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Nordkap mit Wohnmobil: Zwischenstopp im Wissenschaftscenter und Museum Arktikum Rovaniemi (Finnland)

Aktualisiert von Katja

Das Museum Arktikum in Rovaniemi (Finnland) ist ein außergewöhnlicher Zwischenstopp auf unserer Fahrt zum Nordkap mit Wohnmobil. Unterwegs schauen wir uns gerne besondere Reiseziele an der Strecke an. Auch auf unserem Roadtrip zum Nordkap haben wir Highlights herausgesucht. Hier erfährst Du, was Dich im Wissenschaftscenter und Museum Arktikum in Rovaniemi erwartet. Der Besuch lohnt sich wirklich!

Zwischenziel Nordkap-tour in Rovaniemi

Unser erster Stopp mit Wohnmobil und Hin-Fahr-Tipp in Finnland ist das Wissenschaftscenter und Museum Arktikum in Rovaniemi. Dieses ist bei der Anfahrt gut ausgeschildert.

Der 172 Meter lange moderne Glastubus wurde von einem dänischen Architektenteam konzipiert. Das Gebäude ist etwas Besonderes. Es beherbergt zwei Museen, die Ausstellungsräume im Arktikum sind zum Teil unterirdisch. Das Ausstellungskonzept von Rovaniemi ist sehr modern und in vielen Teilen interaktiv.

Haupteingang des Museums in Finnland

Das Museum Arktikum in Rovaniemi

Unser Wohnmobil parkt hinter dem Arktikum, auf dem großen offenen Parkplatz des Komplexes. Einmal um das Museum herumfahren. Neben den Parkplätzen für PKW in einem Parkdeck gibt es noch einen relativ großen Parkplatz ohne Höhenbeschränkung. Im Museumscafé kann man von Montag bis Freitag sehr gut Mittagessen.

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Im arktischen Zentrum Rovaniemi erfahren wir viel zum Leben in der Arktis

Auf der linken Seite des modernen Gebäudes, in dem das Arktikum untergebracht ist, widmet sich das arktische Zentrum ganz der Arktis. Dies ist eine interaktive kurzweilig gemachte Ausstellung auf zwei Ebenen, die über eine Rampe und einen kleinen Wasserlauf verbunden sind. Thema ist das Leben in den nördlichsten Regionen der Welt.

Weltkarte mit Polarkreis im Museum Arktikum

Der Polarkreis wird verschieden definiert

  • Wie wird die Arktis definiert (Vegetation, Polarkreis, …) oder warum ist es nördlich des Polarkreises im Sommer immer hell?
  • Anschaulich wird erklärt, wie sich Menschen, Pflanzen und Tiere an extreme Kälte und Wetterbedingungen oder den Wechsel zwischen langen hellen und dunklen Zeiten in der Arktis angepasst haben.
  • Immer wieder gibt es Modelle, viel kann selbst ausprobiert werden: wir testen, wie sich das Fell von verschiedenen Tieren der kalten Regionen anfühlt und stecken die Hand in einen Windkanal, um zu fühlen, wie sich die Kälte ausbreitet, die Vorstufe von Erfrierungen.
Ausgestellte Kajaks wurden in der Arktis verwendet

Das Leben in der Arktis wird im Museum Arktikum beschrieben

Vier Millionen Menschen leben in der Arktis. Durch Zuzüge in den letzten 100 Jahren ist diese zu einem Schmelztiegel verschiedenster Völker geworden (das wusste ich nicht). Aktuell gibt es Diskussionen, wer als „Ureinwohner“ zählen kann.

Die Besucher des arktischen Zentrums lernen mehr zum Alltag in der Arktis, den Polarlichtern, der Funktion der verschiedenen Schneesorten oder aktuellen Herausforderungen des Klimawandels. Auch das Leben auf einer Forschungsstation oder angepasste und bedrohte Tierarten werden thematisiert.

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Im Lappländischen Regionalmuseum Rovaniemi geht es um Kultur und Geschichte

Die rechte Seite des Arktikum-Komplexes ist das Lappländische Regionalmuseum, das sich der Lappländischen Kultur und Geschichte widmet. Hier finden sich modern präsentiert sehr viele Informationen.

Modell eines Samenlagers im Arktikum

Leben der Samen unterwegs

Berührend: Verlorene Region Petsamo

Ein Raum beschäftigt sich mit dem von Finnland verlorenen Gebiet Petsamo, unter anderem Heimat der Skolk-Samen. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste das von Lappen besiedelte Gebiet an die Sowjetunion abgetreten werden.

