Aktualisiert von Katja

Camper und ihre Fahrzeuge – niemand ist gleich. Es gibt unendlich viele Lebensentwürfe, Wohnmobile und Reiseziele. In Teil 19 meiner Porträtserie stelle ich Euch Stefanie & Manfred vom VanDogBlog vor, die mit ihren Hunden im Kastenwagen Knaus Boxstar Freeway 630 reisen. Sie haben mir über ihre Touren und ihre praktischen Erfahrungen mit dem Kastenwagen-Camper erzählt.

Mit dem Kastenwagen mitten in der Natur

Unterwegs im Durmitor-Nationalpark Montenegro


Stefanie berichtet über ihren Knaus Kastenwagen und das gemeinsame Reisen mit ihren Hunden im Wohnmobil

Den VanDogBlog habe ich auf Pinterest entdeckt. Aufgefallen sind mir interessante Pins zu Zielen mit dem Wohnmobil. Dann habe ich mit ihr Profil auf Instagram mit wirklich schönen Fotos angeschaut und ein wenig auf ihrer Homepage gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen, was ich da gefunden habe. Auf meine Anfrage zu einem Interview, kam auch ganz schnell eine Rückmeldung und keine Woche später war der Text schon da und dazu eine Menge von spannenden Fotos. Da ist mir die Auswahl richtig schwer gefallen. Lest doch mal rein, es lohnt sich. Stefanie hat eine tolle Art zu schreiben und die praktischen Erfahrungen mit Hund im Kastenwagen sind interessant. Hier kommt ihr Kastenwagen-Test und noch viel mehr.


Wer steckt im Kasten?

Stefanie von Vandogblog und ihr Partner

Manfred & Stefanie – Travelbuddies und Lebenspartner

Stefanie (36)  und Manfred (57)

  • Reisepartner, Lebenspartner und beste Freunde
  • aus Langkampfen (nähe Kufstein/Tirol)
  • Hundeeltern von 2 Australian Shepherd Hündinnen – Chumani & Skye
  • Stefanie arbeitet als Radiologietechnologin. Derzeit tüftelt sie ehrgeizig an einem Fünf-Jahres-Plan. In fünf Jahren will sie nicht mehr in Festanstellung arbeiten, sondern im Van leben

Lebensphilosophie / Lebenskonzept
„You get what you have the courage to ask for“ – Oprah Winfrey
Ich interpretiere diese Worte so, dass Träume nicht unbedingt Träume bleiben müssen, wenn man nur mutig genug ist, seinen Traum zu verfolgen.

Weißer Kastenwagen und 2 Hunde

Die Vandogs Chumani & Skye mit dem neu gestalteten Knaus Boxstar Kastenwagen

Wohnmobil: Kastenwagen Knaus Boxstar Freeway 630

  • Name Cooinda: Das bedeutet „Happy Place“
  • Ausstattung: 2 Schlafplätze (Längsbetten), 4 Sitzplätze, 3-Flammkocher mit separater Spüle, 90l Kühlschrank, Kassetten-Wc, Raumbad, 110 Liter Frischwasser, 80 Liter Abwasser, Truma Heizung, 2x 11kg Gas, kältebrückenfreie Isolierung
  • Basisfahrzeug Fiat Ducato 2,3l Multijet 150 PS
  • 6,34m lang (ohne Fahrradträger), 2,05m breit, Höhe 2,8m
  • 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht (und natürlich regelmäßig überladen)
  • Zusatzausstattung: Klimaanlage Fahrerhaus, Tempomat, LED-Beleuchtung der Regenrinne, Rückfahrkamera, Radio DAB+, TomTom Navigationsgerät (das wir beinahe gar nicht verwenden, weil ich ein großer Freund der Kartennavigation bin)
  • Der Kastenwagen bekam vor wenigen Wochen einen neuen Look. Er trägt jetzt Stefanies Logo. Vom ursprünglichen Knaus-Design ist nichts geblieben.

Wie Bist Du zum Campen gekommen?

