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Nordkap-Tour 3: Südschweden – Ystad, Archäologische Highlights und schöne Landschaft

Für unsere Nordkaptour mit dem Wohnmobil haben wir uns für die Anreise durch Schweden und Finnland entschieden. Eine gute Wahl, denn so kommen wir schnell voran. Unterwegs schauen wir uns in Südschweden aber noch einige Highlights an und fahren dann nach Stockholm weiter. Hier erfährst Du mehr zu unserem Besuch in Ystad, der Schiffsteinsetzung Ales Stenar und dem Königsgrab von Kivik.

Roadtrip zum Nordkap mit dem Wohnmobil durch Schweden

Nach Schweden sind wir über die Fähre von Fehmarn nach Dänemark und die Öresundbrücke gekommen. Unser erstes Ziel in Südschweden ist  Ystad, die Heimat von Kommissar Kurt Wallander. Schon gleich nach der Öresundbrücke ist die Stadt am Meer ausgeschildert. Langsam tasten wir uns mit dem Camper ans schwedische Fahrgefühl heran. Straßenschilder, Straßenführung und Regeln sind fremd. Aber das Fahren ist irgendwie auch gemütlich, trotz des Berufsverkehrs. Schon hier ganz im Süden von Schweden gibt es viel zu sehen: durchs Feld schleicht ein Fuchs und an einem Bauernhof stehen ein paar Flugzeuge und Flugzeugteile im Hof.

Besuch in Ystad

In Ystad gibt es zwei Stellplätze für Reisemobile. Wir entscheiden uns für den neben der Kläranlage und finden noch ein schönes Plätzchen neben einem Schweden in der zweiten Reihe.

Wir finden einen schönen Platz auf dem Wohnmobilstellplatz am Rand von Ystad

Wohnmobilstellplatz am Stadtrand von Ystad, direkt an der Ostsee und einem kleinen Strand

Das ist wirklich ein Traum hier. Der Platz punktet mit Blick aufs Meer, Bäumen, die für Schatten sorgen, und Plumpsklos. Er ist sehr beliebt und jetzt kurz nach 17 Uhr schon fast voll. Der kleine Strand vor dem Platz ist für Hunde erlaubt. Ein paar Vierbeiner toben hier durchs Wasser. Einladend sind auch die Picknicktische auf der Wiese, auf die sich leider  trotz Absperrung ein paar Womos geschlichen haben. Leider haben fast alle deutsche Kennzeichen. Na hoffen wir, dass die Schweden mit uns Geduld aufweisen.

In der Nähe vom Wohnmobilstellplatz: Fischerboote am Weg entlang der Ostseeküste

Der Weg in die Stadt führt direkt an der Küste entlang

Der Spaziergang in den Ort geht über einen kleinen Weg direkt am Meer entlang. Hier stehen kleine Fischerhäuschen, ehemalige Bunkeranlagen und viele Bänke für Pausen mit Blick aufs Meer. Vor dem Ort geht der Spaziergang über eine Promenade entlang schön angelegter Gärten.

Am Jachthafen steht auch schon das erste Wohnmobil auf den Plätzen, wo sonst die Schiffe überwintern. Der Platz wird ab Juni als Wohnmobilplatz genutzt und ist noch nicht sehr einladend. Uns gefällt der Stellplatz außerhalb etwas besser (natürlich). Hier  sind die Nähe zur Stadt und die Sanitäranlagen des Hafens klare Vorteile.

Im Sommer wird der Platz an der Marina in Ystad als Wohnmobilplatz genutzt

An der Marina in Ystad

Langsam bummeln wir durch die Gassen und entdecken überall sehr schön gepflegte und liebevoll restaurierte Häuser und Häuschen. Über 300 Fachwerkhäuser gibt es hier, sie sind Boutiquen, Restaurants und Privathäuser. Einige Gassen haben sogar noch das alte Kopfsteinpflaster.

