Die Normandie ist ideal für eine individuelle Rundreise. Das bei jedem Wetter in verschiedensten Farben schillernde Meer und schöne Reisemobilstellplätze und Campingplätze, sind Anreize mit dem Wohnmobil die Normandie anzusteuern. Auch Familien finden in der Region echte Traumziele. Hier in Teil 1 unserer Reisebeschreibung gibt es Informationen über die Anfahrt und Highlights im Seinetal.

Roadtrip Normandie: Mit dem Wohnmobil durchs Seinetal

Anfahrt Normandie leicht gemacht

  • Vor dem Genuss steht die 700 bis 1.000 Kilometer Anfahrt mit dem Camper quer durch Frankreich oder Belgien, je nach Ausgangsort und erstem Ziel der Reise.
  • Egal für welche Region der Normandie Du Dich entscheidest, es gibt keinen “falschen” Anfang, denn überall ist viel zu sehen und zu erleben.
  • Wir wollen diesmal im Seinetal starten und fahren deshalb mit unserem Kastenwagen auf die Autobahn in Richtung Saarbrücken.
  • Zur Vermeidung der Baustellen auf der A6 und weil noch so viel zu packen war, starten wir aber erst am späten Nachmittag.
  • Bis zu unserem ersten Ziel Giverny sind es 620 Kilometer, sagt das Navi.

Wir freuen uns auf Meer, feinsandige Strände, gutes Essen und viele schöne Besichtigungen in der Normandie. Jetzt im April werden auch die Bäume und Blumen blühen.

Zwischenstop in Lothringen

  • Das Wetter ist gut und die Straßen sind relativ frei.
  • Deshalb kommen wir gut voran und entscheiden spontan, soweit zu fahren, wie es geht.
  • Der Weg ist auch für uns das Ziel – Hauptsache weg von zu Hause.
  • Das spontane Übernachten mit dem Wohnmobil ist ja in Frankreich auch gar kein Problem.
  • Wegen der Schnelligkeit wählen wir nach dem Grenzübertritt die mautpflichtige Autobahn A4.
  • Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, aber die Osterferien sind nun einmal begrenzt und wir wollen so viele Tage wie möglich unseren Urlaub genießen.
  • Vor einigen Jahren haben wir es mit der N4 probiert, aber haben viel länger gebraucht.
Mit dem Wohnmobil in die Normandie: Wohnmobilstellplatz unterwegs in Frankreich

Stellplatz am Kanal in Lothringen

  • Als sich die Dämmerung ankündigt ist es dann Zeit. In der Nähe von Verdun finden wir in unserer Stellplatz-App von Campercontact gleich mehrere Möglichkeiten, die nicht weit weg liegen von der Autobahn.
  • Wir steuern den Wohnmobilstellplatz in Dieue-sur-Meuse an.
  • Dieser liegt nur einige Kilometer von der Autobahnausfahrt entfernt und spricht uns nach der Beschreibung am meisten an.
  • Der Stellplatz ist gut besucht und gefällt uns gut.
  • Direkt am Kanal quetschen wir unseren Kastenwagen zwischen zwei andere Camper und freuen uns über unsere Wahl.
  • Auch der Abendspaziergang durchs Dorf ist richtig toll!!
  • Überall gibt es kleine Tafeln zur Erklärung. Und immer wieder fliegen Fledermäuse über uns hinweg.
  • Todmüde fallen wir ins Bett und schlafen sehr ruhig bis 6 Uhr.

Nadelöhr Paris umfahren

Wer die Route quer durch Frankreich wählt, fährt, um dem Berufsverkehr zu entgehen, am besten am frühen Morgen oder späten Abend um Paris herum. Nachdem wir schon mal den ganz äußeren Autobahnring ausprobiert haben, der aber ständig seine Bezeichnungen ändert und vom Kartenleser höchste Aufmerksamkeit erfordert, fahren wir jetzt lieber doch wieder über die Périphérique. Die Stadtautobahn umschließt die französische Hauptstadt. Vorsicht, hier ist immer viel Verkehr. Im Stadtgebiet um die bis zu fünf Spuren breite Ringautobahn, gilt inzwischen auch die Feinstaubplakette. Also immer genau auf die Beschilderung achten und auch die Geschwindigkeitsbegrenzung 70 einhalten.

Umfahrung von Paris auf der Stadtautobahn

Ganz früh am Morgen stehen wir also auf und sind um 7 Uhr schon wieder unterwegs. Es liegt noch leichter Nebel über dem Kanal. Und zuerst ist die Fahrt um Paris wirklich kein Problem. Dann erwischt es uns aber doch bei der Auffahrt auf den Boulevard périphérique: Stau wegen eines Unfalls. Von allen Seiten drängeln Fahrzeuge mit ins Getümmel. Fahrer und Beifahrer sind beide gefordert, damit es nicht kracht. Endlich aber geht es wieder vorwärts und wir folgen ohne große Probleme den großen Schildern in Richtung Rouen.

