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Speyerer Dom – Highlight Kaisersaal und Turmbesteigung

Bei einem Besuch von Speyer solltet Ihr unbedingt den Speyerer Dom mit Kaisersaal und Schraudolphfresken besichtigen und auf den Turm des Doms zur Aussichtsplattform hinaufsteigen und den Blick auf Speyer und die Region genießen. Das ist von April bis Oktober möglich.

Weltkulturerbe Speyerer Dom

Speyer hat eine über 2000 Jahre alte Geschichte. Die Dom- und Kaiserstadt am Rhein ist ein wunderbares Reiseziel. Für die Besucher gibt es viele Highlights.

Speyrer Dom von Westen

Das Westwerk wurde im 19. Jahrhundert angebaut und hebt sich deutlich vom Dom ab

Warum Ihr dem Speyerer Dom aufs Dach steigen solltet

Etwas ganz besonderes ist der Kaiserdom St. Maria und St. Stephan, der 1061 geweiht wurde. Seit rund 1000 Jahren steht die größte romanische Kirche der Welt in der Nähe des Rheins am Rand der Stadt. Seit 1981 gehört das imposante Gebäude zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Besuch ist ein wirkliches Erlebnis. Ich bin immer wieder gerne dort. Aber wusstet Ihr, dass Ihr dem Dom auch aufs Dach steigen könnt? Naja, fast auf jeden Fall. Seit 2012 ist das möglich.

Highlight Kaisersaal und Turmbesteigung

Tickets für die Besteigung des Turmes bis zur Aussichtsplattform mit tollem Blick über die Stadt und das Umland und die Besichtigung des Kaisersaals gibt es in der Dom-Info neben dem Dom (wenn Ihr davor steht Rechts). Am besten gleich noch den Eintritt in die Krypta und Grablege mit dazu nehmen, denn auch die solltet Ihr nicht verpassen und dann ist der Eintrittspreis günstiger. Hier gibt es auch den Audioguide für den Dombesuch.

Wartepunkt für die Besichtigung Kaisersaal & Turm

Der Eingang zum Kaisersaal und zur Aussichtsplattform im Turm befindet sich in der Vorhalle

Alle 20 Minuten geht es in einer kleinen Gruppe nach oben. Eingang für die Turmbesteigung ist in der nördlichen Vorhalle des Doms, im Westbau aus dem 19. Jahrhundert, links des Eingangs, neben dem Kenotaph für Adolph von Nassau. Ein paar Stühle neben der Tür und ein dezentes Schild weisen auf den Treffpunkt hin.

 

 

Kaisersaal im Speyerer Dom

Ein junger Mann öffnet uns die Tür und begrüßt uns freundlich. 90 Stufen sind es bis zum Kaisersaal, alle schnaufen, als sie angekommen sind. Nur unser Führer nicht, der uns gleich alles erklären wird. Dabei läuft er hier öfter auf und ab. Die Stufen sind gut zu bewältigen, das Treppenhaus nicht zu eng, es gibt keinen Gegenverkehr und jeder bekommt soviel Zeit wie er möchte. Noch warten wir auf zwei Nachzügler. Dann geht es los.

Blick in den Kaisersaal mit Fresken und Rosetten

Der Kaisersaal ist 25 Meter hoch und erstreckt sich über die gesamte Breite der Vorhalle

Im Namen des Domkapitels begrüßt uns „M.“ im Kaisersaal, der sich weit über uns öffnet. Er erstreckt sich über die gesamte Breite des Westbaus und ist 25 Meter hoch. Bereits im Mittelalter befand sich hier über dem Eingang des Kaiserdoms ein Raum, der allerdings später zerstört wurde. Viele Jahre gab es kein Geld ihn wieder zu errichten. Dann baute Heinrich Hübsch 1854 bis 1858 in Anlehnung an die Romanik das jetzige Westwerk in neoromanischen Formen.

