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Wohnmobil-Tour Deutschland: Ostfriesland Teil 2

Mit dem Wohnmobil an der Ems in Ostfriesland

Ostfriesland mit dem Wohnmobil. Bei unserem Deutschland-Urlaub waren wir mehrere Wochen im Norden unterwegs. Wir haben in Ostfriesland eine sehenswerte Region mit schönen Orten, Häfen, Strand, Meer und weiter Landschaft entdeckt. Die Infrastruktur für Camper ist sehr gut. Eine Wohnmobil-Tour an der Nordseeküste und entlang der Ems kann ich sehr empfehlen.

Wohnmobil-Roadtrip durch Norddeutschland – Meer, Watt und Moor

Blick auf Nordsee und Ems
Hier begegnen sich Nordsee und Ems: Immer wieder ergeben sich aus dem Wohnmobil schöne Blicke auf Wasser und Schiffe

In Ostfriesland begegnest Du überall Wasser. Neben Nordsee, Strand und Wattenmeer gibt es in diesem Teil von Niedersachsen Deiche, Schleusen und eine Vielzahl von Kanälen. Zum unendlichen blauen Himmel kommen weite Blicke und viel Grün. Dabei solltest Du Dich nicht nur auf das Meer beschränken, sondern das Land unbedingt mit dem Fahrrad erkunden und auch das Hinterland besuchen.

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Ganz besonders sind in Ostfriesland auch die Menschen, die einfach so mit Dir eine Unterhaltung anfangen, manchmal auch auf Platt, und einen skurrilen Sinn für Humor haben (jedenfalls die, die ich getroffen habe). Nicht umsonst kommt der bekannte Komiker Otto Walkes aus dieser Gegend. Nicht wundern, „Moin“ ist rund um die Uhr der Gruß, den Du hier hörst, auch im Vorbeigehen von völlig Fremden. Die Friesen lebten und leben immer noch zwischen Meer und Moor. Das hat sie geprägt.

Warum ist die Gegend ideal für Camper? Diese Region in Norddeutschland bietet ein dichtes Netz an Reisemobilstellplätzen. Natürlich ist es schön direkt am Deich und mit Blick aufs Watt und Meer zu stehen. Diese Plätze sind aber sehr beliebt und oft sehr voll. Im Hinterland, manchmal nur ein paar Kilometer von der Küste weg, ist das schon ganz anders und auch hier gibt es tolle Wohnmobil-Stellplätze.

Wohnmobil-Reisebloggerin Katja
Mir hat Ostfriesland mit Wohnmobil wirklich sehr gut gefallen

Unsere Ziele & Tipps Wohnmobil-Rundfahrt Ostfriesland

Das ist der zweite Teil der Reisebeschreibung unserer Rundreise mit dem Camper durch Friesland und Ostfriesland. Hier stelle ich Dir ein paar Orte vor, die ich bei meiner Reise durch den Norden von Niedersachsen mit dem Wohnmobil entdeckt habe. Im ersten Teil gibt es noch mehr Tipps.

Ostfriesland mit Wohnmobil – Dornum

Wir Parken unser Wohnmobil direkt neben dem Zentrum auf einem Parkstreifen. Mit Parkscheibe ist zwei Stunden Parken erlaubt.

Zwei Schlösser sind hier noch erhalten. Neben dem großen Wasserschloss in niederländischen Stil, in dem inzwischen eine Realschule untergebracht ist, sitzen Besucher im Schlosscafé in der Sonne. Das zweite Schloss ist nicht so einfach zu entdecken. Es liegt versteckt in der zweiten Reihe der aktuellen Straßenführung. Hier ist ein Hotel untergebracht.

Ostfriesland mit Wohnmobil – Norden und Norddeich

Historische Häuser in Norden in Ostfriesland
Stadtbesichtigung in Norden

Nach Norddeich zieht es die Menschen ans Wasser. Der Wohnmobil-Stellplatz ist gut ausgeschildert und auch auf dem Parkplatz daneben ist Parken möglich. Hier findest Du alles, was zu einem Strandurlaub gehört und eine gute Infrastruktur dazu. Dementsprechend beliebt ist der Ort bei Wohnmobilfahrern. Auch bei schlechtem Wetter muss es Dir hier nicht langweilig werden. Sehenswürdigkeiten, nicht nur für Familien, sind die Seehundaufzuchtstation und das Waloseum.