Porträt des Mönch Parmen im Museum Arktikum

Parmen war ein Mönch, seine Geschichte erzählt viel über das Leben der Menschen in der verlorenen Region

Eindringlich wird die Lebensgrundlage der Region, Kupfer- und Nickel-Abbau, Fischfang und Tourismus und das Schicksal der Bewohner nach der Umsiedlung dargestellt. Die Texte in diesem Raum sind leider nicht auf Deutsch, aber neben Finnisch auch auf Englisch.

Fakten und Wissen: Lappland und seine Bevölkerung

  • Der Hauptraum zeigt in verschiedenen Nischen und Blöcken, scheinbar durcheinander nach einem modernen Museumskonzept, Archäologie, Geschichte und die Entwicklung von Lappland und seiner Bevölkerung.
  • Hier gibt es die gut lesbaren Informationen auch auf Deutsch.
  • Fotos, von den Anfängen der Fotografie bis in neueste Zeit, zeigen Gesichter der Menschen, und dokumentieren ihren Alltag.
Der Marktfotograf hielt die Menschen in Lappland im Porträt fest

Ein Marktfotograf porträtierte die Menschen in Lappland

  • Ausgestellt sind hier im Arktikum unter anderem die Fotos eines reisenden Marktfotografen.
  • Wir lesen zu Transport von Gütern, das Leben im Winter- und Sommerlager.
  • Aber auch zu Elch, Wolf und Bär gibt es ausgesuchte Fakten.
Ausstellung zum Elch im Museum Arktikum

Ein Bereich der Ausstellung widmet sich dem Elch

  • Die Auseinandersetzungen mit Russland spielen immer wieder eine wichtige Rolle in der Geschichte und Entwicklung dieser Region in Nord-Finnland.
  • Ich fand vor allem auf der rechten Seite des Raums die Vitrine, die sich mit den Vorgängen in Lappland im Zweiten Weltkrieg befasst, sehr interessant und auch erschreckend.
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Gewusst? Narben des Zweiten Weltkriegs in Lappland

Der Lappland-Krieg 1944-1945 hat tiefe Spuren in der Provinz hinterlassen. Die Deutschen haben bei ihrem Rückzug aus der Region nach der „Taktik der verbrannten Erde“ gehandelt und fast alles zerstört: 14.779 Gebäude, darunter 5.047 Wohngebäude, 675 Straßenbrücken, 3.222 Straßenkilometer, alle Telefonzentralen, 3.700 Kilometer Telefonkabel, den Großteil der Boote und 24 Fähren.

Jetzt kann ich auch verstehen, warum die Orte, die wir durchquert haben, alle so ähnlich und „modern“ aufgebaut sind. Und warum einige Menschen in Lappland noch in einer Art Baracke wohnen.

Dokumentation der Vorgänge im Zweiten Weltkrieg im Museum Arktikum

Vitrine zum Zweiten Weltkrieg

  • Doch das war noch nicht alles.
  • Der lappländische Boden in Finnland wurde zusätzlich mit etwa 1,3 Millionen Sprengladungen vermint, die in den Jahren danach über 1.000 Menschen das Leben kosteten.
  • Nach dem Krieg mussten Land an die Sowjetunion abgetreten und Reparationszahlungen geleistet werden.

Archäologische Funde zeigen frühe Besiedlung

  • Hochwertige archäologische Funde sind entlang der dem Eingang gegenüberliegenden Seite präsentiert.
  • Die Vitrinen sind wie in einem Zeitstrahl angeordnet.
  • Die Funde zeigen, dass schon früh Beziehungen zu anderen Regionen bestanden und das trotz der Lage am Rand der besiedelten Welt.

Nach gut zwei Stunden Besichtigung im Arktikum von Rovaniemi machen wir uns voller Eindrücke wieder auf den Weg und müssen für unser nächstes Ziel nicht weit fahren.


Danke an das Museumsteam für den freundlichen Empfang und die Erlaubnis zu fotografieren.


Hinfahr-Tipp Arktikum in Rovaniemi

  • Homepage: www.arktikum.fi/en/home.html
  • Adresse: Pohjoisranta 4, 96200 Rovaniemi, Finnland
  • Parken: Parkplätze auch für Wohnmobile direkt am Museum
  • Essen: Museumscafeteria

Ziele in der Nähe des Arktiukum, Rovaniemi

Übernachten mit Wohnmobil

  • Kostenfreier Wohnmobil-Stellplatz am Weihnachtsmanndorf und Nordpolarkreis

unsere RUNDREISE NORDKAP & NORWEGEN MIT DEM WOHNMOBIL

Das Museum Arktikum in Rovaniemi ist ein ideales Ziel auf dem Weg zum Nordkap #Finnland #Lappland #Museumsbesuch #Zwischenstop #Nordkapreise

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Katja
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