Von den Lofoten fahren wir über Land durch schöne norwegische Landschaft zum Saltstraumen bei Bodø. Das ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt und ein wunderbares Naturschauspiel. Der Besuch ist ein weiteres Highlight unserer Fahrt mit dem Wohnmobil vom Nordkap durch Norwegen.

Auf den Bergen liegt in Norwegen im Juni noch Schnee

Blick auf Berge und Fjord am Wohnmobil-Übernachtungsplatz unterwegs

Norwegen-Urlaub mit dem Wohnmobil – Juni 2018

Die Fahrt von den Lofoten über Land ist sehr anstrengend. Viele Geschwindigkeitsbegrenzungen und der Verkehr fordern äußerste Konzentration. Und die vergangene Nacht mit dem heftigen Wind und dem Wasser im Fahrzeug, steckt uns auch noch in den Knochen.

Unterwegs mit Wohnmobil auf der E6 nach Süden

Mit Wohnmobil in Norwegen: Fährfahrt

Die E6 ist für ein kurzes Stück unterbrochen. Hier geht es weiter mit der Fähre

Kurz vor der Fähre Bognes, der Fjord unterbricht hier die E6, finden wir einen schönen Parkplatz. Diesen steuern wir müde mit unserem Kastenwagen an und verbringen eine ruhige Nacht in Gesellschaft von fünf anderen Wohnmobilen und einem Laster. Es ist Platz für alle und beim Spaziergang zum Fjord hinunter, kommt noch eine schöne Aussicht aufs Wasser und die umliegenden Berge dazu.

Am nächsten Tag haben wir endlich wirklich schönes Wetter und kommen mit den anderen Campern ins Gespräch. Die VW-Bus-Fahrer haben noch eine große Radtour geplant. Ihr Sohn soll den Bus abholen und bringt ihn nach Deutschland. Andere Gesprächspartner sind auf dem Weg nach Norden und zum Nordkap und voller Vorfreude.

Die Fahrt mit der Fähre Bognes kostet für unser kurzes Fahrzeug mit zwei Personen 175 Kronen. Da wäre die Fährfahrt von Lødingen im Vergleich wirklich günstig gewesen und hätte uns viel Zeit gespart. Gerade sind die ersten Fähren wieder gefahren, aber das war gestern ja noch nicht abzusehen. (⇒ Meine Empfehlung: Nehmt die Fähre!!)

Wir fahren die E6 mit dem Camper weiter nach Süden durch wunderschöne Landschaften. Seen, Berge, Fjorde und satte Wiesen wechseln sich ab. Immer wieder gibt es schöne Blicke.

Picknickplatz Innhavet: Gletscherlandschaft und Felsbild

Gletscherlandschaft in Norwegen

Wir parken unser Wohnmobil und erkunden die durch den Gletscher geformte Landschaft

Spontan biegen wir auf einen ausgeschilderten Picknickplatz etwa zehn Kilometer südlich von Innhavet ab (Ausfahrt „Hellerstninger“). Die Gegend besteht hier aus besonderen Felsen. Sie sind ganz glatt, abgeschliffen vom Gletscher, der tiefe Furchen darin hinterlassen hat. Auch ein See ist aufgestaut.

Wir turnen ein wenig über die Felsen und entdecken die eigentliche Sehenswürdigkeit hier: ein großes Felsbild mit zwei Rentieren. Dieses wurde mit einer besonderen Technik in den Felsen gearbeitet. Die Konturen sind in den Stein poliert. So kann sich an diesen Stellen kein Moos und keine Flechte halten und das Bild hebt sich gegen den bewachsenen Felsen ab. Riesengroß sind die Tiere. Wir verweilen gerne an diesem besonderen Platz, sitzen in der Sonne und schauen auf die Kunstwerke unserer Vorfahren.

Felskunst am Parkplatz Hellerstninger

Zwei Rentiere wurden hier in den Felsen gearbeitet

Die Fahrt heute ist eine wahre Freude und wir kommen weiter gut voran. Auf einem Parkplatz mit herrlichem Blick über einen See und auf Berge trinken wir Kaffee und essen eine Waffel mit sehr guter selbst gemachter Marmelade. Sämtliche Picknicktische sind besetzt. Alle genießen die Sonne, den schönen Tag und die Aussicht.

Eintauchen in die Vergangenheit am Bergbauernhof Husmannsplassen Kjelvic

Immer weiter geht es durch die abwechslungsreiche Landschaft und durch viele Tunnel. Nächster Stop, etwa 60 Kilometer vor Fauske, ist der „Husmannsplassen Kjelvic“. Das ist ein alter Bergbauernhof, der noch genauso dasteht, wie ihn sein letzter Besitzer 1964/1967 verlassen hat.