Junge Frau sitzt im Auto, daneben ein Zelt

Stefanies erstes großes Abenteuer – Australiens Ostküste im Holden

Die Leidenschaft für’s Camping wurde wahrscheinlich schon geweckt, als ich im Kindesalter in den Schulferien wochenlang im Garten meiner Eltern gezeltet habe. Bis auf den Besuch einiger Festivals jedoch wurde aus meiner Zelt-Karriere nicht wirklich etwas – zu umständlich fand ich das Aufbauen und irgendwie waren die Dinger bei Regen nie so wirklich dicht.

In einem Kombi zu übernachten war hingegen schon richtiger Luxus. Meine erste „Im-Auto-Schlafen-Reise“ fand mit 23 Jahren in einem weißen Holden an der Australischen Ostküste statt.

Leider wurde der Mann, der mich durch meine 20er begleitete, nie so richtig warm mit der Idee in einem Fahrzeug zu übernachten, so blieb der Traum vom eigenen Campingbus jahrelang unerfüllt.

Eines Tages trat dann der Mann auf die Bildfläche, der mich durch meine 30er – und hoffentlich bis in alle Ewigkeit – begleitet. Bei unserem ersten Date erzählte er mir von seinen Camping-Urlauben – früher mit Zelt und Motorrad, später mit Motorrad in einem alten Kastenwagen. Und so war’s um mich geschehen – Ich hatte meinen Traummann gefunden.

Mann sitzt vor einem Kastenwagen mit Vorzelt

Mit Vorzeit ausgestattet waren wir dann schon recht komfortabel unterwegs

Unser erster gemeinsamer Urlaub ging nach Ligurien, im nicht ausgebauten Kastenwagen des Vereins Snowclan, den wir aktiv unterstützen.

  • Wir nennen den Citroën Jumper liebevoll ‚die Zitrone‘.
  • Und das geht so: Sitzbänke raus, Luftbett und Hundeboxen rein.
  • Wir verbrachten ein Jahr voller wundervoller Urlaube mit unseren Hunden in der Zitrone.
  • Und wir begannen auch ein wenig in mehr Komfort beim Camping im nicht ausgebauten Kastenwagen zu investieren, zum Beispiel durch den Kauf eines ordentlichen Vorzeltes.

Aber … Etwas fehlte … Je öfter wir unterwegs waren, umso stärker wurde der Wunsch nach mehr Flexibilität: Wild campen war immer nur so lange möglich, wie wir ohne Dusche und Toilette sein wollten. Zudem stand uns der Vereinsbus nicht immer zur Verfügung, da er ja eigentlich dem Verein gehört.

Irgendwann war klar – ein eigener Kastenwagen musste her.

Mit Wohnmobil und Hunden ganz vorne am See

Einmaliger Platz am Lac de Sainte-Croix in der Provence

Wie gerne denk ich zurück an das große Abenteuer des Abholens. Vollbepackt mit den wichtigsten Campingutensilien (Campingstühle, Kaffeetassen, Espressomaschine, Kochtopf, Besteck, Tellern und natürlich einem Weinglas), Bettwäsche und unseren Hunden inklusive deren Zubehör, ging es im ICE nach Karlsruhe, wo wir den neuwertigen Van von einem sehr lieben Ehepaar erstehen konnten. Natürlich, um sogleich in unser erstes Wochenende mit Cooinda, wie unser Bus fortan heißen sollte, zu starten. Cooinda bedeutet ‚Happy Place’. Und ein glücklicher Ort ist dieser Bus allemal.


Ist die Begeisterung für das mobile Reisen geblieben?

Mit dem Kastenwagen im Schnee

Zum Schneeschuhwandern in den Kitzbühler Alpen: Wir sind die Letzten und die Ersten am Berg

Wir legen pro Jahr etwa 25 000 Kilometer zurück, sind also relativ häufig (beinahe jedes Wochenende + Urlaub) unterwegs. Den Winter scheuen wir nicht. Allerdings ist unsere Frequenz des Campings in der kalten Jahreszeit etwas geringer.

Meine Begeisterung für das mobile Reisen steigt mit jeder Reise. Unser Fahrzeug kann alles, was es für mich können muss und wir sind nun nicht mehr auf Campingplätze angewiesen. Inzwischen stehen wir zu rund 80 Prozent frei – das Naturerlebnis ist dadurch intensiver.


Was ist für Euch das Besondere an dieser Reiseart?