Beschaulich geht es dagegen im Hinterland in Norden zu, der ältesten Stadt Ostfrieslands. Den großen Marktplatz und die imposante Ludgerikirche mit frei stehendem Glockenturm solltest Du hier nicht verpassen. Rund um den Marktplatz finden sich Parkplätze und schöne alte Häuser. Das Teemuseum ist in einem mächtigen Backsteingebäude untergebracht. Auf drei Etagen dreht sich alles um Tee und Porzellan. Auch an einer Teezeremonie kannst Du hier teilnehmen.

Besichtigen in Norden und Norddeich
Übernachten mit dem Wohnmobil in Norden und Norddeich

Ostfriesland mit Wohnmobil – Greetsiel

Krabbenkutter in Greetsiel
Spaziergang am Hafen in Greetsiel

Der Besuch in Greetsiel ist ein besonderes Erlebnis. Der ganze Ort besteht aus alten Häuserensembles. Am Ortsrand stehen die berühmten Greetsieler Zwillingsmühlen. Im Zentrum liegt der malerische Kutterhafen mit kleinen und großen Giebelhäusern direkt am Siel. 600 Jahre ist der Fischereihafen bereits alt und die Flotte der 27 Krabbenkutter die größte in Ostfriesland.

Es ist schön, sich hier einfach treiben zu lassen. Besonders am Wochenende ist Greetsiel ein beliebtes Ausflugsziel, dann ist es gerade mit dem Wohnmobil nicht einfach einen Stellplatz oder Parkplatz zu bekommen. Doch es lohnt sich. Die Gassen mit den gepflegten Häusern und der kleine Hafen sind ein wunderbares Bild. Überall gibt es etwas zu entdecken.

Wenn Du schon einmal hier bist, fahre unbedingt auch in den Nachbarort Pilsum und schau Dir den kleinen rot-gelb geringelten Leuchtturm an. Er ist schon in verschiedenen Fernsehfilmen aufgetreten und macht sich wirklich gut auf Fotos.

Übernachten mit dem Wohnmobil in Greetsiel
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Ostfriesland mit Wohnmobil – Emden

Wohnmobile stehen in Emden direkt am Delft
Der Wohnmobilstellplatz in Emden liegt direkt am Wasser

Das Zentrum von Emden wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Dennoch lohnt sich ein Besuch aus verschiedenen Gründen. Am Emder Ratsdelft liegen mitten in der Stadt drei Museumsschiffe, die besichtigt werden können. Auch der Wohnmobil-Stellplatz befindet sich direkt an der Delft. Klasse ist es, wenn man in der ersten Reihe mit Blick aufs Wasser einen Platz bekommt. Eine Straße führt mitten durch den Platz, nachts ist es aber dennoch ziemlich ruhig.

Otto-Fans dürfen in Emden auf keinen Fall „Dat Otto Huus“ verpassen. Es befindet sich am Rand der Fußgängerzone. Du erkennst es am „Ottifanten“, der durch die Fassade bricht, und wahrscheinlich auch an der Schlange der Wartenden vor der Tür. Auch Kunstfreunde kommen beim Stadtbesuch auf ihre Kosten. Die moderne Sammlung in der Kunsthalle Emden ist außergewöhnlich und das Ostfriesische Landesmuseum Emden ebenfalls sehenswert.

Bei der Weiterfahrt nach Leer (Ostfriesland) solltest Du unbedingt auch am Emssperrwerk anhalten. Du hast vom Parkplatz einen schönen Blick auf die Ems und kannst das interessante Gebäude auch bei einer Führung besichtigen.

Besichtigen in Emden
  • Dat Otto Huus
  • Kunsthalle Emden
  • Ostfriesisches Landesmuseum
  • Bunkermuseum
  • Grachten- oder Hafenfahrt
  • Emssperrwerk auf der Fahrt nach Leer
Übernachten mit Wohnmobil in Emden

Ostfriesland mit Wohnmobil – Leer

Museumshafen in Leer (Ostfriesland)
Vom Wohnmobilstellplatz im Zentrum von Leer ist es nicht weit zum Hafen

Wir steuern mit dem Wohnmobil direkt das Zentrum von Leer an. Auf der Großen Bleiche parken und übernachten Wohnmobile kostenfrei und ganz zentral. Sogar Strom gibt es hier. Der Museumshafen mit vielen kleinen und großen Booten liegt nur ein paar Schritte entfernt. Auf der anderen Seite der Leda fällt die moderne Bebauung ins Auge. Auch hier befindet sich ein Wohnmobilstellplatz. Wir schlendern über die Promenade am Wasser und dann über die Fußgängerzone. Ein echtes Schmuckstück ist die malerische Altstadt mit vielen holländisch anmutenden Gebäuden. Im Bünting Teemuseum erfährst Du alles rund um den leckeren ostfriesischen Tee.