Verlassener Bergbauernhof an der E6

Bergbauernhof Husmannsplassen Kjelvic

Leider hat das kleine Freilichtmuseum, das von Ehrenamtlichen betrieben wird, noch geschlossen. Die Saison beginnt erst nächste Woche. Aber das Gelände ist zugänglich. Wir kraxeln den steilen Hang hinauf zu den Gebäuden und fühlen uns in eine andere Zeit versetzt. Es ist ganz still mit Blick auf Berge, Wasserfälle und den Fjord in der Entfernung. Auf einer Picknickbank genießen wir den Ausblick, die Atmosphäre und schreiben einige Grußworte an die Liebsten zu Hause.

Der Hof war bis zum Bau der Straße (E6) vor einigen Jahren nur vom Fjord aus erreichbar. Von dort ist es ein längerer Fußmarsch. Etwa 30 Minuten musste der Bauer zu Fuß den Berg hinauf gehen, und das ziemlich steil. Es ist ein verzauberter Ort, den Ihr unbedingt besuchen solltet.

Mächtige Strudel am Gezeitenstrom Saltstraumen

  • In Fauske wird getankt.
  • Wir haben uns in Norwegen angewöhnt, wenn beim Diesel 14 und nicht 15 vor dem Komma erscheint, den Tank zu füllen.
  • Denn die Preise liegen sonst deutlich höher.

Dann biegen wir rechts ab in Richtung Bodø. Unser nächstes Ziel ist der Saltstraumen, der größte Gezeitenstrom (Mahlstrom) der Welt.

Blick auf die Brücke am Salstraumen

Brücke über den Saltstraumen. Darunter befindet sich der Parkplatz, der auch zum Übernachten mit Wohnmobil benutzt werden kann

Auf dem Weg dorthin bezahlen wir Maut, gleich zweimal. Dabei gibt es kein Mauthäuschen. Unser Kennzeichen wird gescannt und die Rechnung kommt dann irgendwann. Große Schilder weisen darauf hin.

Die beste Möglichkeit den Gezeitenstrom zu sehen, ist vor der Brücke (auf der Seite des Campingplatzes). Unter der Brücke gibt es einen großen Parkplatz, der von vielen Wohnmobilen auch zum Übernachten genutzt wird. Wir parken und machen uns auf Entdeckungsreise zum Wasser. Nur ein paar Minuten sind es auf einem gut ausgebauten Weg, der auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.

Blick auf Leuchtturm, Sund und Strudel am Salstraumen

Blick auf den Saltstraumen

  • Der Saltstraumen ist der größte Gezeitenstrom der Welt.
  • Durch den etwa 150 Meter breiten und drei Kilometer langen Sund strömen beim Gezeitenwechsel fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen dem Meer und dem Inlandsfjord (Skjerstad zu Saltenfjord).
  • Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist gewaltig.
  • Alle sechs Stunden ist das Phänomen des Gezeitenstrom zu beobachten.
  • Das Wasser erreicht dabei eine Geschwindigkeit bis 40 Kilometer (20 Knoten).
  • Am Rand entstehen riesige Strudel. Diese haben einen Durchmesser bis zehn Meter.
  • Viermal am Tag, etwa alle sechs Stunden, ändert der Strom Ebbe und Flut folgend die Richtung und liegt dann kurz still da.
  • Die Gezeitentafeln hängt aus.

Wir haben es gerade verpasst und entscheiden uns bis zum nächstem Mal zu warten. Das ist erst wieder am Abend. Also gehen wir spazieren, schauen den Anglern zu und kochen. Rund um uns kehren die erfolgreichen Angler mit ihrer Beute zurück. Hier an dieser Engstelle ist das Wasser nämlich sehr sauerstoffreich. Ganze Schwärme von Fischen halten sich deshalb hier auf.

Strudel am Salstraumen in Norwegen

Die Strudel werden immer mächtiger

Malstrom Salstraumen in Norwegen

Immer mehr Strudel entwickeln sich

Um 20.30 Uhr stehen wir wieder am Fjord und schauen zu, wie die Wasserstrudel immer mehr und stärker werden. Dabei ist ein Teil des Wassers in der Mitte völlig glatt. Der Strom dreht seine Fließrichtung je nach Wasserstand um. Teilweise gibt es dabei zu den angrenzenden Strudeln Höhenunterschiede bis zu einem Meter. Es ist ein gewaltiges Naturschauspiel.

Boot fährt unter der Brücke und zwischen den Strudeln hindurch

Der Saltstraumen ist der mächtigste Mahlstrom der Welt, aber ein kleiner Streifen Fahrwasser bleibt

Der Parkplatz gefällt uns nicht so gut zum Übernachten. Deshalb entscheiden wir uns, trotz der fortgeschrittenen Stunde (es ist ja noch hell), noch ein „paar Meter“ weiter zu fahren.


Norwegen mit Wohnmobil: Reiseroute Lofoten zum Saltstraumen bei Bodø


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Katja

ich bin Katja Hein - Reise-Journalistin und überzeugte Camperin. Ich nehme Dich mit auf meine Reisen mit dem Kastenwagen.
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