Weiter geht unsere Reise vom Nordkap mit Wohnmobil durch Norwegen weiter nach Süden auf der E6 in Richtung Trondheim. Dabei überqueren wir den Polarkreis und besuchen das Polarkreiszentrum.

Blick auf die alten Häuser in Mosjoen

Mosjøen und seine bunten alten Holzhäuser sind einen Stop unterwegs wert

Mit dem Wohnmobil durch Norwegen – Juni 2018

Der Parkplatz am Saltstraumen gefällt uns nicht so gut. Deshalb entscheiden wir uns, trotz der fortgeschrittenen Stunde noch ein paar Meter hinter uns zu bringen. Es ist ja durch die Mitternachtsonne noch taghell.

Fjell am Polarkreis in Norwegen

Die Fahrt auf der E6 mitten durch das Fjell ist beeindruckend

Auf der E6 am Saltdalsfjorden

Die Strecke auf der E6 in Richtung Trondheim fährt sich gut.

  • Manchmal ist die Straße regelrecht in den Felsen gehackt.
  • Beim Straßenbau am Saltdalsfjorden sind viele Kriegsgefangene ums Leben gekommen.
  • Die Lebens- und Arbeitsbedingungen müssen furchtbar gewesen sein.
  • Immer wieder lesen wir Hinweise auf Gedenksteine und Friedhöfe.
  • Auch ein Museum zu diesem Thema gibt es hier.

Unser Nachtlager schlagen wir kurz hinter Rognan auf einem großen Parkplatz etwas abseits von der großen Straße auf. Auch andere Wohnmobile stehen hier über Nacht.

Mit dem Wohnmobil am Nordpolarkreis

Kastenwagen am Polarkreiszentrum in Norwegen

Wir parken mit Blick auf das Polarkreiszentrum neben anderen Wohnmobilen und Wohnwagen

Am nächsten Tag geht es hoch auf das Fjell. Hier ist noch einmal Rentierweidegebiet, aber wir sehen keine.

Dann erreichen wir das Polarkreiszentrum am norwegischen Polarkreis an der Grenze zum Saltfjellet-Svartisen Nationalpark.

  • Dieses wurde 1990 mit der neuen Streckenführung der E6 über das Saltfjell eröffnet.
  • Das Gebäude passt sich mit seinem geschwungenen Dach optimal der Landschaft an und erinnert ein wenig an ein Ufo.
  • Der große Parkplatz ist voller Wohnmobile, die wohl auch hier übernachtet haben.
  • Der Belag ist voller großer und tiefer Schlaglöcher.
  • Fast wären wir mit einem unserer Vorderräder des Kastenwagen in eines der Löcher geraten.
  • Also bitte Vorsicht beim Befahren!
Steinhäufchen am Polarkreiszentrum

Die karge Landschaft hinter dem Polarkreiszentrum ist mit vielen kleinen Steinhaufen übersät

Unsere Stimmung ist ein wenig gedrückt, denn es regnet wieder. Vielleicht haben wir auch nur zu viel erlebt in den letzten Tagen. Es fällt uns sehr schwer, die Region nördlich des Polarkreises zu verlassen.

Die Reise bis hierher war einfach schön und die Eindrücke im Norden von Norwegen sehr intensiv.

Aber wir machen uns doch auf, erkunden den Nordpolarkreis, essen Waffeln, trinken Kaffee in der Cafeteria (das hat sich nicht gelohnt, die Waffeln kamen aus der Tüte) und besichtigen den riesigen Andenkenladen im Polarkreiszentrum.

⇒ Hier hätte ich mehr erwartet. Wenn Du also nur wegen dem Polarkreiscenter auf die Fahrt entlang der Küste verzichten willst, rate ich Dir auf jeden Fall doch die Landschaftsroute an der Küste entlang zu fahren.

Monument am Polarkreiszentrum

Die Holzfigur, die den Globus trägt, ist mit den Symbolen aus Alta verziert

Hast Du das gewusst? Aktuell wandert der Polarkreis 14 Meter im Jahr nach Norden und befindet sich gerade etwa einen Kilometer nördlich des Polarkreiszentrum. Das liegt daran, dass die Neigung der Erde nicht konstant ist, sondern schwankt. Der auf Karten markierte Polarkreis, der in der Landschaft mit verschiedensten Monumenten, auf denen Globen aus Metall befestig sind, gekennzeichnet ist, folgt einer gedachten Linie.

Sehr eindrucksvoll ist der Spaziergang zum Holzkreuz mit Globus und zu den verschiedenen Steinmännchen, die Besucher vor uns hinterlassen haben. Das Holz ist rundum mit Figuren verziert. Es sind Kopien der Felsbilder von Alta. Am Parkplatz erinnern Gedenktafeln an die Gefangenen und Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.

