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Pilgerweg durch Spanien mit dem Wohnmobil – Santiago wir kommen

Aktualisiert von Katja

Viele Wege führen nach Santiago de Compostela. Menschen machen sich zu Fuß, auf dem Fahrrad und sogar mit dem Pferd auf den Pilgerweg. Dagegen ist pilgern auf dem Jakobsweg mit Wohnmobil eher ungewöhnlich. Wir haben es gemacht und sind dem Pilgerweg in Spanien mit dem Campingfahrzeug gefolgt. Hier ist unser Reisebericht zur Rundreise, Reiseroute und Zielen in Nordspanien und auf dem Jakobsweg.

Spanischer Jakobsweg mit dem Wohnmobil

Inhalt

Seit über 25 Jahren sind wir mobil unterwegs. Die erste gemeinsame Reise mit meinem Mann ging mit unserem VW T2 nach Nord-Spanien – inklusive intensiver Begegnungen mit und auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Seitdem lässt uns der Camino nicht mehr los.

Viele Begegnungen mit Pilgern und vor allem die Menschen, die Landschaft, das gute Essen und die vielen alten Kirchen und Orte machen für uns den Reiz dieses besonderen Urlaubsziels aus. Als dann unser damals 17-jähriger Sohn den Wunsch hatte, als „letzte Reise“ mit den Eltern dem Pilgerweg mit dem Reisemobil zu folgen, waren wir sofort dabei.


Pilgerfahrt durch spanien

  • Auf dem Armaturenbrett unseres Citroëns liegt gut sichtbar die Jakobsmuschel.
  • Diesmal wollen wir ganz bewusst so nah wie möglich dem Jakobsweg in Spanien mit dem Wohnmobil folgen.
  • Die Reiseroute direkt am Pilgerweg zu finden, ist nicht ganz einfach. Viele neue Straßen sind in den vergangenen Jahren entstanden.
  • Hilfe gibt es in einem Pilger-Wanderführer, der neben dem Jakobsweg auch genau die Straßenführung abbildet.
  • Alternativ ist natürlich auch das Fahren auf der freien Autobahn möglich. Die einzelnen Ziele sind gut ausgeschildert.

Einstieg in den Jakobsweg in den Pyrenäen

Wir erreichen mit dem Camper die Pyrenäen und treffen den aragonesischen Pilgerweg bei Jaca. So viel gibt es bereits hier zu sehen: spektakuläre Schluchten, Stauseen und immer wieder Geier.

Hier lohnt sich ein erster Umweg: Das eindrucksvolle romanische Castillo de Loarre (die schönste Burg in Spanien) und die pittoresken Felsen von Los Mallos de Riglos (Geierfelsen) sind unsere nächsten Reiseziele. Gänsegeier sind hier ganz aus der Nähe zu sehen. In Scharen kreisen sie hoch oben im blauen Himmel. Diese besonderen Orte sind der Grund, warum wir sehr gerne unsere Fahrt durch Nord-Spanien in Jaca beginnen.

Kastenwagen auf dem Campingplatz in Spanien

Ausblick von unserem Stellplatz auf dem Campingplatz unterhalb der Burg von Loarre

Erster Höhepunkt des Pilgerwegs ist dann das romanische Kloster von San Juan de la Peña.

  • Viele Jahrhunderte haben die Pilger auf dem Weg nach Santiago für das Doppelkloster einen anstrengenden Umweg gemacht.
  • Der romanische Kreuzgang des unteren Klosters mit tollen Kapitellen ist direkt in den Felsen gebaut.
  • Auf dem großen Parkplatz am oberen Kloster haben wir schon sehr gut und einsam unter Bäumen in unserem Camper frei übernachtet.
  • Nach der Besichtigung belohnt nach einem kurzen Spaziergang vom Parkplatz durch den Wald der „Balcon del Pirineo“ mit weitem Rundblick auf die Pyrenäen.
  • Die Zufahrtsstraße windet sich durch die Berge. Die Zufahrt ist mit dem Wohnmobil möglich.