Ystad hat ein altes Kloster aus dem 13. Jahrhundert

Das im 13. Jahrhundert gegründete Gråbrödraklostret in Ystad

Unser Ziel ist das Kloster, um das sich die Stadt angeordnet hat. Gråbrödraklostret wurde 1267 vom Franziskanerorden gegründet. Leider sind die impossanten Backsteingebäude (heute als Museum genutzt) jetzt in den frühen Abendstunden geschlossen. Das Gelände rundherum ist schön angelegt und wir erhalten einen guten Einblick, wie das Kloster einmal ausgesehen hat.

Die Stadtkirche ist aber geöffnet. Die St. Maria kryka ist das älteste Gebäude der Stadt.

Die Kirche ist das älteste Gebäude in Ystad

Die Kirche St. Maria in Ystad ist in Backseinbau gebaut.

Eine Jugendgruppe probt gerade Lieder, aber auch sonst halten sich viele Menschen in dem Gotteshaus auf.  In einer Ecke gibt es eine Art Wohnzimmer, in einer anderen eine Spielecke und auf den Bänken sind überall Hinweise mit dem Passwort für das W-Lan aufgeklebt. Die Kirche scheint eine Anlaufstelle auch für Nichtkirchgänger zu sein. Am Platz neben dem Rathaus trinken wir ein Bier und genießen das schöne Ambiente der liebevoll gepflegten Stadt.

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Beim Bummel durch Ystad gibt es viele schöne Ecken zu entecken

Wir verbringen eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz, vor  dem aufgekommenden Wind schützen uns unsere Wohnmobilnachbarn. Nachts riecht man ein wenig die Kläranlage, aber das stört uns für eine Nacht nicht.

Entlang der südschwedischen Küste

Von Ystad ist es nicht weit nach Ales Stenar

Schon vor acht rollen wir vom Platz und biegen rechts ab, wir wollen ein wenig an der Küste entlang fahren. Ystad ist größer, als wir gedacht haben. Im Museum sehen wir eine Touristeninformation. Leider haben wir es verpasst, uns mit den hier angebotenen Informationen zu Kommissar Wallander einzudecken. Es gibt eine deutschsprachige Broschüre mit den Schauplätzen der Krimis und auch Stadtführungen auf den Spuren des beliebten Kriminalinspektor, zum Beispiel mit dem Feuerwehr-Oldtimer. Und auch eine App für das Mobiltelefon hilft bei der Spurensuche in der Stadt. Sein Wohnhaus zum Beispiel liegt in der Mariagatan. Bestimmt sind wir unbewusst irgendwo in der Nähe vorbei gekommen. Also müssen wir noch einmal wiederkommen. Auch Backåkra, den Sommerwohnsitz von UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld, der 1961 ums Leben kam, haben wir verpasst.

Der Weg zur Schiffsteinsetzung ist gut ausgeschildert

Die Schiffsteinsetzung Ales Stenar ist ein beliebtes Reiseziel in Schweden

Auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel Ales Stenar, das etwa 20 Kilometer weiter westlich liegt, kommen wir durch lichten Wald. Überall darin sind kleine Häuschen versteckt, die Schweden lieben wohl ihren Wald, ist unser Gedanke. Immer wieder geht es ab zu kleinen Parkplätzen am Meer, das nur ein paar Meter neben der Straße liegt. Die Fahrt führt uns durch hügeliges grünes Land, das für die Landwirtschaft genutzt wird.

Schiffseinsetzung Ales Stenar

Erst direkt am Ort Kåseberga ist Ales Stenar ausgesschildert. Wir stellen uns auf den schön angelegten Wohnmobilstellplatz, der zwischen 9 und 17 Uhr kostenfrei ist. Für die Fahrt haben wir etwa eine halbe Stunde gebraucht, weil wir immer wieder Blicke auf die Landschaft geworfen haben.

In Kåseberga gibt es einen schönen Stellplatz für Wohnmobile

Der Stellplatz in Kåseberga dient am Tag auch als Parkplatz

Hier stehen Wohnmobile und Caravans auf einer grünen Wiese. Die Übernachtung mit Dusche und Toilette, im Gebäude des benachbarten Sportplatzes, kostet 150 Kronen (bar bezahlen!), auch ein tolles Plätzchen für die Nacht. Die ersten Wohnmobilfahrer sitzen schon beim Frühstück vor ihren Fahrzeugen in der Sonne – das sieht sehr verlockend aus.