Auffällig ist, hier in Leer sind sehr viele Reedereien angesiedelt. Auch ein Besuch im etwas außerhalb liegenden Schloß Evenburg lohnt sich.

Besichtigen in Leer
  • Innenstadt
  • Bünting Teemuseum
  • Spaziergang im Museumshafen: Auch die „Prinz Heinrich“, das älteste Seebäder-Schiff und der älteste Doppelschrauben-Post- und Passagierdampfer Deutschlands ist hier vertäut.
  • Schloss Evenburg
Übernachten mit dem Wohnmobil in Leer

Ostfriesland mit Wohnmobil – Weiter ins Emsland nach Papenburg

Schiffe im Kanal in Papenburg
In den Kanälen liegen historische Boote

Papenburg wird auch Venedig des Nordens genannt, da es von Kanälen durchzogen ist. Die Stadtanlage erinnert aber eher an die Niederlande. Kanäle und Klappbrücken prägen das Stadtbild. In der ältesten deutschen Fehn-Kolonie entstanden schon früh zahlreiche Werften, in denen Boote aus Holz gebaut wurden. In einigen Kanälen liegen Nachbauten alter Schiffe, die an diese Zeit erinnern. Die Kanäle reichen vom Ems-Hafen bis zum Küstenkanal und haben eine Länge von insgesamt rund 40 Kilometern.

Deiche, Wiesen, Wallhecken, moorige Naturschutzgebiete und Wasserläufe sind typisch für die Fehnlandschaft. Ein Fehngebiet ist eine Moorsiedlung entlang eines Kanals. Im 18. Jahrhundert begannen Kolonisten, die Hochmoore durch per Hand und Schaufel gegrabene Kanäle zu entwässern. Dadurch wurde der Torfabbau möglich. Die Kanäle wurden später zu wichtigen Transportwegen. Weshalb in Papenburg schon früh zahlreiche Werften entstanden, die Boote aus Holz bauten.

Der Aufschwung der Stadt kam dann nach der Umstellung auf den Stahlschiffbau. Heute lebt die Region von der Meyer-Werft, in der riesige Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Das kannst Du hautnah erleben. Der Besuch im Besucherzentrum lohnt sich. Bei einer Führung, aktuell bei der interaktiven Besichtigung des Besucherzentrums ohne Führung, erhältst Du einen geschichtlichen Überblick über die spannende Entwicklung der Werft, siehst Modelle der Schiffe, die hier gebaut wurden, erfährst viel über die Organisation und die Abläufe der Werft und erhältst noch mehr Einblicke durch mehrere gut gemachte Filme. Beeindruckend ist der Blick in die beiden riesigen Hallen. Gleichzeitig wird hier an drei Kreuzfahrern gearbeitet.

In der Innenstadt am Mittelkanal befinden sich die Geschäfte. Schön ist es auch einfach in einem der Cafés zu sitzen oder ein Restaurant zu besuchen.

Besichtigen in Papenburg
Übernachten mit dem Wohnmobil in Papenburg

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Noch mehr Ostfriesland

Was Du unbedingt probieren musst, sind der extrem frische Fisch, den es in vielen Variationen auch geräuchert gibt, den extrem leckeren Tee und die Ostfriesentorte. Aber Vorsicht, diese ist extrem mächtig.

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Weitere spannende Orte für Deinen Wohnmobil-Urlaub in Ostfriesland und an der Ems

  • Fischerort Ditzum am Dollart
  • Weener an der Ems mit altem Hafenbecken und Altstadt
  • Hooksiel mit dem unter Denkmalschutz stehenden Alten Hafen
  • Schau doch auch beim ersten Teil unserer Reise durch Friesland rein

Reiseführer für Deinen Ostfriesland-Urlaub*


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Autor

Journalistin und seit über 50 Jahren leidenschaftliche Reisende. Mit meinem kompakten Kastenwagen-Wohnmobil bin ich in ganz Europa zwischen dem Südzipfel Spaniens und dem Nordkap unterwegs. Seit 2018 blogge ich auf www.hin-fahren.de zu schönen Reisezielen und gebe Tipps zu Camping und Wohnmobil.

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