Kastenwagen steht mit Blick auf die Küste

Unbezahlbarer Ausblick in Kantabrien (Nord-Spanien)

Für mich ist das Reisen in einem Van, wie wir ihn haben, der Inbegriff der Freiheit gepaart mit dem Gefühl von Geborgenheit. Es ist, als ob man sein perfektes Traumhaus täglich an einem anderen Ort der Welt bauen kann.


An welches Erlebnis auf Reisen erinnerst Du Dich am Liebsten?

Mit dem Wohnmobil in den Bergen

Unterwegs in den Dolomiten – aber nur in der Nebensaison schön

Ich glaube, einer unserer magischsten Momente war ein Sonnenaufgang in den Hautes Pyrenees im letzten Jahr. Wir sind früh aus dem Bett gekrochen und haben noch schnell einen Kaffee gebrüht, um dann der Bergwelt der Pyrenäen beim Erwachen zuzusehen.

Obwohl ich aus Tirol komme, hatte ich bislang noch nie einen Sonnenaufgang am Berg erlebt. Für mich war das wirklich ein ganz besonderes Erlebnis.

Geretteter Hundewelpe

Die größte Reise ihres Lebens ging für die Hundefamilie gut aus – Stefanie würde immer wieder so handeln!

Eines der bislang einschneidendsten Erlebnisse auf Reisen hatten wir im vergangenen Jahr auf der Rückkehr von einer Balkan-Reise, als wir eine ausgesetzte Hundefamilie an einer Autobahnraststätte fanden, diese kurzerhand in den Van verfrachteten und damit über die Grenze fuhren. Zum Glück ist diese wirklich dramatische Geschichte sehr gut ausgegangen. Wir fanden für alle sechs Hunde fürsorgliche Familien und die Konsequenzen von behördlicher Seite waren vertretbar.


Was sind Eure Lieblings-Hinfahr-Reiseziele?

Wohnmobil in den Cevennen

Solche Plätze gibt es nur in Frankreich. Stellplatz in den Cevennen

Mein absolutes Lieblingsland ist Frankreich – einfach weil es so vielseitig ist, weil Wildcamping dort oftmals geduldet wird, weil die Franzosen sehr hundefreundlich sind und weil ich mir gerne ein Scheibchen Savoir-Vivre abschneide.

Unsere Reisen beschränken sich derzeit auf Europa. Wir sind gerne in den Bergen unterwegs. Wandern hat für mich einen hohen Stellenwert. Ans Meer? Gerne, aber nur wenn sonst keiner da ist.

Andere Kontinente? Hmmmm … Ich habe australische Wurzeln und liebe dieses Land über alles. Wenn ich auch schon die Ostküste mehrmals bereist habe, weiß ich trotzdem, dass das wahre Australien woanders zu finden ist. Ich würde gern unseren Van verschiffen lassen und für mindestens ein Jahr Down-Under bereisen. Mal schauen, ob mir mein 5-Jahres-Plan aufgeht ;-).


Warum habt Ihr Euch für den Knaus Boxstar Freeway als Kastenwagen entschieden?

Blick in den Knaus Kastenwagen von VandogBlog

Blick in den Van mit der Hundekamera

Wir haben unseren Kastenwagen Ende 2015 gekauft. Die Entscheidungsfindung war ein längerer Prozess, bei dem Manfred tonangebend war, da er viel mehr Campingerfahrung mitbrachte.

Für uns waren die Längsbetten & das Raumbad die großen Kriterien. Das Hochdach ergab sich aus unserer Anatomie – wir sind beide relativ groß und wollten uns auf gar keinen Fall zum Duschen bücken.

Die Modellpalette in dieser Größenkategorie war 2015 nicht riesig. Warum es dann der Knaus wurde und nicht die Konkurrenz? Die Halbschalen der Duschkabine sind bei Knaus aus einem Stück gefertigt, was super praktisch zu reinigen ist. Unsere Dusche ist häufig im Einsatz, somit war dieses Detail entscheidend.

Mehr über unsere Wahl für den Knaus Boxstar Freeway 630, könnt Ihr auf unserem Blog erfahren.