Übernachtung mit dem Camper am aragonesischen Pilgerweg

  • Jaca: Kleiner Wohnmobilstellplatz in einem Wohnviertel, direkt an einen Park angrenzend. Von hieraus etwa zehn Minuten Fußweg ins Zentrum mit sehr schöner romanischer Kirche und vielen Restaurants.
  • Campingplatz Loarre: Kleiner einfacher Campingplatz an der Zufahrtsstraße zur Burg mit tollem Blick ins Land.
  • Los Mallos de Riglos: Auf dem Parkplatz neben dem Schwimmbad übernachten immer wieder Camper.
  • Kloster San Juan de la Peña: Geduldete Übernachtung auf dem Parkplatz.

Wer den Pilgerweg in Saint Jean Pied de Port startet, findet im Ort einen kleinen Wohnmobilstellplatz, der aber sehr gut besucht ist. Die Fahrt über die Pyrenäen dem Pilgerweg folgend, ist eindrucksvoll und führt über Roncesvalles und Zubiri nach Pamplona.


Pilgerweg mit Wohnmobil im Baskenland

Weiter folgen wir dem Jakobsweg mit dem Womo durch die schroffe Bergwelt. Natürlich nutzen wir unseren fahrbaren Untersatz und besuchen das Monasterio de Leyre. Steil geht es aus dem Tal heraus. Auch manche Pilger machen den anstrengenden Abstecher. Mit einer Gruppe und Führung auf Spanisch machen wir den Besuch in der romanischen Klosterkirche und in der Krypta mit ihren riesigen Kapitellen. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Immer wieder versuchen die Führung und andere Gäste, uns etwas von dem Gesagten zu dolmetschen. Nach einem Spaziergang entlang des Kreuzweges im Wald oberhalb des Klosters verbringen wir auf dem Parkplatz eine ruhige Nacht. Neben uns übernachtet ein Pärchen im Auto.

#Hin-Fahren #Pilgerweg

Ein wichtiger Wallfahrtsort für die Region ist auch das Castillo de Javier, das nur ein paar Kilometer vom Pilgerweg weg liegt

Ganz früh am Morgen brechen wir auf und finden auf den riesigen Parkplätzen am Castillo de Javier eine Ecke für ein gemütliches Frühstück.

  • Diese moderne Wallfahrtsstätte ist etwas besonderes.
  • Hier kam im Jahr 1506 San Francisco Javier zur Welt, der Mitbegründer des Jesuitenordens und Missionar. Alles dreht sich hier um den Heiligen Navarras.
  • Bei unserem Besuch sind die Pilgerstätten leer. Einmal jährlich versammeln sich hier im Baskenland tausende von Pilgern.

Für die Besichtigung von Pamplona steuern wir mit dem Wohnmobil zum Übernachten den nördlich gelegenen Camping Ezcaba an. Die Stellplätze in der Stadt haben uns nicht gefallen. Auf dem Campingplatz stehen wir nicht weit vom Zentrum gemütlich und können mit dem Bus in die Stadt fahren. Wer Räder dabei hat, kann die gut ausgebauten Radwege nutzen. Wir haben Glück und bekommen noch ein schönes Plätzchen. Während der Fiestas von Pamplona ist jeder Millimeter auf dem Platz über Jahre ausgebucht und die Preise sind horrend.

Unsere Ziele im Zentrum von Pamplona sind die Altstadt, der Plaza del Castillo, die Zitadelle und die gotische Kathedrale mit angrenzendem Museum. Überall in der Stadt ist der Pilgerweg gegenwärtig.

Übernachtung mit dem Wohnmobil im Baskenland

  • Monasterio de Leyre: Parkplatz Kloster, bitte nachfragen
  • Pamplona: Camping Ezcaba, einfacher Stadtcampingplatz. Gut gelegen und mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt. Auf den für Wohnmobile ausgewiesenen Parkplätzen in Pamplona gibt es immer wieder Einbrüche, deshalb wählen wir für den Stadtbesuch den Campingplatz.
  • Pamplona: Área Autocaravanas Trinitario, Av. de Gipuzkoa Etorbidea, 1-409, 31014 Pamplona, Navarra, Spanien. Eingezäunt, Zufahrt über Schranke, sauber, recht laut, Ver- und Entsorgung, ohne Schatten, kameraüberwacht, Bezahlung am Automaten.

