Hin-Fahren

wo es schön ist

Menü Schließen

Nordportugal mit Wohnmobil – Chaves zum Nationalpark da Peneda-Gerês

Aktualisiert von Katja

Nordportugal mit Wohnmobil ist ein wunderbares Erlebnis zwischen Kultur und Natur. Wir bewegen uns abseits der Touristenstraßen und genießen Land und Leute. Hier in Nord-Portugal, direkt an der Grenze zu Spanien, liegt auch der einzige Naturpark des Landes, da Peneda-Gerês. Folge uns auf unserer Camping-Rundreise zu neuen Zielen.

Baum und Heide im Naturpark in Nordportugal

Reisebericht Nordportugal mit Wohnmobil

Nach 2.000 Kilometern Fahrt mit unserem Wohnmobil, quer durch Frankreich und Spanien, haben wir nach drei Tagen unser Ziel Nordportugal erreicht. Diesmal wollen wir auf unserer Rundreise ganz bewusst die unbekannten Regionen in Portugal entlang der Grenze zu Spanien entdecken. Wir freuen uns auf viele neue Eindrücke abseits bekannter Touristenziele.


Hier findest Du eine Zusammenstellung von Tipps erfahrener Camper und Portugal-Spezialisten für Deinen Urlaub mit dem Wohnmobil in Portugal.


Nordportugal: Registrierung für die Autobahn-Maut an der Spanisch-Portugiesischen Grenze

Für die Einreise nach Portugal mit Wohnmobil haben wir von Spanien extra den Weg über die Autobahn bei Chaves gewählt, um unser Fahrzeug am Welcome Point zu registrieren. Diese unscheinbare Ausfahrt solltest Du also nicht verpassen.

Eigentlich wollen wir ja keine Autobahn fahren, aber manchmal geht es nicht anders. Wir haben manchmal auch schon die Autobahn gewählt, wenn wir uns verfahren haben. Registrieren ist also sinnvoll, auch wenn wir es wahrscheinlich nicht brauchen.

Abfahrt zum Welcome Point auf der Autobahn in Nordportugal

Mit unserem Wohnmobil fahren wir in Portugal als Erstes den Welcome Point an und registrieren uns für die Maut

  • Ich stecke meine Kreditkarte in den dafür vorgesehenen Leser.
  • Das Autokennzeichen unseres Kastenwagen-Wohnmobil wird über eine Kamera eingelesen und damit verknüpft.
  • Und schon kommt der Beleg heraus.
  • Diesmal funktioniert es auf Anhieb. Es ist alles richtig, das Kennzeichen wurde erkannt.
  • Bitte hebe den Beleg gut auf, er kann bei Kontrollen verlangt werden.
  • Auf Autobahnen, die automatisch abrechnen, wird ab jetzt für vier Wochen die Maut über das Kennzeichen meiner Kreditkarte zugeordnet und in Rechnung gestellt. Natürlich jedes Mal mit einer kleinen Bearbeitungsgebühr.

Nordportugal: Chaves am Rio Tamega

Bevor es Geld kostet, verlassen wir mit unserem Camper die Autobahn und folgen der Beschilderung nach Chaves. Über die Landstraße fahren wir in Richtung der Stadt weiter und halten uns rechts. Es wird immer enger und geht über Kopfsteinpflaster durch ein Dorf. Dabei kommen wir auch an einer kleinen romanischen Kirche vorbei. Sie ist ein echter Fund und sehr schön verziert.

Kleine romanische Kirche in Nordportugal

Romanische Kirche bei Chaves

Dann erreichen wir die Stadt Chaves.

  • Die Straßenführung in Chaves (oder vielleicht Portugal?) ist für uns wirklich ungewohnt.
  • Die Orientierung ist gar nicht so leicht.
  • Eine mittelalterliche Burg und die Ruinen von zwei Befestigungen aus späterer Zeit fallen ins Auge.
  • Chaves liegt in einem fruchtbaren Tal und war schon in der Römerzeit von strategischer Bedeutung.
  • In der Region wurde Gold gefunden und abgebaut.

Parken mit dem Wohnmobil ist in Chaves an der neuen Brücke über den Fluss oder oben am Forte de Sao Francisco möglich. Von hier ist es nicht weit in die kleine Altstadt und zur Römerbrücke.

2000 Jahre alte Brücke über den Rio Tamega

Römische Brücke in Chaves

Die Ponte Trajano (Ponte Romana) stammt aus dem 1. Jahrhundert und hat zwölf sichtbare Rundbögen aus Granit. Kaum zu glauben, dass dieses Bauwerk so gut erhalten ist. Natürlich steuern wir gleich diese Römerbrücke über den Rio Tamega an und schlendern dann noch ein wenig durch die verwinkelten Gassen. Dabei verlaufen wir uns gründlich, denn die Orientierung ist gar nicht so einfach. Aber so entdecken wir neue Stadtansichten und kommen auch an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei, unter anderem dem Torre de Menagem, dem Überbleibsel der einstigen Befestigung.