Ziele Normandie im Seinetal

Giverny – Wir wandeln auf den Spuren Monets

  • Kurz nach der Grenze in die Normandie steuern wir mit unserem Wohnmobil das erste Highlight unserer Frankreichreise an.
  • Nicht weit von der Autobahn sind Haus und Garten von Claude Monet in Giverny einen Besuch wert.
  • Hier hat der berühmte Impressionist lange Jahre gewirkt.
  • Kinder und Eltern können auf seinen Spuren im nach seinen Vorstellungen gestalteten Garten mit dem berühmten Seerosenteich wandeln.
  • Das ist in jeder Jahreszeit eine Augenweide.
Mit dem Wohnmobil durch die Normandie: Wohnmobilstellplatz Giverny

Der Stellplatz in Giverny gefällt uns gut

Um 12 erreichen wir Giverny und parken auf dem schönen und sehr gut belegten Reisemobilstellplatz. Hier findet wohl ein Wohnmobiltreffen der Marke Voyageur statt. Es ist wunderschönes Wetter und sehr warm.

  • Nach einem kurzen Spaziergang durch den malerischen Ort sind wir schon da.
  • Auch andere hatten aber wohl die gleiche Idee und es gibt lange Schlange am Eingang.
  • Wir warten 45 Minuten bis wir in den Garten kommen.
  • Das Warten lohnt sich aber, es ist wunderschön, vor allem die Blüten – überall Farben.
  • Viele verschiedene Obstbäume blühen in rosa und weiß und darunter wild gemischt jede nur erdenkliche Sorte von Tulpen in einer Symphonie von Farben.
  • Im Haus drängeln sich die Menschen.
  • Doch im Garten ist es nicht so schlimm.
  • Im Seerosenteich spiegeln sich die Bäume, fast wie in den Bildern von Claude Monet.

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Les Andelys – Trutzige Burg über der Seine

Müde und durstig erreichen wir unser Wohnmobil. Da wir nicht genug Wasser dabei haben, fahren wir weiter und gehen im Nachbarort erst einmal Einkaufen. Cidre, Brot, Lachspastete, Käse, Tomaten und viel Wasser ergänzen unsere Vorräte.

Danach steuern wir mit unserem Haus auf Rädern den nahe gelegenen Campingplatz von Les Andelys an und machen Abendessen mit Blick und Fluss. Einfach schön. Ein Spaziergang durchs Dorf rundet den Tag ab.

Campingplatz zwischen Seine und Burg

Angenehmer Stellplatz auf dem Camping in Les Andelys

Hoch über dem Tal der Seine steht über uns auf einer 100 Meter hohen Klippe die malerische Ruine des Château Gaillard, das der englische König Richard Löwenherz innerhalb eines Jahres mit 6.000 Arbeitern zu einer mächtigen Festung ausgebaut hat (das war 1198). Diese Persönlichkeit kennen Kinder und Eltern durch die Geschichten rund um Robin Hood. Wiesenflächen auf einer naheliegenden Anhöhe laden nach der Besichtigung zum Familienpicknick mit herrlichem Blick auf die Burg und das Tal ein.

Stadtbummel in Rouen

Am Morgen machen wir uns auf nach Rouen. Das Navi will wieder auf die Autobahn. Aber wir nehmen lieber die Bundesstraße.

Wohnmobil parken in Rouen
  • Gegen elf Uhr erreichen wir den Wohnmobilstellplatz im Industriegebiet neben dem Fluss.
  • Die Parkmöglichkeiten für Wohnmobile im Stadtzentrum von Rouen sind eher begrenzt, genauer gesagt nicht vorhanden.
  • Schon das Finden und die Zufahrt zum Wohnmobilstellplatz Rouen sind trotz Unterstützung unseres treuen Navis echtes Abenteuer.
  • Wir müssen auf die andere Flussseite der Seine und dann über eine mehrspurige Straße wieder wenden, um dann im spitzen Winkel und steil nach rechts abzubiegen.
  • Der Parkplatz wird von Pendlern benutzt und sehr voll.
  • Überall liegt hier Glas auf dem Boden. Das ist wirklich nicht sehr vertrauenserweckend.
  • Also parken wir relativ nahe an einer geöffneten Werkstatt und neben einem Wohnmobil, das einen bewohnten Eindruck macht.
  • Kurz danach hält ein größeres  französisches Mobil neben uns und eine schrill gekleidete Dame lässt ihren Hund vor die Tür. Ob sie hier wohl ihrer Arbeit nachgehen will?
Spaziergang durchs Stadtzentrum
  • In die Stadt sind es nur ein paar Schritte.
  • In der Kathedrale ist noch Ostergottesdienst, so dass wir die Besichtigung auf später verschieben.
  • Bei der Touristen-Information bekommen wir eine ausführliche Erklärung auf Deutsch, einen Stadtplan und eine Empfehlung, wo man gut essen kann.
  • Wir folgen dem ersten Routenvorschlag: Vorbei am Uhrenturm, dem Justizpalast und einem alten Hotel, geht es zum Platz, wo Jeanne d’Arc verurteilt und am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.
  • Die Atmosphäre zwischen den sehr schön hergerichteten Fachwerkhäusern, in den verwinkelten Gassen und auf den malerischen Plätzen, gefällt uns sehr.
  • Im Viertel hinter der Kathedrale, wo gerade der Gottesdienst vorbei ist und der Bischof interviewt wird, entscheiden wir uns für ein kleines Lokal. 15 Euro kostet das Menü in “Made in Normandy”. Es gibt Schnecken, Garnelen, Lamm, Fisch und danach karamellisieren Reispudding und Eis. Alles ist hervorragend und reichlich.
  • Danach wandern wir weiter entlang der Routenempfehlung und entdecken weitere tolle Winkel, Häuser und Eindrücke.
  • Mit einem Einkauf bei Celio (Französiche Männerbekleidung) runden wir den Tag ab.
  • Laut Handy sind wir über 13 Kilometer gelaufen.