Weiter auf dem Hauptweg der Pilger durch Navarra

Mit dem Wohnmobil auf dem Puerto del Perdon in Spanien #Hin-Fahren #Pilgerweg

Pilger am Puerto de Perdon

  • Hinter Pamplona verpassen wir fast die Abfahrt zumPuerto del Perdon“. Also genau auf die Schilder achten, der Abstecher lohnt sich.
  • Sehr steil ist der Anstieg und das nicht nur als Fusspilger, sondern auch mit dem Camper.
  • Belohnt werden wir oben mit einem herrlichen Fernblick.
  • Eine Pilgergruppe aus Blech erinnert an die Strapazen in früheren Zeiten.
  • Schilder warnen die schwer bepackten Pilger zur Vorsicht auf den steilen Wegen. Beeindruckt von ihrer Leistung schauen wir ihnen beim Abstieg in Richtung Santiago hinterher.
#Hin-Fahren #Pilgerweg

Die kleine Kirche von Eunate liegt einsam im Feld am Pilgerweg

Unser nächstes Ziel auf der Reiseroute auf dem Jakobsweg ist die in Feldern gelegene kleine romanische Kirche von Eunate. Diese ist achteckig.

  • Vor über 25 Jahren haben wir hier mit anderen Pilgern einen Gottesdienst gefeiert und dann neben der Kirche im VW-Bus übernachtetet – unvergesslich.
  • Auf dem Parkplatz wäre das Übernachten im Reisemobil vielleicht noch möglich, aber Glassplitter auf dem Boden und Tafeln warnen davor.
#Hin-Fahren #Pilgerweg

Cirauqui: Hier folgt der Pilgerweg noch der Römerstraße, mit altem Pflaster und Brücke

Nach der Stadtbesichtigung in Puente la Reina mit der berühmten Brücke, erreichen wir Cirauqui, wo der „Camino“ der noch erhaltenen Römerstraße folgt. Um dieses Stück zu sehen, ist es nicht nötig in den Ort zu fahren. Eine alte Römerbrücke und die Römerstraße sind von einem Parkplatz an der Hauptstraße gut erreichbar. Das nächste Ziel ist Estella.

„Willkommen, willkommen“, werden wir im Horno San Miguel am Ortseingang in Estella begrüßt.

  • Der Besitzer des Horno San Miguel ist den Weg schon selbst gegangen, stolz erzählt er von seinen Eindrücken. Der ausgefaltete voll gestempelte Pilgerpass hat einen Ehrenplatz an der Wand.
  • Das Essen ist reichlich und lecker. Heute stehen Ensaladilla (spanischer Kartoffelsalat), Albondigas (Fleischbällchen) und zum Abschluss ein riesiges Stück Torte auf der Speisekarte.
  • Es gibt sogar einen kleinen Rabatt für Pilger. Gerne bezahlen wir dafür etwas mehr.

Rund und satt machen wir uns auf zu einem Spaziergang durch die Stadt. Es wird ein kürzerer Aufenthalt als geplant, die Mägen sind einfach zu voll. Die verschiedenen romanischen Kirchen der Stadt und das kleine Stadtzentrum sind aber auf jeden Fall einen Stop wert.

Übernachten mit dem Wohnmobil am Pilgerweg in Navarra

  • Estella: Camping Lizarra Navarra, Paraje de Ordoiz, s/n, 31200 Estella. Ordentlicher Campingplatz, sehr eng und voll, bei Spaniern sehr beliebt und besonders am Wochenende viel los und entsprechend lebendig.
  • Puente la Reina: Neben der Pilgerherberge war ein sehr einfacher Campingplatz. Es ist unklar, ob dieser noch geöffnet ist. Zufahrt erfolgt durch eine niedrige Unterführungen, deshalb nicht für hohe und große Fahrzeuge geeignet.
  • Alternativ etwas unterhalb von Puente la Reina: Camping El Molino, Ctra. Larraga, s/n, 31150 Mendigorría, sehr gepflegte Anlage, aber etwas vom Pilgerweg entfernt.

Viele Höhepunkte auf dem Pilgerweg mit dem Wohnmobil

Natürlich besuchen wir auch das Kloster Irache mit dem berühmten Weinbrunnen, an dem sich die Pilger kostenfrei Rotwein oder Wasser zapfen dürfen. Von Estella sind es nur ein paar Kilometer. Parkplätze gibt es hier genügend. Und auch der Besuch des Klosters ist lohnenswert.

