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Nordkap-Tour 9: Norwegen – Letzte Kilometer zum Nordkap und Mitternachtssonne

Wir erreichen das Nordkap mit dem Wohnmobil. Die Region nördlich des Polarkreises hat uns sehr gut gefallen, die Finnmark ist wirklich eine Reise wert und auch die letzten Kilometer bis zu unserem Ziel sind spektakulär. Wir haben Glück und erleben sogar die Mitternachtssonne.

Roadtrip Nordkap mit Wohnmobil – die letzten Kilometer bis zum Ziel

Nach einigen sehr schönen Abstechern in Finnland und Nordnorwegen, entschließen wir uns früher als geplant mit unserem Reisemobil direkt zum Nordkap weiterzufahren. Das Wetter ist einfach zu unbeständig und wir wollen doch unbedingt die Mitternachtssonne erleben. In den kommenden Tagen soll es weiter schlechter werden.

Die E69 führt zum Nordkap

Ab Olderfjord führt nur eine Straße zum nördlichsten Punkt Europas, die E69. Von hier sind es noch 129 Kilometer, dabei geht es mit unserem Camper durch fünf Tunnel. Oft ist uns im Vorfeld gesagt worden, dass die Fahrt zum Nordkap “langweilig” und “unnötig” sei. Wir haben ganz andere Erfahrungen gemacht. Immer wieder halten wir mit dem Kastenwagen an, um uns umzuschauen. Die Landschaft ist karg, ja. Aber sie ist absolut spektakulär. Die Farben und das Licht sind klar und intensiv. Sogar mir fehlen hier die Worte für die Beschreibung, aber ich denke, die Fotos sprechen für sich.

Die letzten Kilometer zum Nordkap

Am Porsangerfjord entlang nach Norden

Die gut ausgebaute Straße in Richtung Honningsvåg windet sich am Porsangerfjord entlang. Nur manchmal wird es eng, wo sie in den mächtigen Felsen gesprengt werden musste. Immer wieder gibt es Blicke auf glasklares Wasser, Buchten, Fischerboote und einsame Häuser. Wir fahren langsam und genießen die abwechslungsreiche Route. Dabei kommen wir unserem Ziel im hohen Norden mit dem Campingfahrzeug immer näher. Jetzt ist auch Vorsicht geboten, denn Rentiere sind am Straßenrand und immer wieder auf der Straße. Manchmal haben wir die Straße ganz für uns alleine. Aber auch PKWs, Motorradfahrer, Fahrradfahrer und andere Reisemobile sind unterwegs.

E69 auf dem Weg zum Nordkap

Die Straße nach Norden verläuft direkt am Porsangerfjord

Parkplatz unterwegs

Auf einem Parkplatz in einer Bucht, auf dem schon einige andere Wohnmobile stehen, halten wir an für eine kleine Pause und vertreten uns die Beine. Heute haben wir Bilderbuchwetter und Bilderbuchblick auf den Fjord, auf der anderen Straßenseite rauscht ein Wasserfall ins Tal. Wirklich schön hier. Andere Besucher haben bemalte Steine und Steinmännchen als Erinnerung an ihre Nordkapreisen hinterlassen. In dem kleinen Rondell ist sicher auch das Übernachten mit dem Campingmobil möglich. Der Parkplatz liegt geschützt kurz hinter dem Skarvbergtunnelen.

Wohnmobiltour zum Nordkap: Picknickbank an einem Parkplatz an der E69

Rastplatz unterwegs. Hier haben sich viele Touristen verewigt

Nordkap-Halbinsel

Dann geht es mit dem Wohnmobil durch den 6.870 Meter langen Nordkaptunnel, der Magerøya, die Insel auf der das Nordkapp liegt, und das Festland miteinander verbindet. Bis auf über 200 Meter geht es steil nach unten und später wieder hinauf, an vielen Stellen ist der Fels sichtbar. Früher musste hier Fähre gefahren werden. Nach dem Bau war der Tunnel mautpflichtig, inzwischen ist er aber bezahlt und die Durchfahrt kostenfrei. Bitte aufmerksam fahren, denn auch Fussgänger und Fahrradfahrer nutzen ihn. Nach dem Tunnel sind es noch 50 Kilometer bis zum Nordkap.