Die Abtei Jumièges ist verwunschen und romantisch

Entlang des Flusses finden wir den Weg nach Jumièges und ignorieren dabei einmal wieder die Anweisungen des Navigationsgerätes. Überall blühen Apfelbäume. Die Strecke ist wirklich schön. Es sieht fast aus wie in Südengland, vor allem auch die vielfältigen Fachwerkbauten.

Übernachten ist direkt in Jumièges möglich

Ganz in der Nähe der Abtei Jumièges ist ein Stellplatz für Wohnmobile

Wir parken auf dem einfachen, aber wirklich netten Wohnmobilstellplatz. Mit Blick auf eine große Wiese essen wir gemütlich in der Sonne und machen einen Spaziergang durch den Ort. Die Kirche auf dem Friedhof ist offen. Sie ist eine wilde Mischung aus Romanik und anderen Baustilen, die wir aber nicht identifizieren können. Alles im Dorf wird durch die riesigen Monumente der ehemaligen Abtei dominiert, die unser eigentliches Ziel ist.

Gleich am frühen Morgen sind wir in der Ruine, gleichzeitig mit zwei Reisebussen.

  • Es ist wunderschön. Kein Wunder, dass die Gemäuer schon in der Romanik als schönste Ruine Frankreichs berühmt wurde.
  • Dank des Infoblattes, das wir am Eingang bekommen, entdecken wir romanische Kapitelle und karolingische Malereien.
  • Im Apthaus ist eine Fotoausstellung mitten in den gotischen Skulpturen.
  • Die Benediktinerabtei wurde im 7. Jahrhundert gegründet und später immer wieder zerstört und neu auf- und umgebaut.
  • Zwischen den gewaltigen Mauern und 46 Meter hohen Türmen lohnt sich das gemütliche Schlendern oder auch Verstecken spielen auf den Spuren der ehemaligen Bewohner.
Mit dem Wohnmobil durch die Normandie: Kloster Jumieges - Reste des romanischen Hauptschiffes

Von der Hauptkirche ist noch sehr viel erhalten

Zur Abtei von Jumieges gibt es eine ausführliche Beschreibung. Der Besuch in der schönsten Ruine Frankreichs lohnt sich wirklich.


Ich freue mich, wenn Ihr mich auch auf der weiteren Reise durch diese schöne Region in Frankreich begleitet. In Teil 2 unserer Wohnmobiltour fahren wir entlang der Alabasterküste zwischen Le Tréport und Le Havre.


Hin-Fahr-Tipps Normandie

Besichtigungshighlights Seinetal

Haus und Garten von Claude Monet

Fondation Claude Monet
Rue Claude Monet
27620 Giverny
23. März bis 1. November
www.fondation-monet.com
Es gibt auch die Möglichkeit, die Karten im Vorfeld über das Internet zu bestellen und dann einen Nebeneingang zu benutzen.

Château Gaillard

27702 Les Andelys
15. März bis 15. November, außer dienstags (ohne Gewähr)
Zugang zu Fuß vom Ortszentrum, Zufahrt mit dem PKW ausgeschildert
Homepage: www.lesandelys.com/chateau-gaillard/

Abbaye de Jumiège

Rue Guillaume le Conquérant
76480 Jumiège
Weitere Informationen auf der offiziellen Homepage
Schau doch auch einmal auf den ausführlichen Beitrag von hin-fahren zum Besuch der Abtei Jumieges

Übernachten mit dem Wohnmobil im Seinetal

RUNDREISE NORMANDIE MIT DEM WOHNMOBIL

Na, Lust bekommen? Dann schau doch auch bei meinen anderen ausgearbeiteten Reiserouten und Reisebeschreibungen zur Normandie rein. Dort findest Du genaue Tipps zur Routenführung, Beschreibungen zu weiteren Sehenswürdigkeiten und Tipps zu Reisemobilstellplätzen und Campingplätzen.


Tour durch die Normandie: Seinetal #Wohnmobilreise #Normandie #Frankreich #ImpressionistenWenn Ihr Fehler findet oder Anregungen habt, freue ich mich über einen Kommentar. Wenn dieser Beitrag gefällt, dann sagt es doch einfach weiter.

Ich wünsche eine wunderschöne Tour.