Über einen Fußweg von 1,2 Kilometern, erreichen wir unser Ziel. Auf einer grünen Wiese hoch über dem Meer steht die Schiffsteinsetzung Ales Stenar. Sie stammt aus der Zeit zwischen 500 und 1.000 nach Christus. Die 59 Steine sind in der Form eines Schiffes aufgestellt.

59 Steine bilden die größte erhaltene Schiffsteinsetzung in Schweden

Die Schiffsteinsetzung von Ales Stenar liegt hoch über dem Meer

Vorne und hinten stehen jeweils größere Steine, Kiel und Bug nachempfunden. Die Erbauer haben Steine eines Grabes aus der Steinzeit/Frühbronzezeit wieder verwendet, vermuten die Archäologen. Im Boden haben sie Spuren dieser Vorgängerbestattung gefunden und einige der Steine haben auch die für diese Zeit typischen schalenförmigen Vertiefungen. Es wurden Spuren registriert, die von einem entfernten Dolmen- oder Ganggrab stammen könnten.

Fast eine halbe Stunde haben wir die größte erhaltene Schiffssetzung Schwedens ganz für uns und genießen diesen besonderen Ort zwischen Himmel und Meer.

Königsgrab von Kivik und Gräberfeld von Angakasen

Unser nächstes Ziel ist der große Grabhügel in Kivik. Im Ort ist dieser gut ausgeschildert. Kurz davor gibt es einen großen Parkplatz, auf dem mehr als ein Wohnmobil Platz findet.

Das Königsgrab in Kivik in Südschweden

Das Königsgrab in Kivik ist mit einem großen Steinhügel bedeckt

Enttäuscht stehen wir vor verschlossenen Türen. Dann entdecken wir, dass der Zugang über das benachbarte Café geht. Geöffnet wird aber erst in 30 Minuten (11 Uhr), wir sind zu früh – auch ungewohnt. Also noch genügend Zeit für einen kleinen Spaziergang zum Gräberfeld von Angakasen, laut Google Maps sind es 700 Meter dorthin. Dafür folgen wir der wenig befahrenen Straße zu Fuß, eine gute Entscheidung, denn parken kann man dort nicht.

 

Die Schiffsteinsetzung steht auf einem lange genutzten Grabfeld

Schiffsteinsetzung von Angakasen, in direkter Nähe zum Königsgrab

Durch eine Engstelle geht es auf eine Viehweide, wie gut dass keine Tiere da sind. 120 kleine und große Steinsetzungen haben die Archäologen hier entdeckt, darunter auch ein größeres Hügelgrab, eine Schiffssteinsetzung und zwei Hausfundamente. Der exponierte Ort über dem Meer wurde wohl für lange Zeit als Bestattungsort genutzt, auch das Königsgrab gehört in diesen Zusammenhang.

Das Königsgrab in Kivik ist von einem großen Steinhügel bedeckt

Der große Grabhügel aus Steinen ist für ein Grab der Nordischen Bronzezeit eher ungewöhnlich

Jetzt aber wollen wir endlich das Königsgrab, das unter einem gewaltigen aus Steinen aufgeschichteten Grabhügel liegt besuchen. Unter der Röse (Steinhügel) verbirgt sich ein Steinkisten-Grab aus der Nordischen Bronzezeit.

Das Königsgrab verbirgt sich hinter einem mächtigen Portal

Eingang zum Königsgrab von Kivik

Das Besondere ist hier, neben den Ausmassen des Steinhügels, die Verzierung der für die Grabsetzung verwendeten Steine mit Menschen, Schiffen, Musikinstrumenten, Symbole und einem Streitwagen. Durch einen Gang und ein Portal betreten wir die Dunkelheit und können in Ruhe die verzierten Steine betrachten.

Verzierte Steine der Steinkiste in Kivik

Die Steinkiste ist aus mehreren Steinen zusammengesetzt.