Nordkapreise: Motorrad und Wohnmobil auf der E69

Auf den letzten Kilometern ist nicht viel Verkehr

Wohnmobiltour Norwegen: Die E69 verläuft entlang des Fjords

Blick auf den Porsangerfjord

E69 am Porsangerfjord

Die E69 führt zum Nordkap

Ansiedlung kurz vor dem Nordkap

Halbinsel am Porsangerfjord

Die letzten Kilometer bis zum Ziel

Honningsvåg, den letzten Ort vor dem Ziel, lassen wir rechts liegen. Wir wollen das Wetter ausnutzen und zuerst das Nordkap sehen. Nach dem Abzweig geht es mit dem Camper steil den Berg hinauf und auch wieder hinunter, es ist bergig hier, damit haben wir nicht gerechnet. Jetzt wendet sich auch das Wetter. In schneller Folge wechseln Schnee, Hagel, Graupel, Nebel und auch Sonnenschein. Immer wieder bieten sich tolle Ausblicke auf die Straße und die Landschaft. Dann wieder sehen wir gar nichts mehr. In Reihe und Glied laufen Rentiere neben der Straße entlang, bilden Herden oder klettern wie Bergziegen an den steilen Abbrüchen der Straße hinauf, um auch noch die letzten Flechten zu entdecken. Sie sind kleiner als die Rentiere, die wir in Finnland gesehen haben So sind sie an die arktischen Lebensbedingungen besser angepasst. Und auch neugeborene Kälber sind dabei.

Wohnmobiltour zum Nordkap: Straße auf Magerøya

Die Landschaft auf der Nordkap-Halbinsel

Die Straße schlängelt sich durch die karge Landschaft, Steine, Flechten, Moose und wieder Steinwüsten und Abbrüche. Das Ganze in verschiedenen Braun-, Grün-, Gelb- und Grautönen, eigentlich eintönig, aber auch wieder nicht. Manchmal sind wir ganz alleine mit unserem Kastenwagen unterwegs, dann kommen uns ganze Kolonnen von Fahrzeugen entgegen.

E69 kurz vor dem Nordkap

Die letzten Kilometer

Das Nordkap ist am Horizont zu sehen

Wir erreichen das Nordkap

Am Ziel angekommen: Wir sind am Nordkap

Dann sind wir endlich da. Am Kassenhäuschen bezahlen wir den Eintritt und fahren auf das Nordkap-Plateau.

Ein Bus und ein Wohnmobil an den Ticketschaltern

Vor der Einfahrt auf das Nordkapplateau muss Eintritt bezahlt werden

Nach 4.621 Kilometern und zehn Tagen haben wir das Ziel unserer besonderen Wohnmobilreise ans Ende Europas erreicht. Nur noch etwa 2.100 Kilometer sind es von hier zum Nordpol. Weiter nördlich mit dem Auto auf dem europäischen Festland geht es nicht. Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung. Hier sind wir auf 71 Grad Nord und damit auf demselben Breitengrad wie Sibirien und die Spitze Alaskas.

Besucher am Globus

Blick auf den Globus, das Nordkap-Wahrzeichen

Ein erhebendes Gefühl, auch wenn das Wetter so gar nicht erhebend ist. Keine Sorge, die Fahrt von Deutschland zum Nordkap ist auch schneller zu schaffen (die schnellste Reiseroute findest Du hier), aber wir haben unterwegs ja noch einiges angeschaut, waren an der russischen Grenze, auf der Varangerhalbinsel und bei den Trollen von Trollholmen. Hier auf dem Nordkap-Plateau ist es kalt, es sind zwei Grad und es weht heftiger Wind. Dabei ist in Südnorwegen gerade Hitzewelle, erfahren wir über Freunde mit denen wir auf Instagram in Kontakt sind.

Drei Wohnmobile auf dem Nordkap-Parkplatz

Unser Kastenwagen neben anderen Wohnmobilen am Nordkap

Reisemobile und Caravans dicht an dicht

Voll Spannung fahren wir auf den großen Parkplatz. Hier stehen sehr viele Reisemobile und Busse und auch einige Wohnwagen. Wegen des Windes entschließen wir uns dafür am Rand des Parkplatzes neben mehreren großen Campern aus Frankreich zu parken, um deren Windschatten auszunutzen. Der Blick aus der ersten Reihe auf das Meer ist zwar sehr schön, aber Wind hatten wir ja schon genug.