Fresken von Johann Baptist Schraudolph

Hier im Kaisersaal des Speyerer Doms hat ein ganz besonderer Schatz seinen Platz gefunden. Der Raum beherbergt neun monumentale Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph, die früher die Wände des Querhauses des Doms schmückten. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte König Ludwig I. von Bayern die romanische Bischofskirche im Stil der Nazarener ausmalen lassen. Die Motive wählte der damalige Bischof Nikolaus von Weis. Es waren Szenen, die mit der Geschichte des Speyerer Doms verbunden sind und passend zum Wallfahrtsort Elemente aus dem Marien-Zyklus. Im Zuge der großen Domrestaurierung, bei der eine Rückkehr zum Ursprung – also in die Romanik – beabsichtigt war, wurden sie Mitte des 20. Jahrhunderts abgenommen und die durch sie verdeckten Fenster wieder freigelegt. Im Mittelschiff des Doms blieb der 24-teilige Marienzyklus.

Fresko des Malers Johann Baptist Schraudolph

Szenen aus dem Leben des Heiligen Bernhard von Clairvaux, im Hintergrund ist sehr gut der Dom zu erkennen, im Vordergrund links eine Heilungsszene

Der damalige Restaurator Otto Schulz konnte einen Teil der Fresken retten. Er entwickelte ein ganz besonderes Verfahren dafür, bei dem auch Quark, Öl und Leim eine Rolle spielten. Die Bilder wurden auf Glasfaser ausgerollt und gelagert. Dadurch sind unter anderem noch die ursprünglichen Farben zu sehen. Welch ein Glück! Seit 2012 sind einige Fresken zurück und können seitdem in dem dafür eigens völlig neu gestalteten Kaisersaal besichtigt werden. Sie wurden seit den achtziger Jahren wieder Instand gesetzt.

Heilige und Marienzyklus

Staunend stehen wir vor den großen Werken, immer mehr Details erschließen sich beim Betrachten. Die ersten vier Fresken zeigen Szenen aus dem Leben des Heiligen Bernhard von Clairvaux, einem der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens. Er predigte eindringlich an Weihnachten 1146 im Speyerer Dom und rief dabei zum Kreuzzug aus. Unter anderem ist er bei der Ankunft vor dem Dom zu sehen. Auch in anderen Fresken taucht das Gebäude immer wieder auf. Sie zeigen Momente mit dem heiligen Erzmärtyrer Stephanus und Papst Stephan I., dessen Kopfreliquie im Dom verehrt wird.

Auf dem Fresko krönt Jesus seine Mutter Maria

Die „Marienkrönung“ hing früher in der Apsis

Besonders eindrucksvoll fand ich die „Marienkrönung“, die bis 1957 in der Apsis des Chorraums angebracht war und eine Grundfläche von 70 Quadratmetern besitzt. Für dieses gewaltige Werk wurde im Kaisersaal eine eigene Kuppelkonstruktion angefertigt, die der Wölbung in der Apsis nachgebildet ist. Hier krönt Jesus seine Mutter im Himmel. Eine goldene Platte in der Mitte der Raumdecke stellt das Symbol für „Gottvater“ dar. Immer wieder zieht es den Blick nach oben.

Beziehung zum Dom

Blick ins Hauptschiff des Dom

Durch ein Fenster können die Besucher in den Dom blicken

Aber das ist noch nicht alles. Durch eine Glastür zur Empore können die Besucher in den Innenraum des Domes schauen, dabei zeigen sich sehr schön die Dimensionen des Gebäudes. Zusätzlich ermöglicht ein mit einer Glasplatte abgedecktes Glockenloch im Fußboden den Blick in die Vorhalle des Domes – eine besondere Perspektive. Wir dürfen so lange Verweilen wie wir wollen und so nehme ich die Gelegenheit wahr, bleibe alleine im Raum zurück und genieße die Atmosphäre dieses besonderen Raumes.

Interessanter Blick in die Domvorhalle

Durch ein ehemaliges Glockenloch können wir auf den Eingang und die Vorhalle blick

Turmbesteigung Speyerer Dom

Die Speyrer Hauptstraße durch ein Turmfenster

Blick auf die Speyrer Hauptstraße

Voller Eindrücke verlasse ich den Kaisersaal auf der anderen Seite und steige langsam in Richtung Aussichtsplattform nach oben. Bis dahin sind es noch weitere 214 Stufen, dabei erreichen wir fast die Turmspitze. Auf einer neuen Betontreppe, die sich später in einer Stahltreppe fortsetzt, geht es ziemlich bequem nach oben.

