auf den künstlichen Hafen Mulberry, den die Alliierten 1944 hier errichtet haben. Hier Oben ist auch „Arromanches 360“ untergebracht, ein Rundumkino mit Informationen und Filmen zu den Ereignissen an diesem Teil der Küste, ein wichtiger Besuchspunkt.

Im Ort gibt es einen Wohnmobilstellplatz und auch einen Campingplatz. Beim Spaziergang bläst uns der Wind ordentlich um die Ohren. Auf dem großen Strand liegen noch Reste des künstlichen Hafens und an allen Ecken erinnern Souvenirs und Kriegsreste an die Vergangenheit und die Landung er Alliierten.

Dies alles ist kombiniert mit Gebäuden und Einrichtungen, die in einem Seebad nicht fehlen dürfen. In einem kleinen Restaurant ein wenig abseits essen wir ein einfaches aber sehr gutes Mittagsmenu, den Nachtisch hat die ältere Dame in der Küche noch selbst gezaubert. Ein echter Glücksfall, das denken auch die Franzosen und Spanier an den Nachbartischen.

Amerikanischer Soldatenfriedhof Omaha Beach

Beim Besuch des amerikanischen Soldatenfriedhofs von Omaha Beach bei Colleville-sur-mer, ein Stück weiter entlang der Küste, betreten wir amerikanisches Gebiet. Der große Parkplatz bietet reichlich Parkraum für Reisemobile jeder Größe, das Übernachten ist allerdings nicht gestattet, nachts wird das Tor geschlossen. Fast 9.400 Soldaten sind auf einem großzügigen und sehr schön angelegten Gelände bestattet. Wirklich berührend ist auch die Besichtigung des Museums mit sehr gut und aufwendig gemachten Filmen über die Soldaten und ihre Familien. Uns ist das Ganze sehr nahe gegangen und unser Sohn konnte es kaum aushalten. In lichten Reihen stehen die weißen Kreuze und Grabsteine hoch über dem Meer, ganz in der Nähe der Orte, wo bei der Landung so viele Soldaten starben.

Beim Betrachten der Landschaft wird klar warum. Die Steilküste musste erklommen werden (die Klippen sind hier rund 30 Meter hoch), und das unter ständigem Beschuss durch die deutschen Stellungen, die dieses Stück Küste heftig verteidigten. An diesem Teil der Landungsstrände war der Widerstand besonders groß.

Unten am Strand beobachten wir lange einen Fischer, der sein Boot mit einem Trecker ins Wasser lässt, und Trabrennfahrer, die den großen Strand zum Training nutzen. Die einzige Möglichkeit für Parken mit ungestörtem Meerblick, ist ganz am Ende der Straße.

Weiter zum deutschen Soldatenfriedhof La Cambe

Neben Stränden und Meer sind bei unserer Normandiereise die Begegnungen mit anderen Menschen das Salz in der Suppe. Auf einem spektakulären Aussichtspunkt mitten im Nirgendwo, haben wir andere Pfälzer getroffen. Bei heimischen Bratwürsten und Sauerkraut, die sie großzügig mit unserem immer hungrigen Kind teilten, erzählten sie von ihren Erlebnissen in der Normandie. Beide rund 80 Jahre alt, schlichen sie mit einem nur mit bestem Willen als gute Landkarte bezeichenbaren Atlas gerüstet, zur Sicherheit nachts mit einer alten Armeepistole unter dem Kopfkissen schlafend und einem kleinen giftigen Hund dabei, durch das fremde Land.

Das Ziel der Beiden war das Grab seines Bruders auf dem deutschen Soldatenfriedhof von La Cambe. Und auch wir machten uns nach der Begegnung auf den Weg dorthin und besuchten das Grab des jungen Soldaten auf dem weitläufigen grünen Gelände mit den einfachen Steinkreuzen.

Hier liegen über 21.000 gefallene Deutsche. Schön sind die hohen Bäume zwischen den Grabreihen mit dem liebevoll gepflegten Rasen.

Im Zentrum liegt ein sechs Meter hoher Tumulus, von dem sich ein anderer Blick auf die Kriegsgräberstätte eröffnet. Im Besucherzentrum wird genau erklärt, wie die Franzosen bereits kurz nach dem Krieg den zuvor an den verschiedensten Stellen bestatteten toten Feinden eine würdevolle Ruhestätte schufen.