#Hin-Fahren #Pilgerweg

Der Wein-Brunnen von Irache liegt direkt am Pilgerweg

Über eine gewundene Straße geht es danach entlang des Jakobsweg im Wohnmobil weiter nach Torres del Río. In dem kleinen Ort steht die achteckige Kirche des Heiligen Grabes aus dem zwölften Jahrhundert. Eine Freiwillige aus dem Ort lädt gegen eine kleine Gebühr zur Besichtigung des trutzigen Gebäudes ein. Drinnen ist es dunkel und an der Decke hängen Fledermäuse. In der angrenzenden Pilgerherberge bekommen wir einen Kaffee.

Langsam trudeln die ersten Pilger ein. Wir dagegen steuern mit unserem Kastenwagen Logroño an und bekommen noch einen Platz auf dem kleinen Campingplatz. Zuerst macht der Platz einen etwas seltsamen Eindruck auf uns, dann haben wir uns aber sehr wohl gefühlt. In der Nähe parken auch mehrere Wohnmobile an der Straße.

Das beste ist aber: Über eine nahe Fußgängerbrücke sind wir in knapp fünf Minuten zu Fuß in der Innenstadt und können noch einen Blick in die Kathedrale werfen, bevor diese für den Abend schließt. Den Abend verbringen wir in den kleinen Kneipen in den pittoresken Gassen der Altstadt. Es gibt zwei Gassen mit vielen kleinen Bars. In jeder ist eine andere Tapa Spezialität. Klasse!

#Hin-Fahren #Pilgerweg

Auf dem Campingplatz von Logrono finden wir ein ruhiges Plätzchen

Übernachtung mit dem Camper in Richtung Logroño

Auf dem Jakobsweg Durch altes Kulturland im Rioja

In Najera ist Markt und damit das Parken mit unserem Camper eine echte Herausforderung. Überall sind Menschen und Fahrzeuge. Aber endlich gelingt es doch in der Nähe des Schwimmbades (auf der anderen Seite des kleinen Flusses), unseren Kastenwagen in eine kleine Lücke zu zwängen und wir können das ehemalige Benediktinerkloster Monasterio Santa Maria La Real besichtigen. Dieses hat eine wichtige Rolle für die Könige von Navarra gespielt. Der eindrucksvolle Bau in rotem Sandstein mit den durchbrochenen Fenstern ist direkt an den Felsen angebaut.

Um Santo Domingo de la Calzada, wo wir die Kathedrale San Salvador besuchen und den Glockenturm erklimmen, wird die Landschaft immer ausgedörrter.

  • Es ist wohl eine der wenigen Kirchen, in der lebende weiße Hühner in einem großen Käfig über einem Altar gehalten werden.
  • Keine Sorge, die Tiere werden regelmäßig ausgetauscht und können dann ein normales Hühnerleben führen.
  • Die Hühner erinnern an  eine Legende aus dem Mittelalter.
  • Wir finden aber die engen Gänge, die sich wohl als Teil einer alten Verteidigung durch die Kirchenmauern ziehen, viel spannender (Tipp: unbedingt erkunden!).

Übernachtung mit Wohnmobil am Pilgerweg im Rioja

  • Najera: Wohnmobilstellplatz auf einem einfachen Parkplatz neben der Stierkampfarena, Parking Acto Publico, Plaza de Toros, 26300 Najera, zur Stadt über den Fluss
  • Najera: In der ehemaligen Stierkampfarena scheint ein einfacher Campingplatz zu sein (Camping El Ruedo)
  • Najera: Parkplatz am Schwimmbad, Calle Martín Gamero 3
  • Santo Domingo de la Calzada: 3 Kilometer entfernt liegt der Campingplatz Camping Bañares, Ctra Nacional 120, km. 42,2; 26257 Bañares, große schön angelegte Anlage, „Ferienpark“, sehr teuer
  • Parken mit Wohnmobil in Santo Domingo de la Calzada: Calle de la Peseta, 26250 Santo Domingo de la Calzada

Begegnungen und Kirchen auf dem Pilgerweg in Castilla y Léon.