Blick durch ein Fenster auf die Westtürme, die Kuppel und das Dach

Immer wieder gibt es faszinierende Blicke auf Dach, Westtürme und Kuppel

Einen Aufzug gibt es nicht, aber immer wieder interessante Blicke auf das Dach des Doms, die anderen Türme, die Stadt und den Rhein. Jetzt gibt es Gegenverkehr, aber es ist genügend Platz. Auf dem Südwestturm des Doms befindet sich in rund 60 Metern Höhe mein Ziel, die vor einigen Jahren neu gebaute Aussichtsplattform.

 

Lange bleibe ich in der luftigen Höhe stehen und lasse meinen Blick schweifen. Mein Wohnhaus ist verdeckt, aber der Blick auf die Dächer faszinierend.

Speyer von Oben

Blick auf die Speyrer Hauptstraße

Die Hauptstraße schlängelt sich unter mir in Richtung Altpörtel (der Stadtturm, der auch bestiegen werden  kann). Gut erkenne ich wie sie dem einstigen Bachlauf folgt. Denn unsere Hauptstraße ist nicht gerade. Hier sitzen schon die ersten Gäste in den Cafes.

Von Oben sehen wir das Dach, die Türme, den Dompark und den Rhein

Von der Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Blick

Bis in die Vorderpfalz und ins Badische kann ich schauen. An Tagen mit guter Fernsicht soll der Blick über eine Entfernung von mehr als 50 Kilometern gelingen, ganz soweit ist es heute nicht, aber der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Blick auf das Museum der Pfalz in Speyer

Im Museum der Pfalz wird schon die nächste Ausstellung vorbereitet

Fast neben mir “heben die Flugzeuge des Technikmuseums ab”, direkt unter mir ist das Historische Museum. Fasziniert schaue ich auch den Schiffen auf dem Rhein zu, der hier einen großen Bogen macht.

 

Voller Eindrücke steige ich langsam die vielen Stufen hinunter und komme auf der anderen Seite der Vorhalle wieder heraus.


Über den Besuch des Doms und der Krypta berichte ich demnächst. Und natürlich gebe ich gerne noch weitere Tipps zur Besichtigung meiner Heimatstadt.


Danke an die Verantwortlichen, für die Erlaubnis zu fotografieren und den freundlichen Empfang.


Hin-Fahr-Tipps

Das solltest Du in Speyer unbedingt noch besichtigen

  • Dom Innenraum, Krypta und Spaziergang drum herum
  • Judenbad, Synagoge, Judenhof
  • Hauptstraße
  • Altpörtel
  • Sonnenbrücke, Altstadt
  • Gedächtniskirche, Dreifaltigkeitskirche
  • Mit mehr Zeit: Historisches Museum der Pfalz, Technikmuseum

In der Touristeninformation gibt es einen Stadtplan mit einem ausgearbeiteten Rundgang

Parken

  • Parkplatz „Festplatz”  (auch für Wohnmobile und Busse, gesperrt  bei Messen)
  • Parkplatz „Dom” (sehr klein, immer voll, Stau, nicht für Busse oder Wohnmobile)
  • Parkplatz „Technikmuseum”

Weitere Informationen Dom zu Speyer

Öffnungszeiten Kaisersaal und Turm April bis Oktober

  • werktags 10–17 Uhr
  • sonntags 12–17 Uhr
  • Einlass im 20-Minuten-Takt

Im Internet

www.dom-zu-speyer.de und www.kaiserdom-virtuell.de


Kaiserdom Speyer: Besichtigung Kaisersaal und Domplattform #Speyer #Dom #Turmbesteigung #Pfalz #WeltkulturerbeMerke Dir doch diesen Tipp zum Speyerbesuch auf Pinterest.

Hat noch etwas gefehlt? Braucht Ihr weitere Tipps? Ich freue mich sehr über Kommentare und Anregungen. Sagt auch gerne Bescheid wie es Euch gefallen hat.