Wahrscheinlich sah das Ganze im Original doch etwas anders aus, aber der Grabhügel wurde lange als Steinbruch verwendet.

Über das Café Sågmöllan erreicht man das Königsgrab

Der Zugung zum Königsgrab ist über das benachbarte Café

In dem Cafe gibt es übrigens auch leckeren Kuchen und Kaffee und zur Mittagszeit eine Kleinigkeit und wunderschöne außergewöhnliche Souvenirs.

Weiterfahrt nach Stockholm

In der Region gäbe es noch so viel zu sehen. Aber wir  haben ja noch ein anderes Ziel, deshalb programmieren wir das Navigationsgerät auf den Campingplatz bei Stockholm. Rund 550 Kilometer sind es bis dorthin. Das wollen wir noch bis zum Abend schaffen. Dabei habe ich irgendwie verpasst, dass uns das Navi über Markaryd auf die Autobahn führt, denn dort wollte ich eigentlich den Elchpark besuchen.  Gemerkt habe ich es erst viel später, aber umgedreht sind wir nicht mehr. Der Besuch soll sehr schön sein wurde mir berichtet.

Andere mögliche Übernachtungsplätze unterwegs gibt es viele.  Auch den Göta-Kanal habe ich als Ziel auf der Liste, aber die Fahrt auf der Autobahn geht so gut und das Hörbuch ist so spannend, dass wir doch bis Stockholm durchfahren.

Stadtcampingplatz in Stockholm

Wir finden eine nette Ecke auf dem Campingplatz in Stockholm

Gegen 19 Uhr ist das Ziel erreicht, der Kasten eingeparkt und Tisch und Stühle gerichtet. Als Belohnung gibt es ein Abendessen vom Thai-Imbiss auf dem Camping. Besonders die gebackenen Nudeln waren sehr schmackhaft. Der Campingplatz ist ein idealer Platz für den Stadtbesuch, bis zur U-Bahn sind es etwa 700 Meter. An der Rezeption gibt es alle nötigen Informationen. Dazu ist er sehr sauber. Besonders die Duschen sind herrlich, viel warmes Wasser, dazu zwei Brausen, purer Luxus. Ein angenehmer Campingplatz. Da wir als VW-Bus eingestuft wurden und keinen Strom genommen haben, zahlen wir 285 Kronen für die Nacht.

Auf den Stockholm-Besuch verzichten wir schweren Herzens, denn wir wollen unbedingt die Wasserfälle im Norden sehen. In die Hauptstadt fahren wir sicher ein anderes Mal, aber ob wir so schnell wieder nach Nordschweden kommen werden, wissen wir nicht.


Hier kannst Du lesen, wie unsere Tour zum Nordkap in Nordschweden weiter geht.


Hin-Fahr-Tipps Skandinavien mit Wohnmobil

Besichtigen in Südschweden

  • Ystad: www.ystad.se/auf-deutsch
  • Schiffssteinsetzung Ales Stenar, Kåseberga, parken etwa 1,2 Kilometer entfernt, Parkplatz für Wohnmobile zwischen 9 und 17 Uhr kostenfrei
  • Königsgrab von Kivik,

Stell- und Campingplätze auf unserem Weg

  • Ystad, Ystads Reningsverket, Väsetrleden 129, 271 44 Ystad
  • Kåseberga, Stellplatz Kåseberga, Ales Väg 2, Kåseberga, 271 78 Löderup
  • Stockholm: Bredäng Camping, Stora Sällskapets Väg, 127 31 Skärholmen, ab der Autobahnausfahrt beschildert

Roadtrip Nordkap mit dem Wohnmobil

  • Teil 1: Vorbereitungen
  • Teil 2: Über Dänemark nach Schweden – Mit Fähre und Brücke
  • Teil 4: Nordschweden

Wohnmobiltour zum Nordkap - Highlights in Südschweden: Stadtbesuch in Ystad, Schiffsteinsetzung Ales Stenar und Königsgrab in Kivik #Wohnmobil #SchwedenMerke Dir doch diesen Beitrag auf Pinterest. Auch über Rückmeldungen und Anregungen freue ich mich sehr.