Jetzt wollen wir aber auch portugiesisch essen gehen. In einer riesigen alten Holzhalle mit Kopfsteinpflaster kehren wir ein. Die „Adega Faustino“ in der Travessa do Olival war früher ein Weinlager. Das urige Lokal ist sehr beliebt, wir haben Glück und ergattern noch einen Tisch inmitten fröhlich und lautstark speisender Portugiesen.

Nordportugal: Übernachtung auf dem Campingplatz bei Chaves

Wohnmobile auf dem Campingplatz in Nordportugal

Übernachtung auf dem Campingplatz in Chaves

Etwas ausserhalb der Stadt liegt der Campingplatz in einem Freizeitgebiet neben einem Schwimmbad. Er ist zwar in die Jahre gekommen, aber liebevoll gepflegt. Und billig ist die Unterkunft für uns und unser Wohnmobil auch noch. Für 10.40 Euro haben wir sogar Strom. Abends veranstalten die Zikaden einen gigantischen Krach, so dass alle in die Autos fliehen.

Kelten bei Boticas in Nordportugal

Mannshohe Figur eines Kelten in Nordportugal

Nachbildung der Figur eines keltischen Kriegers

  • Weiter geht unsere Wohnmobil-Fahrt nach Boticas (über die N2 und dann N311).
  • Auf dem Weg kommen wir an großen abgebrannten Flächen vorbei. Langsam fängt die Vegetation bereits wieder an zu wachsen.
  • In Boticas stehen in einem kleinen Museum die Nachbildungen von übergrossen männlichen Figuren aus der Keltenzeit (Cediec, Tv. Eiras, einfach im Ort den Schildern folgen, das Wohnmobil kann in der Nähe parken).
  • Die Originale befinden sich in Lissabon, aber die Nachbildungen sind hervorragend und vermitteln einen guten Eindruck.
  • Die Krieger wurden in eisenzeitlichen Höhensiedlungen der Region gefunden. Es gibt einige davon.
  • Der Mann, der uns die Tickets aushändigt, berichtet sehr stolz über seine Region und die hier gemachten Funde.

In Boticas stimmen Navi, Karte und Ausschilderung mal wieder nicht überein. Aber irgendwie finden wir dann doch den richtigen Weg in Richtung Montalegre.

Nordportugal: Unterwegs im Nationalpark da Peneda-Gerês

Unser nächstes Ziel mit unserem Wohnmobil ist der Nationalpark da Peneda-Gerês. Überall blüht es, die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Wir sind hier im einzigen Nationalpark Portugals und in der Nähe der Grenze zu Spanien. In der Region gibt es wilde Tiere, gigantische Berge, Bäche, Wasserfälle und Berg- und Stauseen.

Burgruine in Portugal

Die Reste der Burg in Montalegre

In Montalegre steht eine malerische Burgruine und direkt daneben liegt ein ansprechend ausgestattetes kleines Museum zum Leben in der Region. Wir fanden den Besuch sehr interessant, zumal extra jemand organisiert wurde, der uns eine kleine Führung auf Englisch geben konnte.

Nordportugal: Lieblingsort in den Bergen und Stellplatz

Mit dem Wohnmobil im Bergdorf in Nordportugal

Das Bergdorf Pitões das Júnias auf 1.120 Meter Höhe vor den Gipfeln der Serra Gerês

Von hier ist unser nächstes Wohnmobil-Ziel am Rand des Nationalparks da Peneda-Gerês bereits ausgeschildert. Immer weiter schrauben wir uns mit unserem Camper in die Höhe und in Richtung spanische Grenze. Im Bergdorf Pitoes das Junias dürfen Wohnmobile auf dem Parkplatz vor dem Ort übernachten. Vor zweieinhalb Jahren waren wir schon einmal hier und es hat uns so gut gefallen, dass wir den Ort noch einmal ansteuern. Im Ort fallen große Häuser aus Granit auf. Viele der Bewohner waren als „Gastarbeiter“ in Frankreich und haben sich hier ein „Häuschen“ gebaut.

Klosterruine in Nordportugal

Wanderung zum Kloster Mosteiro de Santa Maria das Júnias

Bei einer kleinen Wanderung zu den Ruinen des Klosters Mosteiro de Santa Maria das Júnias und einem Wasserfall erkunden wir die Gegend. Der Weg ist gut ausgeschildert. Vom Friedhof der Markierung rot-gelber Strich folgen. Zum Friedhof sind es von unserem Stellplatz nur ein paar Schritte, ansonsten wäre auch parken am Friedhof möglich.

Auf dem Weg hinunter ins Tal folgen wir gleichzeitig auch einem alten Weg der Mönche. Es geht vorbei an blühenden Wiesen und einer Schafherde mit Hirten. Der aufmerksame Hütehund folgt uns noch eine Weile, als wollte er uns den Weg zeigen. Und auch ein Allrad-Camper hat hier ein schönes Plätzchen für die Nacht gefunden.