Immer weiter dem Pilgerweg folgend erreichen wir Burgos. Hier übernachten wir auf dem Campingplatz im Freizeitgebiet Fuentes Blancas, da es auf den Parkplätzen in der Stadt immer wieder zu Einbrüchen in Wohnmobile kommt. Der Platz ist schön grün und liegt in einem Park. Mit dem Bus sind es etwa 20 Minuten Fahrt ins Zentrum.

Jakobsweg mit Wohnmobil: Kathedrale in Burgos #HinFahren #Pilgerweg

Die Kathedrale in Burgos st ein gotisches Schmuckstück

Die große gotische Kathedrale und das angrenzende Museum sind sehr eindrucksvoll. Mehrere Stunden verbringen wir hier. Danach probieren wir Tapas in verschiedenen kleinen Bars in der Nähe.

Nicht weit entfernt erreicht der Pilgerweg Castrojeriz und wir den Campingplatz Camino de Santiago. Hier ist es schön, hier verbringen wir die Nacht.

Gleich nebenan liegt die Pilgerherberge. Aber Wasch- und Aufenthaltsräume von Campingplatz und Herberge sind streng getrennt. Man hört sich, kommt aber nicht in Kontakt – schade. Dafür sind die anderen Camper umso mitteilsamer. „Ich komme jedes Jahr für mehrere Wochen und mache einen Abschnitt des Camino“, berichtet unser über 75-jähriger Nachbar, der sich sichtlich über die Möglichkeit zum Austausch freut. Dabei fährt er mit dem Bus einige Etappen zurück und macht sich dann als Fußpilger auf den Weg.

#Hin-Fahren #Pilgerweg

Pilgerweg bei Castrojeriz

Noch 500 Kilometer nach Santiago de Compostela

Weit geht der Blick über das Land. Noch 500 Kilometer bis zum Ziel der Pilgerfahrt, also nach Santiago de Compostella, das entnehmen wir einem der Straßenschilder.

  • Gleißendes Licht, Brauntöne und abgeerntete Kornfelder dominieren den Blick in die unendliche Landschaft.
  • Manchmal sind in der Ferne Schafherden zu sehen.

Wir folgen dem Jakobsweg zur alten Brücke über den Rio Pisuergo, die die Pilger in dichten Gruppen überqueren. Hier an der Puente de Itero kommen wir den Pilgern wieder ganz nahe.

Gleich nebenan steht die ursprüngliche romanische Kirche San Nicolás, die jetzt als Herberge dient und früher eine Einsiedelei war. Direkt neben dem Altar stehen der Gaskocher und benutzte Töpfe, im Kirchenraum Stockbetten. Duschen und Toiletten sind in einem einfachen Gebäude dahinter. Davor rasten junge Pilger – es ist ein besonderer Ort.

Durch das sehr stark landwirtschaftlich genutzte Land der Meseta geht es mit unserem Camper weiter in Richtung Fromista. Unterwegs sehen wir immer wieder Störche. Auch auf einer Kirche haben sie ihre Nester gebaut. Wir zählen mehr als 20 Tiere. Inzwischen musste das Kirchendach sogar verstärkt werden.

Das Zentrum von Fromista ist die trutzige romanische Kirche San Martin. Sie ist erst vor einigen Jahren renoviert und sauber gemacht worden. Immer wieder gehen wir um sie herum, um auch keine der Fratzen und Tierfiguren zu verpassen, die sie verzieren.

Kurz vor León steht noch ein Abstecher zum mozarabischen Kirchlein von San Miguel de la Escalada an. Über eine kleine Straße geht es durch ein fruchtbares Tal. Ein Ausflug, der sich mit dem eigenen Fahrzeug auf jeden Fall lohnt.

Auch nach León fahren wir immer wieder gerne. Hinter der Kathedrale gibt es einen Parkplatz, auf dem auch das Parken mit dem Wohnmobil möglich ist. Ein älterer Mann fungiert hier als selbsternannter Parkwächter, winkt uns in einen der freien Parkplätze und hat für ein kleines Trinkgeld ein Auge auf unseren Camper.