Vor dem deutschen Kriegsgräberfriedhof vor La Cambe

Über 1200 kleine Ahornbäume wurden entlang der Auffahrt als Friedenspark gepflanzt. Auf der Stelle steht „“Kriegsgräber sind die großen Prediger des Friedens“

Entlang der Zufahrt wurde aus Ahornbäumen ein „Friedenspark“ gepflanzt. Startpunkt  ist ein Gedenkstein mit einem Zitat von Albert Schweitzer. „Kriegsgräber sind die großen Prediger des Friedens“, steht darauf. In La Cambe wird dies weit deutlicher als auf dem wesentlich aufwendiger angelegten spektakulären amerikanischen Soldatenfriedhof, den wir vorher besucht haben. Der Besuch hinterlässt bleibende Erinnerungen. Die Pflege liegt in den Händen des „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“, den ich seit diesem Besuch immer wieder gerne mit einer Spende unterstütze.

Ein Tag am Strand am Utah Beach

Nicht nur hier wird uns während unserer Normandie-Reise das Geschehen rund um den „D-Day“ in Erinnerung gerufen. Immer wieder treffen wir auf Veteranen, die diese Zeit miterlebt haben. Viele Amerikaner, Kanadier und Briten sind zusammen mit ihren Familien auf den Spuren ihrer Jugend unterwegs, die sie fern der Heimat zugebracht haben, auch mit dem Wohnmobil. Wir als deutsche Familie – ebenfalls auf Tour in dieser Region – treffen auf vorsichtigen Respekt und Wohlwollen. Und dies trotz der belastenden Vergangenheit, die die Völker verbindet.

Noch positiver ist die Stimmung ein Stück weiter die Küste entlang. Direkt neben dem Monument am Utah Beach befindet sich hinter der Düne einer der weitläufigen Sandstrände, an dem die Landung stattfand. Hier lässt es sich nach Herzenslust Burgen bauen, Gräben ziehen und Wellen hüpfen – ein schöner Ort zum Verweilen. Mit etwas Glück sind auch Seehunde ganz nah am Strand zu beobachten, wir haben sie gesehen.

Wir fahren immer gerne wieder in diese Region. Trauer, Erinnerung und Lebensfreude gehören an den Landungsstränden der Normandie, die wir auf unserer Wohnmobilreise besucht haben, zusammen. Aber genau diese Verbindung aus Geschichte, Landschaft und Freiheit bedeutet einen besonderen Reiz.

Wie Du Deine Reise entlang der normannischen Küste auf dem Cotentin und bis zum Mont-Saint-Michel weiter fortsetzen kannst, erfährst Du hier.


Hin-Fahr-Tipps Normandie mit Wohnmobil

Besichtigung

Teppich von Bayeux, Le Musée de la Tapisserie de Bayeux, Centre Guillaume Le Conquérant, Rue de Nesmond, 14400 Bayeux, Homepage: www.tapisserie-bayeux.fr. Ich bedanke mich für die beiden schönen Fotos, die mir die Pressestelle zur Verfügung gestellt hat.

Deutscher Soldatenfriedhof in La Cambe, direkt an der N13 gelegen. Beschreibung auf der Homepage des Volksbundes.

Normandy American Cemetery and Memorial, Colleville-sur-Mer, Frankreich, großer Parkplatz davor mit reichlich Platz fürs Wohnmobil (übernachten verboten), sehr interessantes Museum, sehr emotionale Filme, aufwendig gemacht. Mehr Informationen gibt es auf der englischsprachigen Webseite.

Stellplätze und Campingplätze Normandie

Arromanches-les-Bains
Bayeux

Ganzer Roadtrip Normandie mit Wohnmobil

  • Normandietour Teil 1: Anfahrt und Seinetal
  • Normandietour Teil 2: Alabasterküste
  • Normandietour Teil 3: Blumenküste

Danke

Ich danke dem Musée de la Tapisserie de Bayeux für die beiden sehr schönen Fotos des Teppich.


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Ich freue mich auch über Kommentare und weitere Anregungen, denn in diese Region zieht es uns immer wieder zurück.