  • Das im neunten Jahrhundert gegründete Kloster steht in einem kleinen Tal an einem Bergbach. Die kleine Kapelle ist abgeschlossen.
  • In den Mauern leben wunderschöne grüne Smaragdeidechsen. Wir haben sie bei beiden Besuchen beobachtet.
  • Es ist ein verwunschener Ort. Große Bäume spenden Schatten und wir erforschen neugierig die Ruinen.
Mann wandert im Nationalpark mit Aussicht auf die Berge

Wanderung mit traumhafter Aussicht im Nationalpark Peneda-Gerês

Danach geht es auf einem steilen Pfad den Berg hinauf. Hier ist die einzige Stelle, an der es leicht ist den Weg zu verpassen. Über viele Treppenstufen erreichen wir später den Aussichtspunkt zum Wasserfall und erleben wieder eine andere Landschaft. Danach führt der Weg wieder zurück zum Dorf, dabei haben wir die gewaltige Gebirgskulisse immer im Blick.

Tipps zur Wanderung im Nationalpark da Peneda-Gerês

  • Es sind zwar nur vier Kilometer, aber die sind sehr abwechslungsreich, also bitte nicht unterschätzen.
  • Sonnenhut und Sonnenschutz mitnehmen
  • Wasser mitnehmen
  • Wanderschuhe dringend empfohlen
Wohnmobil in Nordportugal auf einem Wohnmobilstellplatz

Stellplatz für Wohnmobile in den Bergen von Portugal

Ein Höhepunkt unseres Aufenthaltes in Pitoes ist für uns auch die Einkehr in der Casa do Preto. Von unserem Wohnmobil-Parkplatz sind es nur ein paar Schritte. Der Bergbauernhof ist auch Pilgerherberge und beliebtes Restaurant. Wir haben hier schon alleine gegessen. Jetzt am Osterwochenende haben wir Glück, im großen Gastraum noch einen Tisch zu bekommen. Also nicht vom Raum abschrecken lassen. Alles, was hier auf den Tisch kommt, stammt aus eigener Produktion. Das Rindfleisch ist wirklich köstlich. Aber auch der Schinken und der Käse sind sehr lecker. Dazu kommt die freundliche Betreuung durch die Inhaberfamilie.

Wir finden Pitoes das Junias ist ein besonderer Ort. Wer also nichts gegen einen Umweg und Abgeschiedenheit hat, der darf sich selbst davon überzeugen.

Nordportugal: Mit dem Wohnmobil weiter durch den Nationalpark

Wieder auf der N103 lohnt sich ein weiterer Besuch des Nationalparks in Nordportugal. Wir haben das schon ausgiebig in den Vorjahren getan, also fahren wir weiter in eine andere Region.

Wenn Du noch nicht hier warst, dann mach Dich auf ins Abenteuer und erlebe den Wallfahrtsort San Bento, in dem die dem Heiligen dargebrachten Gliedmaßen aus Wachs immer wieder eingesammelt und wieder an Gläubige verkauft werden, die Seen und die enge Strecke von Geres nach Portela do Homem. Viele Anregungen und Beschreibungen der Strecke findest Du in den Reiseführern Portugal-Tourguide* und Mit dem Wohnmobil nach Portugal*.

Wir setzen unsere Wohnmobil-Reise durch Nordportugal in Richtung Vila Real und Douro-Tal fort.

Getreidespeicher im Naturpark in Nordportugal

Getreidespeicher in Lindoso

Bei der Weiterfahrt über Spanien gibt es einen kleinen Parkplatz mit römischen Straßensäulen und später (an der Kreuzung rechts) eine Tankstelle mit günstigem Diesel (nur Barzahlung). Die Tour endet dann in Lindoso, wo 64 historische Getreidespeicher auf engstem Raum stehen. Unterhalb der kleinen Burg können Wohnmobile sehr schön auf Wiese auf einem kleinen Stellplatz übernachten.


Ich freue mich auf Deine Eindrücke von Portugal. Es ist ein wunderbares Reiseland, das für Camper viel mehr zu bieten hat als nur die beliebte und sehr gut bereiste Algarve.


Tipps mit dem Wohnmobil durch Nordportugal: Von Chaves zum Nationalpark Peneda-Geres. Ausführliche Reisebeschreibung, Reiseroute und Übernachten auf dem Campingplatz und Stellplatz #Wohnmobil #Portugal #Nordportugal #Urlaub

Nordportugal: Ziele und Reiserouten mit Wohnmobil

Gefällt Dir dieser Beitrag?

5/5 (4 Bewertungen)

Folge mir

Katja

ich bin Katja Hein - Journalistin, Bloggerin & überzeugte Camperin. Mit ausführlichen Wohnmobil-Reisebeschreibungen nehme ich Dich mit auf meine Reisen mit dem Kastenwagen. Dazu gibt es Tipps rund ums Campen & Womo.
Katja
Folge mir