Mit dem Wohnmobil auf dem Jakobsweg in Leon #HinFahren #Pilgerweg

Die mächtige Kathedrale in Leon ist ein wichtiges Pilgerziel

Die gotische Kathedrale hat herrliche Kirchenfenster. In der Innenstadt gibt es viele kleine Fachgeschäfte, Bars und Plätze. Nicht weit entfernt liegt die Basilika San Isidoro mit sehr gut erhaltenen romanischen Fresken.

Auch unser Zwischenstop in Astorga und eine Besichtigung der Kathedrale und des daneben gelegenen Bischofspalasts von Gaudi ist super. Durch Zufall (wir waren wegen der Hitze auf der Suche nach einem Restaurant mit Klimaanlage), landen wir in einem wirklich guten Restaurant und essen einen typischen Cocido, bei dem die Suppe zum Schluss serviert wird. Später sind alle Plätze besetzt.

Highlight auf dem Pilgerweg: Steil Hoch zum Cruz de Ferro

#Hin-Fahren Pilgerweg

Bei Rabanal darf auf dem Pilgerweg natürlich auch dieses Schild nicht fehlen. Bis nach Hause in die Pfalz sind es 1.785 Kilometer

Nach Astorga folgen wir einer kleinen Straße direkt am Pilgerweg in Richtung Ponferrada. Die Hauptstraße folgt einem anderen Weg, auch große Wohnmobile sollten diesen Streckenabschnitt umfahren.

Über holprige kleine Straßen geht es immer weiter. Viele Pilger laufen unbeirrt in glühender Hitze neben uns. Auch sehr viele Fahrradfahrer kämpfen sich den steilen Anstieg bei Rabanal zum Cruz de Ferro hinauf.

  • Oben am „Cruz de Ferro“ schweift der Blick.
  • Ein großer Parkplatz gibt Gelegenheit zur Rast. Schnell sind Tische und Stühle aus dem Wohnmobil für ein Picknick ausgepackt.
  • Hier am „eisernen Kreuz“ legen die Pilger Steine mit Bitten und Wünschen ab.
  • Ein magischer Moment, als einer der Pilger seine mitgebrachte Geige vom Rücken nimmt und virtuos anfängt zu spielen, bevor er sich mit einem „Buen Camino“ wieder auf den Weg macht – Gänsehaut pur. Die Begegnung mit dem Geiger habe ich unter meinen Momenten für die Ewigkeit beschrieben.
  • Auf dem großen Parkplatz steht es sich nachts ruhig und einsam mit dem Wohnmobil, nur die Kühe ziehen vorbei.

Aber noch ist es zu früh für eine Übernachtung und wir fahren weiter in Richtung Santiago. Kurz danach steuern wir vorsichtig durch die enge Hauptstraße von Acebo, die überragenden Balkons immer im Blick. Unser Womo passt, aber knapp. 3,20 Meter Höhe sind bei unserem schmalen Fahrzeug kein Problem. Größere Wohnmobile müssen sich genau erkundigen.

⇒ Für größere Wohnmobile oder Caravans ist dieser Streckenabschnitt zwischen Astorga und Ponferrada eher nicht geeignet. Sie folgen der A6.

In Ponferrada parken wir unseren Camper direkt unterhalb der Templerburg auf einem Parkstreifen. Die mächtige Feste ist nur noch eine Ruine, die wir ausgiebig erkunden.

Unsere Fahrt führt weiter durch grüne fruchtbare Berglandschaft mit viel Laubwald. Bei O Castro verlassen wir Kastilien und Leon und erreichen Galicien.

Übernachten mit dem Wohnmobil am Pilgerweg in Castilla y Leon

Auf dem Pilgerweg in Galicien: Enge Straßen, Wiesen und Wälder

Der 1.300 Meter hohe Cebreiro Pass ist eine echte Herausforderung für die Pilger. Unser Kastenwagen schafft die Steigung aber gut. Wir erreichen das kleine Dorf  O Cebreiro auf der Passhöhe. Dieses ist eine wichtige Etappe auf dem Pilgerweg und auch bekannt durch seine besonderen Hütten. Sie sind nach keltischem Vorbild gebaut, rund und mit einem tief gezogenen Dach, das mit Stroh gedeckt ist. Inzwischen sind in den Hütten Pilgerherbergen, Andenkenläden und kleine Bars und Restaurants untergekommen. Beim Bummel über das Kopfsteinpflaster, gibt es allerhand zu entdecken. Mir gefällt die frühromanische Kirche Santa Maria la Real besonders gut. Neben dem Ort haben wir auf dem Parkplatz schon übernachtet, diesmal sind aber alle geraden Plätze belegt und es ist uns auch zu „rummelig“.

Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Neue Autobahnen führen den Verkehr inzwischen weit weg an den Pilgern vorbei. Nach abwechslungsreicher Fahrt durch die galizische Bergwelt kommen wir auf dem Campingplatz in Sarria unter.

Wir sind dagegen den Pilgern ganz nahe, besonders auf den letzten 100 Kilometern. Der Pilgerweg liegt hier direkt an der engen Straße, die sich durch Wiesen, Felder und kleine Wäldchen schlängelt.

Erstaunt winken sie uns zu, es geht nur noch langsam voran. Nur unsere Bundeskanzlerin treffen wir nicht. Sie ist an diesem Tag ganz in der Nähe unterwegs.

Kurz vor dem Ziel ein letzter Abstecher: In Vilar de Donas erklärt uns ein rüstiger Senior stolz die romanische Kirche San Salvador und setzt zum Abschluss einen Pilgerstempel in unser Fahrtenbuch.

Übernachten mit dem Wohnmobil am Pilgerweg in Galicien

Am Ziel: Santiago de Compostela

Knapp 14 Tage nach dem Start in Deutschland sind wir am Ziel der „Pilgerreise“ angekommen und bekommen mit unserem Wohnmobil einen guten Platz auf dem Campingplatz von Santiago de Compostela Camping As Cancelas.

  • Der Campingplatz liegt in der Nähe des Stadtzentrums.
  • Die Stellplätze sind nicht groß und nicht alle sind für Wohnmobile geeignet. Am besten also erst den Platz checken und bei Bedarf noch einmal wechseln.
  • Direkt unterhalb des Campingplatzes ist ein Einkaufszentrum.
  • Von hieraus spazieren wir  zu Fuß zur Kathedrale.
  • Alternativ ist auch die Fahrt mit dem Bus möglich.

Immer mehr Pilger mit Rucksäcken und Wanderstöcken haben das gleiche Ziel, die Kathedrale von Santiago de Compostella, die wir durch enge Gassen erreichen.

  • Auf dem großen Platz vor der Kathedrale von Santiago de Compostela fallen sich wildfremde Menschen in die Arme. Sie sind am Ziel ihrer Pilgerfahrt.
  • Dieser besondere Moment der Ankunft wird in vielen Erinnerungsfotos festgehalten.
  • Wir bleiben einfach nur stehen und genießen den Moment.

In der Pilgermesse mit Weihrauchfass und Menschen aus der ganzen Welt sind wir Teil der großen Gemeinschaft. „Gut gemacht“, umarmen wir die Nachbarn. Das Lob kommt aus tiefem Herzen, sind wir doch unmittelbare Zeugen der großen Leistung der Pilger.

In einer nahe gelegenen Kneipe philosophieren und sprechen wir dann noch lange mit Pilgern aus Australien und dem Gastwirt, der den Jakobsweg ebenfalls schon gegangen ist.

Übernachtung mit dem Wohnmobil in Santiago de Compostella

  • Camping As Cancelas, 15704, Rúa do Vintecinco de Xullo, 35, 15703 Santiago de Compostela, La Coruña

Abschluss der Pilgerfahrt am Cabo Finisterre

Ende des Pilgerwegs am Cabo Finisterre #Hin-Fahren #Pilgerweg

Meer-Blick am Cabo Finisterre

Als letztes Ziel des Pilgerwegs wartet Cabo Finisterre, das „Ende der Welt“. Über uns ist blauer Himmel, um uns herum tief blaues Meer. Unser Wohnmobil parken wir auf dem Parkplatz rechts an der Zufahrt zum Leuchtturm.

  • Immer mehr Menschen bewegen sich auf den letzten Metern.
  • Viele Pilger verbrennen hier nach ihrer letzten Etappe Wanderschuhe und Kleidungsstücke.
  • Auch wir stehen lange im Wind und blicken auf den Atlantik, bevor wir uns auf den über 2.000 Kilometer langen Rückweg machen.