Hier verlief der Polarkreis: alte Stele mit Globus am Polarkreiszentrum

Hier verlief vor vielen Jahren der Polarkreis

Abstecher zum Svartisengletscher

Wir verlassen jetzt das Polargebiet und fahren weiter nach Süden. Kurz darauf ist die E6 eine riesige Baustelle und es geht nur noch langsam voran.

  • In Skonseng (kurz vor Mo i Rana) biegen wir mitten in der Baustelle ab.
  • Der Svartisengletscher ist ausgeschildert.
  • Von hier sind es etwa 22 Kilometer bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zum Svartisengletscher.
  • Durch Moor und landwirtschaftliche Fläche zieht sich die Straße.
  • Der zweitgrößte Gletscher in Norwegen ist gut ausgeschildert.
  • Die Straße windet sich durch Weideland und Wald.
  • Das letzte Stück ist Piste.
See am Svartisen-Gletscher in Norwegen

Über diesen See geht die Fahrt mit dem Boot bis zum Anfangspunkt der Wanderung zum Svartisen-Gletscher

Am Ziel stehen viele Wohnmobile auf dem Parkplatz und dem kleinen einfachen Campingplatz (ohne Wasser und Strom). Von hier bringt ein Boot die Besucher zum Ausgangspunkt der Wanderung. Dann sind es noch rund drei Kilometer zu Fuß bis zum Gletscher.

  • Leider verpassen wir die letzte Abfahrt des Tages um 30 Minuten, um 13 Uhr ging es ab.
  • Das nächste Boot startet erst wieder am nächsten Tag um 11 Uhr.
  • Die Kosten liegen bei 200 Kronen pro Person für die Überfahrt mit dem Boot.
  • Für die Übernachtung kommen entweder 100 oder 140 Kronen (je nachdem, wo man steht) dazu.

Bleiben oder nicht, das ist jetzt die Frage. Für den nächsten Tag ist heftiger Regen vorhergesagt. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine Wanderung über Felsen und den gewünschten nahen Blick auf den Gletscher.

Besuch der Höhle Grønligrotta

Wohnmobil parkt neben einem alten Bauernhof in Norwegen

Wir parken unseren Camper vor dem alten Bauernhaus nicht weit vom Eingang der Grotte

Schweren Herzens entschließen wir uns wieder für eine Planänderung. Irgendetwas wollen wir aber dennoch anschauen. Den ganzen Tag nur fahren ist nicht so unser Ding.

  • Auf dem Weg zum Svartisen-Gletscher ist die Höhle Grønligrotta ausgeschildert.
  • Es ist eine der wenigen für Touristen zugänglichen Höhlen in Norwegen.
  • Diese steuern wir jetzt an.
  • Es folgt eine steile Anfahrt über gut ausgebaute Schotterpiste.
  • Wohnwagen müssen unterhalb auf einem eigenen Parkplatz abgestellt werden (ein großes Schild weist darauf hin). Ein Rat, dem Gespannfahrer unbedingt folgen sollten.
Durch die Höhle fließt ein Fluss

Durch die Kalksteinhöhle Grønligrotta fließt ein Fluss

Ausgangspunkt für den Höhlenbesuch ist ein Bergbauernhof. Es ist ein verwunschener Platz in den Bergen. Neben einem verlassenen alten Bauernhof parken wir unseren Kastenwagen neben anderen Wohnmobilen und gehen auf Entdeckung.

befestigter Weg in der Gronligrotta in Rana

Die Höhle ist beleuchtet

Die Kalksteinhöhle Grønligrotta ist etwa 4.000 Meter lang und beleuchtet.

Wir werden von einer jungen Frau zur Höhle begleitet, durch die ein Bach rauscht.

Interessant ist auf jeden Fall ein Findling, den das Wasser tief in die Höhle transportiert hat. Und wir dürfen in die verschiedenen Ecken kriechen. Besonders die verschiedenen Farben der ausgespülten Felsen sind schön.

Der Höhlenbesuch ist ein netter kleiner Abstecher, der aber keinen eigenen langen Umweg wert ist, so unser Fazit. In Kombination mit dem Besuch des Gletschers ist der Höhlenbesuch aber super. Besonders die Zufahrt hat Spaß gemacht.

Der Kalkstein in der Grotte wurde in vielen verschiedenen Formen ausgewaschen

Die Felsen der Grotte schimmern in verschiedenen Farben

Baustellen und langsames Vorankommen auf der E6

An der Industriestadt Mo i Rana fahren wir nur vorbei. Die Altstadt muss aber über einige historische Häuser und ein interessantes Museen verfügen. Die nächsten 100 Kilometer E6 sind sehr beschwerlich, denn es geht durch viele Baustellen.