Parkplatz am Nordkap mit Wohnmobilen und Caravans

Die Wohnmobile stehen am Nordkap dicht an dicht in mehreren Reihen

Viel zu entdecken

Absolut gespannt machen wir uns auf Entdeckungstour. In den Nordkaphallen ist ganz schön was los, ab er wir wollen zuerst zur Weltkugel. Hier drängeln sich Menschen aus verschiedensten Ländern. Ein richtig gutes Foto ohne andere gelingt uns nicht, immer wieder drängelt sich jemand dazwischen, denn es ist recht belebt und alle haben das gleiche Ziel. Mehrere Reisegruppen sind unterwegs. Die Reisenden der Hurtigruten-Schiffe sind an ihren leuchtenden Jacken erkennbar.

Eine Reisegruppe in bunten Jacken rund um den Globus

Ganz schön was los hier

300 Meter ragt das Plateau steil aus dem Meer auf. Arktischer und Atlantischer Ozean treffen hier aufeinander. Immer wieder gibt es eisige Schauer, Nebel und Graupel und manchmal sogar blauen Himmel. Also erkunden wir das Plateau, schauen auf das Meer und die vorbeifahrenden Schiffe und besuchen das Kunstwerk “Kinder der Welt”, bevor wir in den Nordkaphallen Kaffee und Waffeln mit Blick auf den Globus genießen.

Die Kompassnadel an der Spitze zeigt nach Norden

Das Mitternachssonnen-Denkmal

Das Kunstwerk wurde von Kindern aus der ganzen Welt entworfen

Kinder der Welt

Skulpturen auf dem Nordkapplateau

Skulptur Mutter und Kind gegenüber dem Denkmal Kinder der Welt

Besondere Stunden und Mitternachtssonne am Nordkap

Eingang der Nordkaphallen

In den Nordkaphallen halten wir uns einige Zeit auf und wärmen uns

Die Nordkaphallen wurden in mehreren Stockwerken in das Felsgestein hinein gebaut. Hier gibt es ein Restaurant, mit Aussicht über Plateau und Meer, eine Kaffeebar und die Aurora Borealis Bar. In den unteren Stockwerken finden sich mehrere Ausstellungen, ein kleines Postamt, ein Thaimuseum, ein Kino und die künstlerisch ausgeschmückte Johanneskapelle.

Waffel, saure Sahne, Marmelade und brauner Käse

Die frischen Waffeln in den Nordkaphallen sind wirklich lecker

Hier verbringen wir ruhige Stunden und genießen auch immer wieder die einmalige Kulisse draußen mit Blick auf Meer, Klippen und Weltkugel. Es windet weiter kräftig. Mit unserem mitgebrachten Winzersekt aus der Pfalz stoßen wir im Camper auf das Erlebte und die Erfüllung unseres Traums an. Jetzt sind wir echte Nordkapfahrer.

Wohnmobil parkt am Nordkap mit Blick auf die arktische See

Blick aufs Nordmeer in der ersten Reihe

Besonderes Abendessen im Nordkaprestaurant

Fürs Abendessen wollen wir das Restaurant in den Nordkaphallen ausprobieren. Die Karte haben wir bereits vorher studiert. Eine freundliche Bedienung begleitet uns an einen schönen Tisch mit Blick auf das Nordmeer. Wir sind fast alleine hier. Die vorher geprüfte Speisekarte galt allerdings für die Bar. Denn man kann auch dort bestellen und an den Tischen essen, wird dann aber nicht bedient. Die Barspeisekarte ist etwas anders und die Speisen günstiger als auf der Restaurantspeisekarte. Wir bleiben aber weiter im Restaurant und werden wirklich sehr gut und freundlich bedient. Auch der von uns ausgewählte Fisch mit Kartoffelbrei und Gemüse ist absolut lecker. Natürlich ist das Essen nicht günstig, aber die Qualität war wirklich sehr gut. Wir verbringen zwei sehr angenehme Stunden und essen auch noch einen köstlichen Nachtisch mit Moltbeeren.

Fisch mit Kartoffelbrei und Gemüse

Unser Essen im Restaurant in den Nordkaphallen

Mitternachtssonne am Nordkap

Ein erhebendes Gefühl, als kurz vor 24 Uhr dann doch noch die Mitternachtssonne herauskommt und wir später das Nordkapplateau mit den anderen Wohnmobilbesatzungen ganz für uns haben, als auch der letzte Reisebus abgefahren ist.