Übernachten mit dem Wohnmobil am Cabo Finisterre

  • Am Parkplatz führt eine kleine Straße die Küste entlang bis zu einem kleinen Parkplatz. Hier ist das Übernachten mit dem Wohnmobil mit Blick auf den Leuchtturm und relativ ruhig möglich.

⇒ Die Atlantikküste in Nordspanien und das Hinterland sind ebenfalls das Hin-Fahren wert. Doch das ist eine andere Geschichte.


Fazit: Der Jakobsweg mit Wohnmobil – Eine intensive Erfahrung

  • Auf dieser Reise haben wir rund 6.000 Kilometer mit unserem Kastenwagen zurückgelegt.
  • Sind wir Pilger? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall sind wir tief berührt.
  • Die Atmosphäre, Spiritualität und die Spuren, die Generationen vor uns hinterlassen haben, haben die ganze Familie gepackt.
  • Dazu kommen die unendlichen Landschaften und die Natur.
  • Der Pilgerweg durch Spanien mit dem Campingfahrzeug ist eine intensive Erfahrung an der Grenze von Tourismus und Pilgerfahrt.
  • So können wir auch die kleinen Orte abseits entdecken, ist für meinen Mann das Besondere.
  • Durch die Möglichkeit auch einmal größere Strecken zurückzulegen, haben wir mehr Zeit an Landmarken und für den Besuch der zahlreichen Kirchen.
  • So erleben wir die Pilgerstätten zu einer Tageszeit, wenn kein großer Andrang herrscht.
  • Dankbar sind wir auch für die vielen Begegnungen mit Einheimischen und ihre Berichte, wie der Pilgerweg ihr Leben berührt und geprägt hat.

Wir kommen sicher wieder – irgendwann auch als Fußpilger.


Hin-Fahr-Tipps zum Pilgerweg mit dem Wohnmobil

Mit dem Wohnmobil unterwegs in Nordspanien auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostella #Wohnmobiltour #NordspanienAnfahrt nach Nordspanien

Mühlhausen, Lyon, St. Etienne, Yssingeau, Le Puy, Langogne, Mende, Stück Autobahn, Laissac, Rodez, Carmaux, Albi, Lisle, Autobahnring Toulouse (rechts herum in Richtung Bordeaux), Richtung Vielha, durch die Pyrenäen bis nach Jaca

Rückweg quer durch Frankreich

Entlang der Küste bis Bilbao, dann quer durch Frankreich bis nach Chalon-Sur-Saone, den Rest auf der Autobahn

Übernachen mit dem Camper in Nordspanien

  • Im Inland gibt es nicht überall Campingplätze, also am besten frühzeitig auf die Karte schauen.
  • Stellplätze sind in Nord-Spanien erst auf dem Vormarsch und es gibt noch nicht sehr viele. Davon sind einige nicht sehr attraktiv oder ohne Schatten.
  • Frei übernachten und das legal und schön, ist in der Nähe des Caminos nicht mehr so ganz einfach.
  • Es sind einfach zu viele Menschen unterwegs und die kleinen Nebenstraßen oder begradigten Kurven gibt es fast nicht mehr. Dabei ist es in Galicien eher erlaubt als in Asturien. Im Baskenland dagegen gibt es bereits mehrere legale Stellplätze.
  • Keine Sorge, es finden sich schöne Plätze, nur nicht immer da, wo man sie sich wünscht oder nach längerem Suchen.

Tipp: Unbedingt Essen Gehen in Spanien

In Nordspanien gibt es viele Spezialitäten. Mittags bietet das beliebte „Menu del Dia“ drei Gänge mit Wasser und Wein. Oft werden noch die Flaschen ganz auf den Tisch gestellt werden und das zu einem günstigen Preis. Häufig wird hier noch Hausmannskost oder deftiger Eintopf serviert. Sehr gut lässt es sich dort speisen, wo mittags die kleinen Laster und Lieferwagen der Handwerker vor der Tür stehen.

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empfehlung zur Einstimmung auf den Pilgerweg


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ich bin Katja Hein - Journalistin & überzeugte Camperin. Mit meinen Wohnmobil-Reisebeschreibungen nehme ich Dich mit auf meine Reisen mit dem Kastenwagen. Dazu gibt es Tipps rund ums Campen & Womo.
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