Baustelle in Norwegen

Durch die vielen Baustellen brauchen wir einen Tag länger als geplant für die Strecke bis Trondheim

  • Einmal werden wir sogar weiträumig auf einer anderen Strecke umgeleitet.
  • Ein anderes Mal geht es im Konvoi durch eine Tunnel-Baustelle.
  • Die E6 wird in dieser Region komplett neu ausgebaut.
  • Das ist keine einfache Angelegenheit, denn dafür müssen sich an einigen Stellen riesige Maschinen durch hartes Gestein bohren.
  • Ein Teil der Bauarbeiten soll 2019 und 2020 fertiggestellt sein, lesen wir auf verschiedenen Schildern.
  • Kaum zu glauben, bei den Felsmassen, die hier bewegt werden.
  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei etwa 30 Kilometer pro Stunde.

Stadtrundgang in Mosjøen

Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert in Mosjoen

In den Straßen mit den alten Holzhäusern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein

Im Internet habe ich Fotos aus Mosjøen gesehen. Deshalb halten wir hier für einen Stadtrundgang. Ganz in der Nähe des Stadtzentrums finden wir einen Parkplatz und machen uns auf Erkundung.
Rund 100 schöne alte Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert in verschiedenen Farben, stehen hier in der Nähe des Fjordufers. Immer wieder entdecken wir nette Kleinigkeiten. Höhepunkt ist für uns auf jeden Fall eine echte alte Schelltankstelle.

Alte Schelltankstelle in Mosjoen

Die alte Tankstelle ist noch original erhalten, wird aber nicht mehr benutzt

Suche nach einem Übernachtungsplatz

Der geplante Stellplatz am Wasserfall Laksforsen spricht uns nicht so richtig an. Auch ist der Wasserfall ziemlich laut. Klar, es ist auch einer der größten Wasserfälle in Norwegen. Langsam wird es aber Zeit, einen Platz für die Nacht zu suchen. Das ist nicht so einfach. Auf den Parkplätzen unterwegs, stehen immer wieder Verbotsschilder. Die Nacht verbringen wir dann auf einem Campingplatz am Fluss bei Trofors an der E6.

Schild an einem Parkplatz an der E6 zwischen Polarkreis und Trondheim

Auf den Parkplätzen in dieser Region ist das Übernachten mit Wohnmobil nicht gestattet

Unser nächster Halt ist etwas weiter das Namsen Lachsaquarium. Dieses liegt direkt neben der E6. Doch als wir ankommen, ist das ganze Gelände abgeschlossen und es fließt nur ein kleines Rinnsal. Durch eine Lücke im Zaun gelangen wir zum Aussichtspunkt. Hier ist wirklich nichts. Wie kann das denn sein? Wie schade, ich wollte so gerne die Lachse springen sehen. Auf dieser Strecke ist aber auch wirklich der Wurm drin. Im Internet steht, dass die Einrichtung wegen Bauarbeiten dauerhaft geschlossen ist.

Abgestellter Wasserfall am Aquarium

Leider ist das Aquarium geschlossen und der Wasserfall abgestellt

Unser letzter Stop vor Trondheim ist Steinkjer. Neben dem Best Western Hotel am Stadtrand liegen die Reste eines Steinkreises in Schiffsform, das nördlichste Monument dieser Art. 38 Steine sind noch erhalten. Früher sollen hier 20 Gräber entlang des alten Königsweges bestanden haben. Unter dem Steinkreis wurden zwei Schiffskammergräber aus dem neunten Jahrhundert ausgegraben.

Schiffsteinsetzung in Norwegen in Steinkjer

Der Steinkreis ist in Form eines Schiffes geformt


Dann nehmen wir die Straße in Richtung Trondheim und landen natürlich noch einmal in Baustellen. Auch vor und rund um Trondheim wird die E6 gründlich saniert und in der Stadt wird ebenfalls an den Hauptverkehrsstraßen gebaut.

Norwegen mit Wohnmobil am Polarkreiszentrum


Fazit für diesen Teil unserer Fahrt auf der E6

Wir haben die Fahrt durchs Inland über die E6 gewählt, um Zeit zu sparen und am Polarkreiszentrum anzuhalten. Durch die vielen Baustellen auf der E6 war der Zeitgewinn gegenüber der Landschaftsroute an der Küste aber nicht wirklich gegeben.


Mit dem Wohnmobil zum Nordkap & Rundreise durch Finnland, Schweden und Norwegen

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Katja

ich bin Katja Hein - Journalistin und überzeugte Camperin. Mit ausführlichen Wohnmobil-Reisebeschreibungen nehme ich Dich mit auf meine Reisen mit dem Kastenwagen. Dazu gibt es Tipps rund ums Campen.
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