Mitternacht und Mitternachtssonne am Nordkap

Einfach magisch – gegen Mitternacht ist es am Nordkap taghell

Globus und Besucher am Nordkap als Schattenriss in der Mitternachtssonne

Nach Mitternacht klettern einige Besucher auf den Globus

Globus am Nordkap mit einigen Besuchern und Mitternachtssonne im Juni

Mitternachtssonne am Nordkap


Fazit

Mit dem Besuch des Nordkaps und der Mitternachtssonne habe ich mir einen echten Traum erfüllt. Dabei war aber vor allem der Weg das Ziel. Die Fahrt war noch viel besser als ich je erhofft hatte. Und es war einfach wunderbar hier ein paar Stunden zu verbringen und immer wieder zu anderen Zeiten den Ausblick aufs Meer und den Globus zu genießen, denn das ist der Vorteil, wenn man mit dem Wohnmobil anreist.

Voller Spannung starten wir von hier aus wieder in Richtung Süden, denn wir wollen Norwegen weiter entdecken.


Hin-Fahr-Tipps Nordkap mit Wohnmobil

Eintritt Nordkap

Für das Nordkap wird Eintritt bezahlt. 275 Kronen pro Person sind wirklich viel Geld. Aber dafür wird auch einiges geboten. Das Übernachten auf dem Parkplatz ist mit dem Bus, Wohnmobil und dem Wohnwagen möglich. Das lohnt sich auf jeden Fall, denn dann ist der Besuch zu verschiedenen Zeiten möglich. In den Nordkaphallen gibt es mehrere Ausstellungen und Restaurants. Die Toiletten sind auch zugänglich, wenn andere Bereiche des Zentrums geschlossen sind. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommt, muss keinen Eintritt bezahlen.

Im Preis sind inbegriffen

  • Parken
  • Nordkap Panoramafilm
  • Geschichtliche Ausstellungen und Besuch der Grotte
  • Souvenirgeschäft, Restaurant, Kaffeebar
  • Zugang zu allen Anlagen
  • Das Ticket ist 24 Stunden gültig

Öffnungszeiten 2018

  • 18. Mai bis 17. August: 11.00-01.00 Uhr
  • 18. August bis 31. August: 11.00-22.00 Uhr
  • 1. September bis 17. Mai: 11.00-15.00 Uhr

Mitternachtssonne am Nordkap

  • Zu sehen ist die Mitternachtssonne am Nordkap vom 14. Mai bis 29. Juli

Schnellste Reiseroute zum Nordkap

Die Anreise zum Nordkap ist in drei bis vier Tagen möglich, wenn man wirklich nur fährt. Hier findest Du dazu Tipps und die Streckenführung. Wir haben länger gebraucht, da wir uns unterwegs noch einige Highlights angesehen haben.

Weitere Informationen zum Nordkap

www.visitnordkapp.net/de

Übernachten mit dem Camper

  • Mehrere Parkplätze entlang der E69
  • Parkplatz auf dem Nordkap-Plateau
  • Nordkapp Camping, Skipsfjorden, 9750 Honningsvåg

NORDKAP und Skandinavien MIT DEM WOHNMOBIL

  1. Vorbereitungen
  2. Über Dänemark nach Schweden – Mit Fähre und Brücke
  3. Südschweden – Ystad, Archäologische Highlights und schöne Landschaft
  4. Nordschweden – Weltnaturerbe Höga Kusten, Stromschnellen und Kirchstadt
  5. Durch Finnland – Rund um Rovaniemi und Inari & Museum Arktikum in Rovaniemi
  6. Endlich in Norwegen – Finnmark an der russischen Grenze
  7. Highlight Norwegen – Varanger
  8. Unterwegs in Nordnorwegen – Tana und Trollholmen
  9. Am Ziel – Nordkap und Mitternachtssonne
  10. Arktisches Norwegen – Honningsvåg und Landschaftsroute Havøysund
  11. Norwegens nördlichste Stadt – Hammerfest
  12. Kunst aus der Steinzeit – Weltkulturerbe Felsritzungen Alta

Wir erreichen das Ziel unserer Wohnmobil-Reise durch Skandinavien - das Nordkap, ein magischer Ort - und erleben die Mitternachtssonne. #Reisebeschreibung #Norwegen #WohnmobilfahrtMerke Dir doch diesen Beitrag auf Pinterest.

Auch über Kommentare und Anregungen freue ich mich.