Wir haben das Fahrzeug gebraucht, aber so gut wie neuwertig, mitsamt Thule Omnistor Markise, Telefunken Satellitanlage + irgendeinem Fernseher (? Ich schau nicht oft….), Al-Ko Fahrradträger und 100 Watt Solarzelle am Dach gekauft.

Inzwischen wurde mit einer zusätzlichen Solartasche weiter aufgerüstet – die Solarzellen am Dach waren bei flacher Sonneneinstrahlung, also vor allem im Winter, einfach nicht effizient genug.

Die Hinterachse wurde von uns noch mit einer Goldschmitt-Luftfederung ausgestattet.

Nach mehrmaligem „Boden küssen“ durch den langen Radstand, trafen wir letztendlich die Endscheidung, die Einstiegstreppe abzumontieren. Wir sind sportlich, unsere Hunde auch – wir brauchen das Ding nicht.

Hund als Beifahrer im Kastenwagen

Die Hunde haben ihre Lieblingsplätze im Kastenwagen

Da wir mit zwei mittelgroßen Hunden reisen, die ordnungsgemäß verwahrt sein sollten, haben wir – anfangs noch recht ambitioniert – den Stauraum unterm Bett zur Hundebox umgebaut. Die Realität allerdings zeigt sich inzwischen anders – in unserem Van herrscht Hundeanarchie. Die beiden sitzen während der Fahrt wo es ihnen gefällt.

Heuer fahren wir erstmals mit BF Goodrich All Terrain Reifen. Nicht nur, dass unser Kasten damit bedeutend dynamischer aussieht, auch ein paar Türen mehr werden uns dadurch bei unseren Wildcamping-Plätzen geöffnet. Der nächste Kastenwagen wird jedoch nicht ohne Allradantrieb auskommen.

Hmmmm …, was noch? Ich hätte gerne einen Wasser-Außenanschluss. Unsere Hunde vertrügen manchmal eine Fußdusche bevor sie in den Van einsteigen.


Wo können wir mehr über Euch erfahren?

Mit dem Kastenwagen in den Bergen

Wildcamping in den Bergen Osttirols

Ich glaube, dass sehr viele Menschen gerne so reisen würden wie ich, aber sich nicht trauen. Camping hat dieses geniale Image von der großen Freiheit. Die meisten hiesigen Camper scheitern aber bereits an einem Campingplatz, an dem kein Deutsch gesprochen wird. In den sozialen Netzwerken, die ich nutze, erinnere ich meine Follower daran, warum sie sich ein Wohnmobil gekauft haben.

  • Ich habe einen Youtube-Kanal, da ist leider noch nicht viel drauf, aber er ist existent
  • Auf Instagram – meinem Haupt-Social-Network – teile ich mehr oder minder in Echtzeit, was VanDogBlog gerade so macht.
  • Meinen Facebook-Account verwende ich um FB-Gruppen zu erreichen, deren Thema Camping mit Hund ist. Viele dieser Nutzer sind auf Instagram nicht vertreten.
  • Pinterest ist für mich noch ganz neu. Für mich geht’s bei dieser Platform darum, Menschen mit EINEM schönen Bild zu inspirieren.

Und der Name? Ein VanDog ist eigentlich ein Mensch, der im Van lebt. In meinem Fall passt es aber als Wortspiel, weil ich ja mit meinen Hunden reise. Ich fand auch, dass die Kombination von VanDog & Blog irgendwie schön miteinander verschmolz.


Schaut doch einmal bei Stefanie und ihrem VanDogBlog rein

www.vandog.blog

Youtube

www.instagram.com/vandogblog/

Facebook

Pinterest

Camper Interview Erfahrungen Kastenwagen Knaus BoxstarFotos

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von @vandog.blog.


Danke Stefanie für das schöne Interview und Eure Fotos.


Hier findest Du andere Camper und ihre Erfahrungen mit ihrem Kastenwagen & Wohnmobil


 

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Katja

Journalistin bei Hin-Fahren
ich bin Katja Hein - Journalistin & überzeugte Camperin. Mit meinen Wohnmobil-Reisebeschreibungen nehme ich Dich mit auf meine Reisen mit dem Kastenwagen. Dazu gibt es Tipps rund ums Campen & Womo.
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